Pokalsieger, Ehrenspielführer, Nachwuchscoach: Tomasz Waldoch wird 50 Jahre alt

Seit mehr als 20 Jahren - und damit fast sein halbes Leben - ist Tomasz Waldoch ein Königsblauer. Er ist Kapitän der Pokalsieger-Mannschaften 2001 und 2002, wird später zum Ehrenspielführer ernannt und fördert mittlerweile Talente in der Knappenschmiede. Am Montag (10.5.) feiert der sympathische Pole seinen 50. Geburtstag. Dazu gratuliert der FC Schalke 04 recht herzlich!

Tomasz Waldoch

Waldoch ist ein Musterprofi, ein Vorbild von den Haarspitzen bis zu den Stollen. Einer, den sich jeder Mitspieler und jeder Trainer wünscht. Der Verteidiger stellt sich nie selbst in den Mittelpunkt, ist aber immer für das Team da. Er ist der ruhende Pol einer erfolgreichen Mannschaft, die fast Deutscher Meister wird und zwei DFB-Pokalsiege einheimst. „Diese Mannschaft war ein verschworener Haufen“, blickt Waldoch auf die erfolgreiche Truppe zurück, die er als Kapitän aufs Feld führen durfte. Jeden Dienstag habe sich das Team damals privat im ‚Zutz‘ in Gelsenkirchen-Buer getroffen – ohne dass es dabei eine Vorgabe des Vereins gegeben hatte, erinnert er sich. „Am Anfang waren wir sechs oder sieben Spieler. Im Laufe der Saison fand sich dann plötzlich jeden Dienstag der gesamte Kader ein, sodass wir die Tische zusammenschieben mussten. In meinen Augen war dieser Zusammenhalt ein entscheidender Baustein für unseren Erfolg“, meint Waldoch.

Diese Mannschaft war ein verschworener Haufen.

Tomasz Waldoch

Welches Standing Waldoch bei seinen Mitspielern genießt, zeigt sich, als der verletzte Innenverteidiger im Mai 2001 im Berliner Olympiastadion den DFB-Pokal im Vereinsanzug als Erster in Empfang nehmen darf. Nach dem 2:0 im Endspiel gegen den 1. FC Union Berlin steigt der Pole als letzter Schalker auf das Podium und reckt mit Spielführerbinde über dem Ärmel die Trophäe in den Himmel. Das Feuerwerk kracht los, es regnet Konfetti – eine Szene, bei der ganz Schalke eine Woche nach der knapp verpassten Meisterschaft eine Gänsehaut bekommt.

Tomasz Waldoch beim Pokalfinale 2001

Waldoch nimmt Pokal im Vereinsanzug entgegen

„Huub Stevens hatte mir vor dem Spiel gesagt: Du gehst dann zuletzt hoch und nimmst den Pokal. Eine sensationelle Geste des Trainers und der Truppe“, erinnert sich Waldoch, für den der Gewinn des DFB-Pokals der erste Titel auf der Visitenkarte ist. Ein Jahr später lässt der Abwehrmann den zweiten Titel folgen – und dieses Mal steht er im Endspiel beim 4:2-Erfolg gegen Bayer Leverkusen auch auf dem Platz. Waldoch: „Da war ich endlich ein wahrer Pokalsieger!“

Huub Stevens hatte mir vor dem Spiel gesagt: Du gehst dann zuletzt hoch und nimmst den Pokal. Eine sensationelle Geste des Trainers und der Truppe.

Tomasz Waldoch

Der heute 50-Jährige, der das Fußball-ABC bei Stoczniowiecz Gdansk erlernt und über Gornik Zabrze (1988-1994) und den VfL Bochum (1994-1999) nach Gelsenkirchen kommt, ist auf dem Platz stets ein unermüdlicher Abwehrstratege, der durch gutes Stellungsspiel und ausgezeichnete Zweikampfwerte überzeugt. Er führt die Mannschaft, ohne ein Lautsprecher zu sein. Als er im Herbst seiner Karriere nicht mehr regelmäßig zum Einsatz kommt, beschwert er sich nicht öffentlich. Stattdessen trainiert Waldoch Tag für Tag hart und stellt den Erfolg der Mannschaft über sein eigenes Schicksal. Für seinen ausgeprägten Teamgeist bewundern ihn die Fans noch heute.

Ehrenspielführer ist Co-Trainer in der U23

Am 13. Mai 2006 bestreitet der Defensivmann gegen den VfB Stuttgart seine letzte Partie in der Bundesliga. Nachdem Waldoch in der zweiten Halbzeit von Trainer Mirko Slomka eingewechselt wird, trifft er bei seiner Abschiedsvorstellung – es ist sein 184. Pflichtspiel im königsblauen Trikot – zum 3:2-Endstand. Zu diesem Zeitpunkt steht bereits fest, dass Waldoch dem Verein erhalten bleibt. Er wird im Sommer 2006 Trainer in der Schalker Nachwuchsabteilung, absolviert wenig später erfolgreich den Fußballlehrer-Lehrgang an der Hennes-Weisweiler-Akademie in Köln und gibt sein Wissen bis heute – abgesehen von einer kurzen Unterbrechung, in der Waldoch als Sportdirektor für seinen polnischen Ex-Club Gornik Zabrze tätig ist – an die Talente der Knappenschmiede weiter. Derzeit ist der Schalker Ehrenspielführer Co-Trainer in der U23.

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