RB Leipzig: Jung und torhungrig

Egal ob bei Bauten in der mehr als 850 Jahren alten Stadt oder bei der Philosophie des erst seit 2009 existierenden Fußballvereins, der vor zwei Jahren in die Bundesliga aufstieg: Der Jugendstil prägt Leipzig mit. Lediglich ein Spieler des 25 Mann starken Kaders von Trainer Ralf Rangnick wurde in den achtziger Jahren geboren, RB setzt seit jeher fast ausnahmslos auf vielversprechende Talente.

Unbeirrt geht RasenBallsport Leipzig seinen durchaus von Erfolg gekrönten Weg. Ralf Rangnick, zunächst als Trainer, dann als Sportdirektor, aktuell wieder als Trainer und zur kommenden Saison erneut als Sportdirektor bei den „Roten Bullen“ aktiv, baut bei seiner Kaderzusammenstellung vornehmlich auf hoffnungsvolle Jungprofis. Zwischen 17 und 23 Jahre, so die interne Vorgabe, sollen Spieler bei ihrer Neuverpflichtung sein, Ausnahmen gab es in den zurückliegenden Spielzeiten nur wenige.

Auch im vergangenen Transfersommer wurden mit Matheus Cunha (19), Nordi Mukiele (20) und Marcelo Saracchi (20) drei Youngster verpflichtet, die in diese Kategorie fallen. Und: Im RB-Kader befindet sich kein Profi, der über 30 Jahre alt ist. Mit Stefan Ilsanker gibt es ohnehin nur einen Leipziger Spieler, der in den achtziger Jahren geboren wurde.

Starke Form nach holprigem Saisonbeginn

Den Verlust von Naby Keita, der für einen stattlichen zweistelligen Millionenbetrag an den FC Liverpool verkauft wurde, haben die „Roten Bullen“ nach anfänglichen Startschwierigkeiten gut aufgefangen. Aktuell belegt die Truppe von Ralf Rangnick den fünften Tabellenplatz, hat aber nur zwei Zähler Rückstand auf den Zweiten Borussia Mönchengladbach. Zudem stimmt die Form: In den vergangenen sieben Pflichtspielen blieb Leipzig ohne Niederlage (fünf Siege, zwei Unentschieden).

Auch in der Europa League ist RB trotz der überraschenden Auftakt-Niederlage gegen Schwesterclub Red Bull Salzburg auf Kurs Sechzehntelfinale. Nach dem 3:1-Erfolg bei Rosenborg Trondheim gab es zuletzt einen 2:0-Sieg gegen Celtic Glasgow. „Das hat super geklappt. Wir haben super Torchancen kreiert und zwei schöne Tore erzielt“, analysierte Kevin Kampl die 90 Minuten gegen die Schotten. „Danach haben wir sehr konzentriert weitergespielt, auch wenn wir vielleicht zwei Tore mehr hätten machen müssen.“

Dabei gehört die Chancenverwertung im Normalfall nicht zu den Problemen der Leipziger. Insbesondere die Offensivkräfte zeigen sich in dieser Saison treffsicher. Timo Werner netzte in zehn Pflichtspielen viermal ein, Jean-Kevin Augustin und Yussuf Poulsen kommen jeweils bei 15 Auftritten auf sieben Tore. Auf die S04-Defensive dürfte also reichlich Arbeit zukommen.

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