3:0-Finalsieg! Schalkes Frauen triumphieren im Westfalenpokal gegen Bielefeld

Der Westfalenpokalsieg als Krönung einer großartigen Saison: Am Donnerstag (04.6.) besiegte Team I den klassenhöheren DSC Arminia Bielefeld im Endspiel des K.o.-Wettbewerbs mit 2:0. Die Treffer bei wechselhaftem Wetter im Parkstadion markierten Alessandra Vogel (42.), Nathalie Bollmann (62.) und Laura Radke (108.). Für einen Wermutstropfen sorgte allerdings die Verletzung der Bielefelder Torhüterin Lisa Venrath.

Jolina Opladen links und Nathalie Bollmann rechts jubeln gemeinsam euphorisch über ein Tor im Westfalenpokalfinale.

Im Duell um den Pokal ging es im Parkstadion vor rund 1900 Zuschauern sofort heiß her. Die erste offensive Aktion des Endspiels gehörte allerdings den Ostwestfalen: Sophia Thiemann flankte von links in den Fünfmeterraum, in der Mitte fand sie Maren Marie Allmeroth. Ihr Kopfball ging rechts am Kasten vorbei (2.). Nur eine Zeigerumdrehung später kamen die Schalkerinnen vors Tor: Nathalie Bollmann spitzelte den Ball quer in den Sechzehner zu Jolina Opladen, die im letzten Moment am Schuss gehindert wurde. Sechs Minuten danach machten es die Königsblauen in umgekehrter Abfolge. Diesmal bediente Jolina Opladen sehenswert Nathalie Bollmann, ihren Abschluss links im Strafraum konnte Arminias Torhüterin Lisa Venrath gerade so noch über die Latte lenken.

Die Gastgeberinnen kamen in der Folge immer besser in die Partie und durch Bälle in die Tiefe wiederholt zu gefährlichen Momenten. Zunächst nutzte Jolina Opladen in der zwölften Minute einen solchen aber nicht, 120 Sekunden danach agierte auch ihre Offensivkollegin Nathalie Bollmann auf dem Weg zum gegnerischen Gehäuse ein wenig überhastet. Beide Male setzte Jule von der Laan die Angreiferinnen in Szene.

Jolina Opladen im Zweikampf mit einer Bielefelder Abwehrspielerin. Opladen behält auf den Beinen den Bein, die Bielefelderin versucht ihn abzugrätschen.

Immer wieder überlisteten die S04-Frauen die Bielefelder mit Tempo über die Außen, zwingend wurden sie dabei Mitte der ersten Halbzeit aber nur zu selten. Die Armininnen präsentierten sich in der Phase plötzlich auch wieder aktiv – ein Flachschuss von Jocelyn Hampel stellte Julia Matuszek jedoch vor keine Herausforderung (26.). Nach einer längeren Durststrecke und mittlerweile im strömenden Regen zitterte dann das Bielefelder Aluminium. Joline Opladen legte im Strafraum einen hohen Ball zurück auf Jule von der Laan, die volley die bis dahin beste Chance produzierte (41.).

Nur wenige Augenblicke später bekam der S04 eine Ecke zugesprochen, die Jule von der Laan kurz zu Pauline Dallmann spielte. Die Mittelfeldspielerin zog das Leder scharf in den Strafraum, wo zunächst Jolina Opladen per Kopf wieder den Querbalken traf. Den Abpraller drückte Alessandra Vogel schließlich zum umjubelten 1:0 über die Linie. Die Halbzeitführung für Königsblau!

Die S04-Frauen jubeln über einen Treffer im Westfalenpokalfinale.

Die zweite Hälfte begann optisch ähnlich wie die erste: In der 47. Minute war es einmal mehr ein Steckpass von Jule von der Laan, der die Bielefelder Defensivreihe in Aufruhr versetzte. Nathalie Bollmann scheiterte als Zielspielerin am linken Außennetz. Elf Minuten später ließ Jolina Opladen erst zwei Gegenspielerinnen aussteigen, bevor sie diesmal zur Vorbereiterin für Jule von der Laan wurde. Die Nummer 14 der Knappen scheiterte aber mit einem Linksschuss ins kurze Eck.

Der DSC reagierte auf die erneute Drangphase der Schalkerinnen mit seiner besten Möglichkeit in der 61. Minute: Julia Matuszek parierte jedoch glänzend vor der freistehenden Jocelyn Hampel. Auf den Bielefelder Vorstoß fand der S04 sofort eine Antwort: Das 2:0 nur eine Minute später. Nathalie Bollmann nahm einen langen Schlag vor Arminia-Torhüterin Lisa Venrath auf, umkurvte diese an der Sechzehnmeterkante und schob aus spitzem Winkel vor der grätschenden Verteidigerin Marie Bärenwaldt ins verwaiste Tor ein. Bei der Aktion verletzte sich Bielefelds etatmäßige Nummer 1 schwer. Nach längerer Behandlungspause ging es mit Kira Kutzinski im Kasten der Ostwestfalen weiter.

Nathalie Bollmann im blauen Schalke Trikot befindet sich im Laufduell mit ihrer Bielefelder Gegenspielerin im weißen Trikot mit der Nummer 29.

Der Spielfluss litt auch danach aufgrund weiterer Unterbrechungen merklich. Lisa Venrath musste unter aufmunterndem Beifall der Zuschauer abtransportiert werden. Fünf Minuten vor dem regulären Ende zeigten die Königsblauen noch mal ihr spielerisches Können. Im Anschluss an einen hohen Ballgewinn bediente Dana Marie Salic Torjägerin Jolina Opladen, die aus elf Metern aber an Kira Kutzinski hängenblieb.

Während der 15-minütigen Nachspielzeit suchte der DSC noch mal sein Heil in der Offensive – allerdings vergeblich. Stattdessen schraubten die Gastgeberinnen das Ergebnis mit dem Schlusspfiff in der 108. Minute auf 3:0. Die eingewechselte Laura Radke leitete im Mittelfeld selbst mit einem langen Pass auf Jolina Opladen ein, bekam das Spielgerät in der Bielefelder Box wieder und blieb cool. Der Rest war großer Jubel auf Seiten des Team I, das nach dem Kreispokalsieg und dem Aufstieg in die Regionalliga die Saison 2026/2027 mit dem Erfolg im Westfalenpokal veredelte und somit nächstes Jahr für den DFB-Pokal qualifiziert ist.

Das sagt der Trainer

„Wir wollten in dieser Saison den maximalen Erfolg. So ein intensives Finale zu spielen, ist die richtige Antwort darauf. Ich freue mich für meine Spielerinnen, dass sie sich für die harte Arbeit, die sie das ganze Jahr betrieben haben, mit dem Triple-Gewinn belohnt haben“, sagt Chef-Trainer Stefan Colmsee stolz. „Der Weg ins Finale war lang und wir haben Runde für Runde gegen Regionalligisten gewonnen. Deshalb haben wir heute auch keinen Druck verspürt, sondern wollten einfach nur Fußball spielen. Gerade überwiegen einfach nur Freude, Glücksgefühle und Stolz. Von der ersten Aktion an hatte ich das Gefühl, dass wir uns heute hier den Pokal holen, weil wir in jeder Situation präsent und griffig waren.“ Colmsee weiter: „Alles, was wir uns vorgenommen haben, hat funktioniert. Trotz einiger guter Aktionen für Bielefeld waren wir insgesamt über das ganze Spiel hinweg die bessere Mannschaft. Mit dem Pokalsieg belohnen wir uns für eine herausragende Saison.“