IHRA: Schalke 04 übernimmt Arbeitsdefinition Antisemitismus

Bedeutsamer Schritt: Der FC Schalke 04 hat im Rahmen seiner #stehtauf-Woche die Arbeitsdefinition Antisemitismus der International Holocaust Remembrance Alliance angenommen. Damit verpflichtet sich der Verein im Kampf gegen Antisemitismus – und bezieht klar Stellung.

#stehtauf

Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen: darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben.

Primo Levi, italienischer Autor und Überlebender des Holocaust

Antisemitismus, die Feindschaft gegenüber Juden, ist keine Erscheinung der Neuzeit, sie reicht sogar bis in die Antike zurück. Viele Formen – meist getarnt – sind aber neu: Hinter Aussagen wie „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“ versteckt sich häufig auch Antisemitismus – mal als angebliche Israelkritik, in Form einer Verschwörungstheorie, als Relativierung oder Leugnung der Geschichte.

Auch im Fußball ist Antisemitismus nicht völlig fremd – hier haben gerade die Clubs eine große Verpflichtung, Vorfällen nachzugehen, Fans, Mitarbeiter und Verantwortliche aufzuklären und so Bewusstsein für die Problematik zu schaffen.

Der FC Schalke 04 engagiert sich bereits seit Jahren gegen Antisemitismus und Rassismus. Als erster Bundesligist integrierte er 1994 die Ächtung von Rassismus in seine Vereinssatzung. Ebenso übernahm er 2004 eine Vorreiterrolle, indem er sein Verhalten in der NS-Zeit in einer wissenschaftlichen Studie untersuchen ließ. Seit einigen Jahren organisiert die Abteilung Fanbelange zusammen mit Schalke hilft! und dem Schalker Fanprojekt Bildungsreisen – unter anderem auch in das ehemalige Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz.

Klares Zeichen gegen Antisemitismus

Mit der Verpflichtung der Arbeitsdefinition Antisemitismus geht der Verein noch einen Schritt weiter: „Wir wollen ein klares Zeichen setzen – Antisemitismus hat in unserer Gesellschaft und natürlich auch auf Schalke nichts zu suchen. Seit Jahren engagieren wir uns mit vielfältigen Aktionen aktiv gegen Ausgrenzung und Diskriminierung und sind besonders stolz, dass unsere Fans und Mitglieder dieses Selbstverständnis schon lange und mit großem Engagement leben“, so Alexander Jobst, Schalkes Vorstand für Marketing, Vertrieb und Organisation.

Lord Mann, der Antisemitismus-Beauftragte des Vereinigten Königreichs, zu Schalkes Schritt: „Heute hat Schalke sein Engagement im Kampf gegen Judenhass bekräftigt – ich begrüße Schalkes Führungsrolle in diesem Bereich.“

Die IHRA ist die führende internationale Institution um Aufklärung, Forschung und Erinnerung im Bereich des Holocausts sowie des Völkermords an den Sinti und Roma zu fördern, voranzubringen und zu unterstützen. Im März 2020 übernahm Deutschland für ein Jahr den Vorsitz der Internationalen Allianz zum Holocaust-Gedenken. Schwerpunkt des deutschen Vorsitzes ist die Bekämpfung der Relativierung und Verfälschung des Holocaust.

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