Fortuna Düsseldorf: Stark gegen den Ball

Der Saisonstart verlief ordentlich, doch zuletzt stotterte der Motor bei Fortuna Düsseldorf. In den vergangenen drei Partien holten die Mannen von Friedhelm Funkel nur einen Punkt, in Nürnberg setzte es eine 0:3-Niederlage. Auffällig: Der Aufsteiger ist dann gefährlich, wenn er den Ball an den Gegner abgibt.

Nach einem ordentlichen Saisonstart gab es für Fortuna Düsseldorf am vergangenen Samstag die erste Bauchlandung in dieser Spielzeit. Mit 0:3 verloren die Rheinländer beim Mitaufsteiger aus Nürnberg. „Ein rundum gebrauchter Tag“, wie Fortuna-Coach Friedhelm Funkel nach dem Match feststellte. Verteidiger Niko Gießelmann sprach vom „schlechtesten Spiel in dieser Saison“, bei dem die Düsseldorfer aber trotz des deutlichen Endresultats keineswegs chancenlos waren.

Umwerfen dürfte diese Niederlage den kommenden S04-Gegner ohnehin nicht. Als Aufsteiger zählt für die Fortunen einzig und allein der Klassenerhalt. Nach sechs Spieltagen liegt Funkels Mannschaft mit fünf Punkten auf Rang 15 und damit knapp über dem Strich. Das will der S04 mit einem Auswärtssieg am Samstag (6.10., 15.30 Uhr) nur allzu gerne ändern. Es ist erst das dritte Aufeinandertreffen der beiden Clubs in der Bundesliga in den vergangenen 21 Jahren. In der Saison 2012/2013 verspielte der S04 auswärts eine 2:0-Führung und holte lediglich ein 2:2-Unentschieden, zu Hause errangen die Königsblauen einen 2:1-Erfolg. Nach einem dramatischen Verlauf am letzten Spieltag der Saison stieg Düsseldorf ab, Schalke erreichte als Vierter die Playoffs zur Champions League.

Zahlreiche Veränderungen im Kader

Damit es mit dem erstmaligen Bundesliga-Klassenerhalt seit der Saison 1995/1996 klappt, krempelten die Düsseldorfer Vereinsverantwortlichen ihre Mannschaft vor Saisonbeginn mächtig um. 13 Neuzugängen stehen 14 Abgänge gegenüber. Namhaftester Einkauf war Marvin Ducksch, der in der Vorsaison von St. Pauli an Holstein Kiel ausgeliehen war und für die „Störche“ in der 2. Liga 18 Tore erzielte sowie elf weitere Treffer vorbereitete. Doch bislang zündete die Offensive der Fortunen aus ihrer Sicht zu selten, fünf selbst erzielte Tore sind der drittschlechteste Wert der Liga. Einzig der S04 (drei) und Mainz (vier) waren seltener erfolgreich.

Highlight der bisherigen Saison war aus Düsseldorfer Sicht der 2:1-Erfolg gegen die TSG 1899 Hoffenheim, das auf ein beachtliches 1:1-Unentschieden in Leipzig folgte. Auffällig: Sowohl beim Spiel gegen Hoffenheim als auch in der Partie bei RB überließ Düsseldorf dem Gegner größtenteils den Ball, hatte nur 33 bzw. 32 Prozent der Zeit das Spielgerät am eigenen Fuß. Ganz anders war die Situation beim 0:3 in Nürnberg. Mit einer Ballbesitzquote von 62 Prozent erreichten die Fortunen einen internen Höchstwert in dieser Saison, taten sich aber schwer, aus dem optischen Übergewicht Kapital zu schlagen. Düsseldorf fühlt sich augenscheinlich wohler, den Gegner das Spiel machen zu lassen, um die wenigen Offensiv-Situationen eiskalt für sich zu nutzen. Eine taktische Variante, auf die Domenico Tedesco seine Mannschaft einstellen wird.

Mit 55.000 Zuschauern im Rücken sieht das alles schon wieder anders aus.

Friedhelm Funkel

Sein Gegenüber Friedhelm Funkel, mit 64 Jahren der älteste Trainer der Bundesliga, baut für die Partie neben der richtigen Einstellung auf die Unterstützung der Fans in der in dieser Saison erstmals ausverkauften Merkur Spiel-Arena. „Mit 55.000 Zuschauern im Rücken sieht das alles schon wieder anders aus“, mutmaßte der Coach nach dem 0:3 in Nürnberg. „Dann werden wir versuchen, den FC Schalke niederzuringen.“ Ein Unterfangen, das den Düsseldorfern letztmals am 10. Mai 1997 durch einen 1:0-Auswärtserfolg im Parkstadion gelang. Drei Tage zuvor hatten Marc Wilmots und Co. an selber Stelle noch das UEFA-Cup-Final-Hinspiel gegen Inter Mailand mit 1:0 gewonnen.

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