Manchester City: Die Meisterschaft ist nicht genug

Mit Manchester City ist im Achtelfinal-Hinspiel am Mittwoch (20.2.) einer der Top-Favoriten dieser Champions-League-Saison in der VELTINS-Arena zu Gast. Mehr als 1,5 Milliarden Euro hat Scheich Mansour Bin Zayed Al Nahyan in den vergangenen zehn Jahren als Hauptanteilseigner in den Verein gepumpt – mit Erfolg. 2012, 2014 und 2018 feierten die Sky Blues drei ihrer insgesamt fünf englischen Meisterschaften, hinzu kommen Titelgewinne im FA-Cup (2011) und englischen Ligapokal (2014, 2016, 2018). Nun soll es endlich auch international mit dem großen Wurf klappen.

Lediglich einmal, in der Saison 2015/2016, erreichten die Citizens das Halbfinale der Königsklasse, scheiterten dort aber am späteren Sieger Real Madrid. Im Vorjahr erteilte der FC Liverpool der Mannschaft von Pep Guardiola eine schmerzhafte Lehrstunde im Viertelfinale, bei den weiteren Auftritten in der Königsklasse war entweder im Achtelfinale oder in der Gruppenphase Endstation.

Mit jeder investierten Million steigen die Ansprüche rund um das Etihad Stadium, der Champions-League-Gewinn soll nur eine Frage der Zeit sein. Zu Beginn dieser Saison hielten sich die Sky Blues auf dem Transfermarkt allerdings erstaunlich zurück, einzig für Flügelspieler Riyad Mahrez griffen die Klub-Verantwortlichen richtig tief in die Tasche und überwiesen fast 70 Millionen Euro an Leicester City.

Unter Guardiola purzeln die Rekorde

Ansonsten trifft der S04 am Mittwoch in der VELTINS-Arena sowie am 12. März im Etihad Stadium größtenteils auf die Mannschaft, die in der vergangenen Saison Geschichte schrieb und mit 100 (!) Punkten englischer Meister wurde. Dies war noch keinem Team zuvor gelungen. 32 Partien entschieden die Sky Blues für sich, vier Spiele endeten unentschieden, lediglich zwei wurden verloren. 19 Punkte betrug am Ende der Spielzeit der Vorsprung auf Lokalrivale United, 106 Tore erzielten die Citizens in der Liga – auch das sind Bestmarken. In der aktuellen Champions-League-Saison setzte sich Manchester trotz eines Patzers zu Beginn (1:2 gegen Olympique Lyon) mühelos als Erster der Gruppe F durch und schlug dabei zweimal 1899 Hoffenheim mit 2:1.

Die Handschrift von Trainer Pep Guardiola ist in Manchester längst zu erkennen. Der Katalane wechselte im Sommer 2016 von Bayern München in die englische Arbeiterstadt und etablierte bei seinem neuen Club den für ihn typischen dominanten Ballbesitzfußball. Mit einer enormen Sicherheit lassen Spieler wie Fernandinho, Ilkay Gündogan, Kevin De Bruyne oder David Silva die Kugel durch die eigenen Reihen laufen. Beim 5:0-Sieg gegen Swansea City im April 2018 spielte Manchester 1.015 Pässe – die erste vierstellige Anzahl an Zuspielen seit Beginn der Datenerfassung in England zur Saison 2003/2004.

Der Wille, der Beste zu sein, ist unglaublich hier und erinnert mich stark an den FC Barcelona.

Pep Guardiola

Während das Guardiola-Team in der Vorsaison unaufhaltsam zur nationalen Meisterschaft eilte, ist das Titelrennen im Mutterland des Fußballs in dieser Spielzeit umso spannender. Die Citizens reisen zwar als Tabellenführer nach Gelsenkirchen, weisen mit 65 Zählern aber dieselbe Punktzahl wie der FC Liverpool auf und haben ein Spiel mehr auf dem Konto als die Mannschaft von Jürgen Klopp.

Nach einer Schwächephase am Ende des vergangenen Jahres mit zwei Niederlagen am Stück (2:3 gegen Crystal Palace, 1:2 bei Leicester City) hat sich der Titelverteidiger längst wieder gefangen. Beeindruckend war vor allem der 6:0-Erfolg gegen den FC Chelsea am 10. Februar, mit dem das Team seine Ansprüche auf den Gewinn der Meisterschaft eindrucksvoll untermauerte. „Der Wille, der Beste zu sein, ist unglaublich hier und erinnert mich stark an den FC Barcelona“, lobte Guardiola seine Spieler nach dem Abpfiff.

Mit seinen Teams war der Star-Coach bereits der Beste in Spanien, Deutschland und England. Nun will er Manchester City zur besten Mannschaft Europas krönen – und sich selbst damit zum dritten Mal zum Trainer des Champions-League-Siegers.

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