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Studie: S04-Heimspiele beleben Gelsenkirchens Innenstadt
Wenn der S04 zuhause spielt, ist das nicht nur rund um die VELTINS-Arena zu spüren. Eine aktuelle Studie zeigt: Heimspiele der Königsblauen erhöhen die Passantenfrequenz in Gelsenkirchens Innenstadt im Schnitt um 13,9 Prozent – das entspricht immerhin rund 2.600 zusätzlichen Passanten je Heimspiel, von denen Handel und Gastronomie profitieren.
Fußball bewegt eine Stadt weit über das Stadion hinaus. Wie groß der Einfluss von Heimspielen auf deutsche Innenstädte tatsächlich ist, haben der Lehrstuhl für Digitales Marketing der WHU – Otto Beisheim School of Management und die hystreet GmbH untersucht. Dafür analysierten die Forschenden 2.071 Heimspiele der Bundesliga und 2. Bundesliga über vier Spielzeiten von 2022/2023 bis 2025/2026. Das Ergebnis: Heimspiele können die Frequenz in Innenstädten um bis zu 23 Prozent steigern.
Schalke auf Rang drei
Auch für Gelsenkirchen zeigt die Untersuchung einen deutlichen Effekt: An Heimspieltagen des FC Schalke 04 liegt die Passantenfrequenz in der Innenstadt im Durchschnitt 13,9 Prozent höher. Das entspricht laut Studie rund 2.600 zusätzlichen Passanten je Heimspiel. In der nach der Ligazugehörigkeit der Saison 2026/2027 zusammengestellten Bundesliga-Tabelle belegt der S04 damit Rang drei hinter Bayer 04 Leverkusen und Borussia Dortmund.
Die Untersuchung zeigt zugleich, dass volle Stadien bundesweit nicht zwangsläufig für mehr Betrieb in den nahegelegenen Einkaufsstraßen sorgen. „Volle Stadien bedeuten nicht automatisch volle Innenstädte“, sagt Prof. Dr. Christian Schlereth von der WHU. „Und hier existieren riesengroße Unterschiede, je nach Bundesligaverein.“
Fanwege und Anstoßzeiten spielen eine Rolle
Entscheidend ist nach Erkenntnissen der Studie unter anderem, wie sich Fans an einem Spieltag durch die Stadt bewegen. Die Lage des Stadions, Wege zwischen Bahnhof, Innenstadt und Arena sowie Verkehrs- und Shuttle-Konzepte können beeinflussen, wie stark zentrale Bereiche von einem Heimspiel profitieren. Auch die Anstoßzeit wirkt sich auf die Passantenfrequenz aus.
„Lange wurde darüber diskutiert, ob Fußball Innenstädte belebt – inzwischen lässt sich dieser Effekt erstmals systematisch und belastbar messen“, erklärt Nico Schröder von hystreet. Die Ergebnisse zeigen nach Einschätzung der Studienautoren, dass der Fußball damit nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich und gesellschaftlich auf eine Stadt wirken kann.
Mehr als 2.000 Heimspiele ausgewertet
Grundlage der Untersuchung sind 137 fest installierte Sensoren in 34 Städten. Für jedes der 2.071 untersuchten Heimspiele verglichen die Forschenden die tatsächliche Fußgängerfrequenz innerhalb eines 13-Stunden-Zeitfensters mit einem erwarteten Wert. Dieser basiert auf mehr als einer Million Beobachtungen an spielfreien Tagen und wurde unter anderem um Einflüsse von Wetter und Wochentag bereinigt.