RB Leipzig: Trotz Tabellenführung noch Luft nach oben

Die Mannschaft der Stunde im deutschen Fußball heißt RB Leipzig. Nach sieben Pflichtspielen in der laufenden Saison sind die Sachsen noch immer ungeschlagen. In der Bundesliga gewannen die Rasenballsportler vier von fünf Begegnungen und teilten lediglich mit dem amtierenden Meister Bayern München die Punkte, hinzu kommen ein 3:2-Sieg im DFB-Pokal beim VfL Osnabrück und ein 2:1-Erfolg im Auftaktspiel der Champions-League-Gruppenphase bei Benfica Lissabon.

„Wir haben gerade einen Lauf und wollen so lange wie möglich vorne dabei sein. Und wenn es möglich ist, am Ende an etwas schnuppern“, erklärt Mittelfeldspieler Marcel Sabitzer. Dass die Leipziger nach Platz drei im Vorjahr erneut oben angreifen möchten, hatte Geschäftsführer Oliver Mintzlaff bereits vor dem Saisonstart formuliert. Und auch der neue Sportdirektor Markus Krösche gab sich angriffslustig: „Wir haben sicherlich das Potenzial, um ganz vorne anzugreifen.“

Für dieses Vorhaben hat RB in den vergangenen Monaten einen starken Kader zusammengestellt, in dem alle Positionen mindestens doppelt oder gar dreifach auf hohem Niveau besetzt sind. Beste Bedingungen also für den neuen Coach Julian Nagelsmann. Der 32-Jährige ist in die Fußstapfen von Ralf Rangnick getreten, der mittlerweile als „Head of Sport and Development Soccer“ beim weltweit bekannten Getränkehersteller, der die Sachsen als Hauptsponsor unterstützt, fungiert.

Zügiges Flachpassspiel

Von seiner neuen Mannschaft ist Nagelsmann begeistert. „Die Jungs sind alle total wissbegierig“, meint der Fußballlehrer. Der Coach hat das Leipziger Spiel, das in den Vorjahren zum Großteil von einem bewusst herbeigeführten Chaos auf dem Rasen geprägt war, verändert. Seit Saisonbeginn setzt RB auf zügiges Flachpassspiel – und das in mehreren Formationen. Mit diesen Maßnahmen möchte Nagelsmann gerade gegen die Teams aus dem unteren Tabellendrittel schwerer auszurechnen sein. Denn gegen eben jene Vereine ließen die Sachsen in der Vorsaison mehr Zähler liegen als die Konkurrenten um einen Champions-League-Startplatz.

Der derzeitige Fußball, den RB spielt, deckt sich aber noch nicht zu 100 Prozent mit Nagelsmanns Erwartungen. „Wir sind noch lange nicht am Ende und freuen uns darauf, wenn es in Zukunft noch besser wird“, so der Chef-Trainer der Sachsen. Kapitän Willi Orban hält den Ball trotz der jüngsten Erfolge deshalb auch bewusst flach. „Im Vergleich zu den Bayern müssen wir noch konstanter werden. Wir spielen noch nicht optimal, aber zumindest effizient“, sagt der ungarische Nationalspieler. Zwei Aussagen, die die Konkurrenz aufhorchen lassen sollten: RB möchte kurz- bis mittelfristig einen Titel im deutschen Vereinsfußball gewinnen.

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