Arminia Bielefeld: Vom Sanierungsfall zum Aufstiegskandidaten

Zweifelsohne zählt Arminia Bielefeld zu den positiven Überraschungen in dieser Saison. Aktuell belegt der DSC in der Tabelle der 2. Bundesliga den zweiten Platz – und liegt damit vor weitaus höher gehandelten Vereinen wie dem VfB Stuttgart, dem 1. FC Nürnberg und Hannover 96. „Im Moment stehen wir sicher zu Recht da oben. Ob es am Ende so aussieht - das ist noch ein langer Weg“, sagt Trainer Uwe Neuhaus.

Uwe Neuhaus

Dass die Fans der Arminia vom Aufstieg träumen dürfen, hätten vor knapp zwei Jahren vermutlich nicht einmal die kühnsten Optimisten prophezeit. Denn Ende 2017 stand der Verein kurz vor dem finanziellen Kollaps. Die Bielefelder drückten Schulden in zweistelliger Millionenhöhe. Erst das „Bündnis Ostwestfalen“ bewahrte den Verein vor der Insolvenz. Der Zusammenschluss regionaler und lokaler Unternehmen, Sponsoren und Unterstützer legte mit seinem Engagement den Grundstein für den Aufschwung.

Jetzt zu sagen ‚Hey, wir wollen aufsteigen‘, das wäre unseriös.

Samir Arabi

Bereits in der zweiten Hälfte der vergangenen Spielzeit waren die Bielefelder gut drauf, schlossen sie doch die Rückrundentabelle auf Rang zwei ab. Nur der ostwestfälische Nachbar aus Paderborn war noch erfolgreicher. Zweitliga-Meister 1. FC Köln holte hingegen vier Zähler weniger als der DSC.

Fabian Klos ist einer der Erfolgsgaranten

Vor dem Saisonstart trat Sportchef Samir Arabi trotzdem auf die Euphoriebremse. „Jetzt zu sagen ‚Hey, wir wollen aufsteigen‘, das wäre unseriös“, meinte der 40-Jährige, dem es gelang, den Kader nahezu komplett beisammenzuhalten. Von den Leistungsträgern des Vorjahres verließ einzig Julian Börner den Verein. Den Innenverteidiger zog es in die englische Championship zu Sheffield Wednesday.

Mit 22 Toren sind die Ostwestfalen eine der torhungrigsten Mannschaften im deutschen Unterhaus. Nur der Hamburger SV traf bisher häufiger ins Schwarze. Treffsicherster Schütze in den Reihen der Arminia ist Fabian Klos (sieben Tore). „Er ist einer der gefährlichsten Zweitligastürmer, absolut überdurchschnittlich“, sagt Neuhaus über seinen Schützling.

Im kommenden Sommer geht Klos in sein zehntes Dienstjahr auf der Alm. Gegen einen Aufstieg, passend zum persönlichen Jubiläum, würde sich der Angreifer sicherlich nicht wehren. Denn eines gab der Torjäger unlängst zu. Er träumt davon, in seiner Karriere noch einen Treffer in der Bundesliga zu erzielen – und zwar im Trikot von Arminia Bielefeld.

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