Werder Bremen: Keine Lust auf die Goldene Ananas

In manchen Vereinen beten Spieler Woche für Woche nach dem Schlusspfiff immer wieder dieselbe Phrase herunter: „Wir denken von Spiel zu Spiel.“ An der Weser ticken die Uhren in dieser Spielzeit anders. Vor der Saison formulierten Chef-Trainer Florian Kohfeldt und seine Mannschaft das konkrete Ziel, sich für einen europäischen Wettbewerb qualifizieren zu wollen. Und daran hält man in der Hansestadt auch im März 2019 weiterhin fest.

„Es hat keiner Lust, um die Goldene Ananas zu spielen“, sagt Maximilian Eggestein, der mit seiner Mannschaft im Kalenderjahr 2019 noch ungeschlagen ist. Trotzdem kommen die Grün-Weißen im zweiten Saisonteil bislang nicht wirklich von der Stelle. Werder überwinterte auf Rang zehn – und eben diesen Platz belegen die Bremer auch nach dem 24. Spieltag.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Der SVW verliert zwar nicht, allerdings sind Siege in der jüngeren Vergangenheit auch eher eine Seltenheit geworden. Gleich in fünf der sieben Bundesligapartien im Jahr 2019 wurden die Punkte mit dem Gegner geteilt. Von den vergangenen 16 Begegnungen im Oberhaus konnten gerade einmal drei gewonnen werden.

Es sind noch 30 Punkte zu holen, es ist noch alles drin.

Frank Baumann

„Wir spielen einfach zu häufig unentschieden. Vor allem der eine oder andere Sieg gegen vermeintlich schwächere Gegner hätte uns gutgetan“, weiß Philipp Bargfrede. Aufgrund der jüngsten Resultate spürt Kohfeldt eine gewisse Unzufriedenheit im Team, „aber das ist genau das Klima, das ich wollte. Dass eben keiner zufrieden ist, auch wenn wir seit zweieinhalb Monaten nicht verloren haben“, erklärt der Coach.

Sechs Punkte Rückstand auf die Europa League

Zehn Spieltage vor Schluss beträgt der Rückstand auf den sechsten Platz sechs Punkte. Damit befinden sich die Bremer immer noch in Schlagdistanz zu einem Europa-League-Rang. „Es sind noch 30 Punkte zu holen, es ist noch alles drin. Wir müssen jetzt vielleicht mal eine kleine Siegesserie starten, um unsere Ziele zu erreichen“, fordert Sportchef Frank Baumann.

Entscheidender Faktor im Rennen um die internationalen Plätze könnte Kohfeldts glückliches Händchen werden. Denn der Trainer wechselte im bisherigen Saisonverlauf schon zehnmal einen Spieler ein, der anschließend als Joker stach. Kohfeldt selbst möchte dieses Phänomen aber nicht überbewerten. „Manchmal hat man als Trainer eben Glück“, schmunzelt er.

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