Florian Flick: Bundesliga-Fußball in ausverkauften Stadien - das kann ich kaum abwarten

1.397 Spielminuten verteilt auf 27 Liga-Partien: Florian Flick hat sich in dieser Saison mit starken Leistungen in der Lizenzmannschaft des FC Schalke 04 etabliert. Zwischen dem 23. und 34. Spieltag kam der Mittelfeldspieler, der sich gegen den FC St. Pauli einen Bruch der Kieferhöhle zugezogen hatte und vor wenigen Tagen operiert wurde, durchgehend zum Einsatz und trug zum Gewinn der Zweitliga-Meisterschaft bei. Im Interview mit schalke04.de spricht der 22-Jährige über diesen Erfolg, die Freude über die Berufung in den deutschen U21-Kader und seine persönliche Entwicklung.

Florian Flick

Florian, ihr seid Zweitliga-Meister. Wie fühlt sich das auch ein paar Tage später noch an?
Dass wir das geschafft haben, realisieren wir erst jetzt so richtig. In Nürnberg haben wir uns darüber natürlich sehr gefreut, nun müssen wir das Ganze etwas sacken lassen. Erst jetzt wird einem bewusst, was wir in dieser Saison erreicht haben.

Wie wichtig war der Teamgeist auf dem Weg zu diesem Erfolg?
Enorm wichtig! Insbesondere das Spiel gegen St. Pauli kann man diesbezüglich hervorheben, als wir zur Halbzeitpause mit 0:2 in Rückstand lagen. In der Pause haben wir uns gesagt, dass wir, wenn wir weiter zusammenhalten und zusammenstehen, die Qualität haben, um diese Partie noch zu drehen. Als Team haben wir das dann sehr gut gelöst.

Wenn du ein Highlight in dieser Saison herauspicken müsstest: Welches wäre das?
Da würde ich zwei Sachen nennen. Zum einen das Spiel gegen St. Pauli, das für uns den Aufstieg bedeutet hat. Zum anderen den Tag, als ich meinen Vertrag vorzeitig bis 2024 verlängert habe.

Erst jetzt wird einem bewusst, was wir in dieser Saison erreicht haben.

Florian Flick

Nun gab’s ein weiteres Highlight: Du bist erstmals in den U21-Kader berufen worden.
Es ist eine sehr große Ehre für mich, zum ersten Mal für eine deutsche Nationalmannschaft nominiert worden zu sein. Ich habe einen Anruf von Nationaltrainer Antonio Di Salvo bekommen, in dem er mir gesagt hat, dass er mich in den beiden Qualifikationsspielen gegen Ungarn und Polen gerne dabeihätte. Im Anschluss kam offiziell die Einladung seitens des DFB für die Länderspiele.

Und wie groß ist die Vorfreude?
Riesig! Zumal es das allererste Mal der Fall ist, dass ich für eine Nationalmannschaft berufen wurde. Ich denke, dass ich mich im Team gut zurechtfinden werde, zumal ich Malick (Thiaw, Anm. d. Red.) durch den Verein bereits kenne.

Im Anschluss geht’s in die verdiente Sommerpause: Was steht dann an?
Konkrete Pläne habe ich nicht, aber ich werde an einen Ort fahren, an dem es warm ist und an dem es einen Strand gibt. Zusammen mit meiner Freundin werde ich dort ein paar Tage genießen, bevor es dann weitergeht.

27 Einsätze bekommt man nicht einfach so geschenkt.

Florian Flick

Du kommst in dieser Zweitliga-Saison auf 27 Einsätze, standest zum Ende der Spielzeit sehr häufig in der Startelf: Wie bewertest du die vergangenen Monate für dich persönlich?
Sehr positiv. 27 Einsätze bekommt man nicht einfach so geschenkt. Ich denke, dass ich mich in dieser Saison sehr gut entwickelt habe. Ich bin glücklich darüber, dass ich der Mannschaft helfen konnte.

Wo hast du deines Erachtens in dieser Saison einen Schritt nach vorn gemacht?
Ich habe am Anfang ein wenig gebraucht, um mich an die Körperlichkeit in der Zweiten Liga zu gewöhnen. Da habe ich auf jeden Fall einen Schritt nach vorn gemacht und mich mit dieser robusten Spielweise immer besser zurechtgefunden.

Im August startest du in deine erste komplette Bundesliga-Spielzeit: Wie sehr fieberst du dieser entgegen?
Ich durfte ja bereits vier Spiele in der Saison 2020/2021 bestreiten, aber leider ohne Fans. Jetzt gibt‘s dann Bundesliga-Fußball in ausverkauften Stadien – das kann ich kaum abwarten!

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