SC Paderborn 07: Per Highspeed-Aufzug zurück ins Oberhaus

Es ist lediglich etwas mehr als zwei Jahre her, als der SC Paderborn 07 in der fußballerischen Bedeutungslosigkeit zu versinken drohte. Am 20. Mai 2017 war der sportliche Abstieg der Ostwestfalen, die in der Saison 2014/2015 noch in der Bundesliga gespielt hatten, in die Regionalliga besiegelt. Drei Wochen später folgte die unverhoffte Rettung: Zweitliga-Absteiger 1860 München wurde die Drittligalizenz verwehrt, der SCP durfte in Liga drei bleiben.

„Wir sind mit zwei blauen Augen und einem Kieferbruch in der Liga geblieben. Wir haben richtig Schwein gehabt“, sagte der damalige Geschäftsführer Markus Krösche daraufhin im Gespräch mit „Reviersport“. Der Ex-Profi, mittlerweile als Sportdirektor für RB Leipzig tätig, ergänzte zudem, dass er überzeugt sei, dass die Mannschaft in der Folgesaison „eine bessere Rolle spielen“ werde. Er sollte Recht behalten – und wie. Mit 83 Punkten und dem Saison-Spitzenwert von 90 erzielten Treffern stieg Paderborn gemeinsam mit Drittligameister Magdeburg souverän auf. Doch damit nicht genug: wiederum nur ein Jahr später machten die Paderborner den Durchmarsch perfekt und bejubelten die Rückkehr in die Bundesliga. Gemeinsam mit mehr als 10.000 Fans wurde dieser Erfolg auf dem Rathausplatz gefeiert, aus Paderborn wurde Partyborn.

Baumgart sieht als erster Bundesligatrainer die Gelbe Karte

Einer der Gesichter des Erfolgs ist Steffen Baumgart, Coach der Ostwestfalen. Baumgart gehört zu jenem Typ Trainer, die gerne mal als „positiv verrückt“ tituliert werden. An der Seitenlinie trägt er Jogging- statt feiner Anzughose, von den eigenen Fans wird er insbesondere wegen seiner sehr direkten Art verehrt. Eine Charaktereigenschaft, für die er bereits als Fußballprofi bekannt war. Dazu passend: Im zweiten Bundesligaspiel des SCP in dieser Saison gegen den SC Freiburg (1:3) sah Baumgart wegen Protestierens samt Werfens seiner Mütze die Gelbe Karte von Schiedsrichter Tobias Welz – es war die erste jemals für einen Bundesligatrainer. „Die Gelbe Karte war völlig in Ordnung“, sagte der 47-Jährige in der Pressekonferenz nach dem Match, nachdem sich der emotionale Coach zuvor noch sehr kritisch gegenüber dem Schiedsrichter geäußert hatte.

Ordentliche Leistungen, wenig Ertrag

Mit einem Punkt aus drei Spielen ist der Saisonstart für den Aufsteiger nicht wie gewünscht verlaufen, dennoch dürften Fans und Trainer mit den Auftritten ihres Teams durchaus zufrieden gewesen sein. Am ersten Spieltag setzte es eine knappe 2:3-Niederlage bei Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen, zuletzt holten die Paderborner dank eines 1:1-Unentschiedens einen Zähler beim VfL Wolfsburg, der wiederum mit sechs Punkten in die Spielzeit gestartet war. Hinzu kam eine 1:3-Niederlage gegen Freiburg, die aus Sicht der Paderborner umso ärgerlicher war, da grobe individuelle Fehler zu den Gegentoren geführt hatten.

Ich bin fest davon überzeugt, dass sich die Jungs so entwickeln werden, dass wir am Ende über dem Strich stehen werden.

Steffen Baumgart

Klar ist, dass für den SCP einzig und allein der Klassenerhalt das Ziel ist. Der Gesamtmarktwert des Aufsteigers ist laut „transfermarkt.de“ mit 24,9 Millionen Euro der mit Abstand niedrigste aller Bundesligisten, wertvollster Spieler ist demnach Mittelfeldmann Sebastian Vasialidis mit einem Marktwert von 3,5 Millionen Euro. Für den 24 Jahre alten Rifet Kapic bezahlten die Ostwestfalen eine Ablöse von 100.000 Euro – alle anderen Neuzugänge stießen entweder als Leihgabe oder ablösefrei zum Verein. Doch trotz der bescheidenen Mittel, die den Paderbornern zur Verfügung stehen, glaubt Trainer Baumgart an den Klassenerhalt. „Ich bin fest davon überzeugt, dass sich die Jungs so entwickeln werden, dass wir am Ende über dem Strich stehen werden“, sagte der Coach vor Saisonbeginn im Interview mit „Sport1“. Seine Gründe: „Weil wir uns treu bleiben. Weil wir Gas geben werden und den Gegnern 90 Minuten auf den Sack gehen wollen!“

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