Hertha BSC: Ante Covic soll die „Alte Dame“ flottmachen

Mit offensivem Fußball, einem neuen Gesicht an der Seitenlinie und frischem Geld möchte Hertha BSC eine erfolgreichere Saison spielen als im Vorjahr. „Es gibt aber keine Verpflichtung, hier um internationale Plätze mitspielen zu müssen“, unterstreicht Michael Preetz.

Mit dieser Zielsetzung setzt der Geschäftsführer Sport des Berliner Traditionsvereins seinen neuen Chef-Trainer Ante Covic bewusst nicht unter Druck, am Ende einen der ersten sieben Plätze belegen zu müssen. Preetz hat seinem Coach lediglich mit auf den Weg gegeben, dass sich die Mannschaft tabellarisch im Vergleich zur abgelaufenen Saison verbessern solle. Zudem solle das Team das Publikum im Olympiastadion mit schnellem Fußball begeistern.

„Ante ist ein offensiv denkender Trainer“, beschreibt Preetz seinen neuen Coach, den er bereits seit vielen Jahren kennt und von dessen Arbeit er sich in der jüngeren Vergangenheit ein ganz genaues Bild machen konnte. Denn bevor Covic im Mai zum Nachfolger von Pal Dardai auserkoren wurde, hat der kroatische Ex-Profi (u.a. VfB Stuttgart, 1. FC Nürnberg und Hertha BSC) fünf Jahre in der Nachwuchsakademie der „Alten Dame“ gearbeitet. „Für mich als gebürtigen Berliner, der für Hertha BSC gespielt hat und seit Jahren für diesen Club als Trainer tätig ist, geht ein Kindheitstraum in Erfüllung“, schwärmt Covic von seiner neuen Aufgabe.

Neuer Trainer kennt DNA des Vereins

Und auch Preetz ist überzeugt davon, die richtige Wahl für die Besetzung des Trainerstuhls getroffen zu haben. Covic kenne den Verein und dessen DNA bestens, zudem habe der 43-Jährige als Trainer der U23 unter Beweis gestellt, dass er Talente entwickeln und voranbringen könne. „Ante kennt gerade unsere jungen Spieler, hat sie geformt, gefördert, aufgebaut und vorbereitet auf das Profi-Geschäft. Nun wird er diese Jungs in der Bundesliga etablieren und zu gestandenen Profis formen“, so Preetz.

Ante kennt gerade unsere jungen Spieler, hat sie geformt, gefördert, aufgebaut und vorbereitet auf das Profi-Geschäft.

Michael Preetz

Dass er nun im täglichen Umgang nicht nur mit Talenten, sondern auch mit gestandenen Bundesligaprofis arbeitet, bereitet Covic nach eigener Aussage keine Schwierigkeiten, denn „in dem Geschäft ist es wichtig, einen menschlichen Umgang mit den Spielern zu haben“. Ebenso wichtig ist es ihm, nicht ständig mit seinem Vorgänger verglichen zu werden, der einst ebenfalls als Nachwuchs-Coach zum Chef-Trainer der Profis befördert worden war. „Pal Dardai hat über viereinhalb Jahre einen tollen Job gemacht. Ich beschäftige mich aber nicht mit der Vergangenheit. Man profitiert nicht davon, wenn man in der Vergangenheit lebt“, erklärt Covic. „Man versucht, sich selbst treu zu bleiben und seine eigenen Impulse zu setzen.“

125-Millionen-Euro-Finanzspritze

Neue Impulse setzen bei den Berlinern, die ebenso wie der FC Schalke 04 mit einem Punkt aus zwei Spielen gestartet sind, sollen auch die Neuzugänge. Allen voran Dodi Lukebakio, für den Hertha BSC so tief in die Tasche griff wie nie zuvor. Der belgische Offensivmann, der in der Vorsaison als Leihspieler im Trikot von Fortuna Düsseldorf für Furore in der Bundesliga gesorgt hatte und nun von den Berlinern für 20 Millionen Euro vom FC Watford verpflichtet wurde, ist der teuerste Spieler in der Vereinsgeschichte. Bisher traf dies auf den Österreicher Valentino Lazaro zu (10,5 Millionen Euro), den die „Alte Dame“ nach zwei Spielzeiten zuletzt für mehr als die doppelte Summe zu Inter Mailand transferierte.

Transfers in dieser Größenordnung auf der Zugangsseite könnte es in der Hauptstadt künftig häufiger geben, da Hertha BSC eine satte 125-Millionen-Euro-Finanzspritze von seinem neuen Investor Lars Windhorst bekommen hat. Dafür haben die Berliner 37,5 Prozent Vereinsanteile an Windhorsts Beteiligungsgesellschaft Tennor abgetreten. Zudem wurde Windhorst die Möglichkeit eingeräumt, seine Anteile auf 49,9 Prozent zu einem höheren Preis aufzustocken.

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