Rosa Parks trifft Ernst Alexander

Kurz vor Anpfiff der Bundesliga-Partie gegen den SC Paderborn 07 (8.2.) sorgte der FC Schalke 04 für strahlende Gesichter bei Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften der Rosa-Parks-Schule der Stadt Herten. Für ihr Engagement gegen Rassismus, Diskriminierung und Antisemitismus verlieh der S04 ihnen gemeinsam mit der vereinseigenen Stiftung Schalke hilft! auf dem Rasen der VELTINS-Arena die Ernst Alexander Auszeichnung.

Rosa Parks – ein Schulname, der verpflichtet: Die Afro-Amerikanerin hatte sich in den Fünfzigerjahren geweigert, ihren Sitzplatz im Bus für einen weißen Fahrgast freizumachen, woraufhin sie verhaftet wurde. Aufgrund ihres friedlichen Widerstands gilt sie als Mitbegründerin der Bürgerrechtsbewegung in den USA. 2008, mehr als ein halbes Jahrhundert später, sind Schülerinnen und Schüler in Herten so angetan vom mutigen Auftreten der Amerikanerin, dass sie sich dafür einsetzen, ihre Schule umzubenennen. Seitdem ist der Name Verpflichtung und Ansporn zugleich, sich für ein friedliches Miteinander aller Menschen – ohne Rücksicht auf ihre Herkunft, Hautfarbe, Religion oder sexuelle Orientierung – einzusetzen.

Vorstandsmitglied Peter Peters betonte in seiner Rede, dass es nicht nur ein Projekt ist, für das die Gesamtschule die königsblaue Auszeichnung erhält: „Das Engagement füllt mittlerweile eine lange Liste. Die Schule setzt sich in herausragender Weise im Sinne ihrer Namenspatin für Integration und Demokratie ein. Rosa Parks – ein starker Name für eine starke Schule.“

Zur Verleihung der Ernst Alexander Auszeichnung waren auf Einladung des S04 insgesamt 80 Schüler/innen und Lehrer/innen angereist – zum Anlass passend in dem von ihnen gestalteten Antirassismus-Bus der Vestischen Straßenbahnen GmbH, der seit 2016 im Linienverkehr im Einsatz ist. Zunächst durften die Gäste hinter die Kulissen eines Heimspieltags in der VELTINS-Arena blicken. Anschließend begrüßten Sebastian Buntkirchen, Geschäftsführer der Stiftung Schalke hilft!, und Aufsichtsratsmitglied Heiner Tümmers die Delegation. Bei einem Imbiss im Schalke Museum inspizierten die Hertener die Museumstafeln, die die Schule zukünftig als Träger der Ernst Alexander Auszeichnung ausweisen werden.

Mit der jährlichen Vergabe der Ernst Alexander Auszeichnung verdeutlicht der FC Schalke seine demokratische Grundhaltung. Ernst Alexander war ein jüdischer Spieler des Vereins, den die Nationalsozialisten 1942 in Auschwitz ermordeten. Durch die Ehrung, die 2018 zum ersten Mal verliehen wurde, holt der FC Schalke 04 ihn und alle anderen jüdischen Mitglieder, die entrechtet, verfolgt und ermordet wurden, symbolisch in die Vereinsfamilie zurück.

Die mit 1904 Euro dotierte Auszeichnung wird jeweils rund um den Geburtstag von Ernst Alexander am 5. Februar vergeben. In diesem Jahr war die Verleihung wichtiger Teil des #stehtauf-Aktionsspieltags, mit dem der Verein sein Engagement für ein tolerantes, vielfältiges Schalke in zahlreichen Aktionen zum Ausdruck brachte.

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