Verlängerung, Platzverweise - und dann Raman: S04 steht im Viertelfinale

Der FC Schalke 04 hat sich in einem denkwürdigen Match gegen Hertha BSC für das Viertelfinale des DFB-Pokals qualifiziert. Benito Raman erzielte den entscheidenden Treffer in der Verlängerung für den S04, der mit 0:2 zurückgelegen hatte. In der Verlängerung waren Berlin-Profi Jordan Torunarigha und S04-Coach David Wagner zudem des Feldes verwiesen worden.

Benito Raman

Wagner nimmt vier Wechsel vor

Vier Tage nach dem 0:0-Unentschieden bei der Hertha baute Chef-Trainer David Wagner seine Startelf auf vier Positionen um. Jean-Clair Todibo, Nassim Boujellab, Alessandro Schöpf und Ahmed Kutucu spielten für Ozan Kabak, Weston McKennie, Suat Serdar und Benito Raman von Beginn an. Für Winter-Neuzugang Todibo war es der erste Startelf-Einsatz im Trikot des S04. Suat Serdar und Jonjoe Kenny mussten aufgrund einer Sprunggelenksverletzung passen, Markus Schubert fehlte weiterhin wegen einer Patellasehnenreizung.

Köpke trifft, Harit im Pech

Nach einer längeren Abtastphase zu Beginn hatten die Gäste die erste Möglichkeit der Partie. Marius Wolf schoss aus spitzem Winkel von der rechten Seite, Matija Nastasic fälschte ab – und die Kugel flog beinahe über Alexander Nübel hinweg ins Tor (10.). 180 Sekunden später jubelte das Team aus der Hauptstadt dann. Wolf flankte von der rechten Seite in die Mitte, Pascal Köpke war zur Stelle und traf aus fünf Metern mit dem Fuß (13.).

Dem S04 wäre nur wenige Augenblicke später fast der Ausgleich geglückt – Zentimeter fehlten. Amine Harit brachte den Ball nach Doppelpass mit Michael Gregoritsch an Rune Jarstein vorbei, Jordan Torunarigha klärte noch gerade so, bevor das Spielgerät die Torlinie gänzlich überschritt. Kurz darauf scheiterte Harit mit einem Distanzschuss am Hertha-Keeper (14.).

Piatek erhöht sechs Minuten vor der Pause

In der Folge passierte vor den jeweiligen Toren nur wenig. Schalke hatte mehr Ballkontrolle, aber fand die Lücken in der Defensive der Gäste nicht. In der 34. Minute forderten die S04-Fans einen Handelfmeter, aber die Distanz war für Referee Harm Osmers zu kurz, als Wolf den Ball von Kutucu an die Hand bekam. Auch fünf Minuten später entschied der Schiedsrichter nicht auf Handspiel im Strafraum, als Niklas Stark das Spielgerät an die Hand bekam. Noch bitterer: Im Gegenzug konterte die Hertha über Köpke, der Krzysztof Piatek bediente. Aus zwölf Metern überwand der Pole Nübel mit einem Rechtsschuss ins rechte Eck.

Der S04 versuchte es in den Schlussminuten noch mal, Amine Harit konnte eine Hereingabe von Bastian Oczipka nach sehenswertem Konter nicht kontrollieren (43.). Hertha-Verteidiger Dedryck Boyata unterlief wenig später nach flacher Hereingabe von Daniel Caligiuri beinahe ein Eigentor, der Ball strich am rechten Pfosten vorbei (45.). Somit ging es mit einem 2:0 für die effizientere Mannschaft in die Kabinen.

Schalke zunächst noch ohne Abschlussglück

Die Königsblauen suchten den Weg nach vorne, fanden zunächst aber nur sporadisch die Lücken. Nachdem Omar Mascarell einen Piatek-Schuss im entscheidenden Moment noch blockte (57.), wurde es für das Berliner Tor nach einem schönen Konter des S04 gefährlich. Harit bediente Gregoritsch auf links, der Österreicher zog in den Strafraum und visierte mit links die kurze Ecke an – das Spielgerät flog übers Tor.

Sechs Minuten später erreichte der eingewechselte McKennie den Ball nicht, als Schöpf ihn im Sechzehner mit einem Querpass bedienen wollte. Boyata war vor dem US-Amerikaner am Ball. Auch als Oczipka sich sehenswert von links in den Strafraum dribbelte, fehlte nicht viel, als er mit einem scharfen Zuspiel vors Tor Gregoritsch leider nicht fand (66.).

Caligiuri und Harit stellen auf 2:2

Zehn Minuten später belohnten sich die Knappen endlich. Harit schickte Caligiuri auf die Reise, der im Strafraum mit rechts nach innen zog und Jarstein mit einem Linksschuss überwand (76.). Sechs Minuten später waren es wieder Harit und Caligiuri, die maßgeblich am nächsten Treffer der Knappen beteiligt waren. Caligiuri spielte von rechts einen schönen Querpass durch den Strafraum, Schöpf ließ den Ball absichtlich durchgehen zu Harit, der die Kugel noch annehmen konnte und Jarstein dann aus acht Metern überwand!

In der Schlussminute hätte die VELTINS-Arena dann beinahe noch mal gejubelt. Mascarell flankte von rechts mit links in den Sechzehner, suchte Gregoritsch, der nicht richtig rankam. Trotzdem schlug es beinahe im langen Eck ein, Jarstein klärte zur Ecke. Zu diesem Zeitpunkt war der S04 nur noch mit zehn Mann auf dem Platz, da Caligiuri nach einem Zweikampf nicht mehr weiterspielen konnte. Juan Miranda ersetzte den Rechtsverteidiger zu Beginn der Verlängerung.

Wagner und Torunarigha fliegen, Raman erlöst den S04

In dieser war Schalke das aktivere Team und hatte in der 99. Minute die erste dicke Chance zum 3:2. Miranda flankte von links zum einstartenden Raman, der die Kugel akrobatisch mit dem rechten Außenrist nahm. Aus sieben Metern flog das Spielgerät knapp über den Kasten.

Dann wurde es hektisch. In der 102. Minute gab es einen Zweikampf an der Schalke-Bank zwischen Mascarell und Torunarigha. Daraufhin kam es zu einer Szene zwischen dem Hertha-Spieler und Knappen-Coach Wagner, bei der der 48-Jährige dem Berliner nach dessen Sturz aufhelfen wollte. Torunarigha sah, weil er eine Getränkekiste auf den Boden schmiss, von Osmers die Gelb-Rote Karte. Nach Einmischung des Video-Assistenten schaute sich der Referee die Szene noch mal an – und zückte Rot für Wagner. Eine Entscheidung, die aus dem königsblauen Lager niemand nachvollziehen konnte.

Auf dem Platz aber hatte Schalke nun Überzahl, die die Königsblauen spät zu nutzen wussten. Nach einem Eckball der Hertha spielte Miranda einen langen Ball nach vorne, Raman nahm die Kugel wunderbar mit, ließ Klünter stehen und tunnelte Jarstein. Die komplette Schalker Bank sprintete auf den Rasen und jubelte mit dem Torschützen, der wenige Sekunden vor Abpfiff noch die Chance zum 4:2 hatte. Diese vergebene Torchance war aber letztlich egal, Schalke gewann mit 3:2 und zog ins Viertelfinale des DFB-Pokals ein.

Am Samstag kommt Paderborn in die VELTINS-Arena, Auslosung am Sonntag

Die Viertelfinal-Duelle im DFB-Pokal steigen am 3. und 4. März. Auf wen die Königsblauen treffen werden und ob sie dabei Heimrecht genießen, entscheidet sich am Sonntag (9.2.), wenn um 18 Uhr die Paarungen in der ARD-Sportschau ausgelost werden.

In der Bundesliga steht das nächste Heimspiel für die Wagner-Elf bereits in 04 Tagen an. Am Samstag (8.2.) empfangen die Königsblauen den SC Paderborn 07 zum 21. Bundesliga-Spieltag. Anpfiff in der VELTINS-Arena ist um 15.30 Uhr. Für das Duell mit dem Aufsteiger sind auf store.schalke04.de noch Tickets verfügbar.

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