1. FC Köln: Wie im falschen Film

Als Bundesliga-Aufsteiger stand für den 1. FC Köln eines umgehend fest: In dieser Spielzeit zählt ausschließlich der Klassenerhalt. Nach durchwachsenem Saisonbeginn und zuletzt drei Niederlagen in Serie, bei denen kein eigenes Tor gelang, sind die Geißböcke nun aber auf einen direkten Abstiegsplatz abgerutscht.

0:1 gegen Borussia Mönchengladbach, 0:4 bei Bayern München und zuletzt ein 0:4 gegen Hertha BSC – für den 1. FC Köln verlief der September alles andere als geplant. Aufgrund der drei Niederlagen am Stück rangiert die Mannschaft von Achim Beierlorzer auf Tabellenplatz 17. Die Rheinländer verloren fünf ihrer sechs Bundesligaspiele in dieser Saison, einzig beim SC Freiburg am dritten Spieltag holten sie dank eines Tores in der Nachspielzeit von Ellyes Shkiri zum 2:1 drei Punkte.

Kann man die deutliche 0:4-Pleite beim Rekordmeister aus München noch als erwartbar bezeichnen, überraschte die Klatsche mit demselben Ergebnis gegen die Hertha zuletzt nicht nur Verantwortliche und Fans des 1. FC Köln, sondern auch die meisten neutralen Beobachter. Denn mit den Berlinern war eine Mannschaft im RheinEnergieSTADION zu Gast, die nach dem bisherigen Saisonverlauf in etwa auf Augenhöhe mit dem Effzeh einzuordnen war.

Wir werden nicht in Aktionismus verfallen.

Armin Veh

Doch gegen die Elf von Ante Covic lief für die Geißböcke erneut ziemlich viel schief. Bereits nach drei Minuten verletzte sich Stammkraft Dominick Drexler, aus dem Nichts schlug Javairo Dilrosun zum 1:0 für die Hertha zu (23.). Und nach Entscheidung durch den Videobeweis flog vier Minuten vor dem Ende der ersten Halbzeit auch noch Jorge Meré nach hartem Foulspiel an Vladimir Darida mit Rot vom Platz. „Solche Abende gibt’s“, analysierte Sport-Geschäftsführer Armin Veh nach dem Abpfiff nüchtern. Einer Trainerdiskussion schob der 58-Jährige umgehend einen Riegel vor. „Wir werden nicht in Aktionismus verfallen“, versicherte der ehemalige Bundesliga-Trainer.

Das Spielglück fehlt

So bitter sich die Bilanz von 0:9 Toren in den vergangenen drei Spielen anhört, so klar ist auch, dass dem 1. FC Köln derzeit in den entscheidenden Momenten häufig das Spielglück fehlt. Nicht nur Chef-Trainer Achim Beierlorzer, der nach dem Berlin-Spiel von einem „unglaublichen Drehbuch“ sprach, dürfte sich häufiger mal wie im falschen Film vorkommen. An der fünften Saisonniederlage hatte aber nicht nur die sich als unbarmherzige Regisseurin verkleidete Glücksgöttin Fortuna schuld, wie der Fußballlehrer betonte. „Wir verteidigen die Gegentore zwei und drei so schwach, das reicht nicht für diese Liga“, prangerte Beierlorzer das in diesen Situationen mangelhafte Defensivverhalten seiner Mannschaft an, das der eingewechselte Vedad Ibisevic eiskalt für zwei Treffer ausnutzte.

Meré gesperrt, Ehizibue wieder spielberechtigt

Umso schwerer wiegt der Ausfall von Jorge Meré, im Sommer U21-Europameister mit Spanien geworden, der nach seiner Roten Karte aus dem Hertha-Spiel gesperrt fehlen wird. Immerhin darf Kingsley Ehizibue, der in München wegen einer Notbremse vom Platz gestellt worden war, auf Schalke wieder mitwirken.

Wichtiger als die Aufstellung wird aber die Einstellung sein, die der Aufsteiger am kommenden Samstag und in den folgenden Partien zeigen wird. In diesem Bereich sieht Beierlorzer keinerlei Mängel. „Ich habe viel Mentalität gesehen“, betonte der 51-Jährige zuletzt. Nun müsse „jeder einzelne an den Dingen arbeiten, die er nicht so gut gemacht hat“. Ähnlich formuliert es Ex-S04-Profi Marco Höger. Man müsse nun „die Fehler so schnell wie möglich aufarbeiten, viele Gespräche führen und im Training an den Sachen arbeiten“, gibt der Mittelfeldspieler die Richtung vor.

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