Michael Gregoritsch im Kreisel-Interview: Lustgewinn

Nach frustrierender Hinrunde in Augsburg eröffnet die Leihe zum S04 Michael Gregoritsch eine neue Chance. Im Interview mit dem Schalker Kreisel spricht der 25-jährige Angreifer über seine fußballverrückte Familie, einen kurvigen Karriereweg und Ruhrpottromantik.

Michael, du bist in einem sehr fußballaffinen Umfeld aufgewachsen. Wie hast du deine Kindheit erlebt?
Seit meinem dritten Lebensjahr gehe ich regelmäßig ins Stadion. Durch den Trainerjob meines Vaters war ich später ständig auf Sportplätzen unterwegs und hockte in Kabinen. Auch zu Hause habe ich in jeder freien Minute gekickt oder Fußball geschaut. Ich habe diese Zeit sehr genossen.

Unter deinem Vater Werner als Chef-Trainer hast du bei deinem Debüt in der Ersten Liga Österreichs vier Tage vor deinem 16. Geburtstag mit dem ersten Ballkontakt für den Kapfenberger SV getroffen.
Er teilte mir wenige Stunden vor Anpfiff mit, dass ich im Kader stehe. Richtig nervös bin ich allerdings erst geworden, als sich ein anderer Stürmer verletzte und ich zehn Minuten vor Schluss eingewechselt werden sollte. Glücklicherweise hatte ich ein gutes Gefühl, denn ich hatte noch im Vormittagstraining ein schönes Tor erzielt. Im Vergleich dazu war mein erster Ligatreffer relativ unspektakulär: Ich stand am zweiten Pfosten, bekam eine perfekte Flanke und habe den Ball über die Linie gedrückt. Natürlich habe ich mich unheimlich gefreut und bin direkt zur Bank gerannt, richtig realisiert habe ich das alles in diesem Augenblick aber nicht.

Ist dein Vater auch heute noch dein wichtigster Ansprechpartner im Fußball?
Ja, ich lege sehr viel Wert auf seine Meinung. Er ist in allen Belangen ein Vorbild für mich, genau wie meine Mutter und mein Bruder Matthias. Wie sich meine Eltern immer wieder gegenseitig hochziehen, imponiert mir sehr. Die schlimmste Erfahrung war die Krebserkrankung meines Vaters 1997, die er zum Glück überstanden hat. Ich war damals erst drei Jahre alt und habe gesagt, dass ich auch eine Glatze haben will – so wie Papa nach seiner Therapie.

Ich lege sehr viel Wert auf die Meinung meines Vaters. Er ist in allen Belangen ein Vorbild für mich, genau wie meine Mutter und mein Bruder Matthias.

Michael Gregoritsch

Trotz der engen Bindung zur Familie bist du 2012 bereits mit 18 Jahren zur TSG 1899 Hoffenheim gewechselt. Ein mutiger Schritt?
Konsequent würde ich ihn nennen. Hoffenheim hatte mich bereits ein Jahr zuvor verpflichtet, mich aber wieder an Kapfenberg verliehen. Darauf habe ich bestanden, weil ich unbedingt mein Abitur beenden wollte. Diese Sicherheit war auch meinen Eltern sehr wichtig, denn eine Profikarriere kann schnell vorbei sein.

In deiner Zeit beim VfL Bochum hast du später auch das Ruhrgebiet kennengelernt. Wie waren deine ersten Eindrücke?
Ich habe mich von Beginn an total wohlgefühlt. Vorher haben mir viele Leute erzählt, es sei alles sehr trist und hässlich, aber das ist Unsinn. Ich habe wahnsinnig viele schöne Ecken entdeckt und komme vor allem mit der herzlichen und direkten Art der Menschen sehr gut zurecht. Außerdem sind hier alle so fußballverrückt wie ich. Ich habe damals einige Bundesliga-Spiele besucht und war häufiger in der VELTINS-Arena.

Nachhilfe in Sachen Ruhrpott kannst du von deiner Freundin Katharina bekommen …
Oh ja (lacht). Sie kommt aus der Gegend und muss manchmal über mich schmunzeln, wenn ich mich aufrege, auf Österreichisch schimpfe und sie nichts versteht. Umgekehrt finde ich es witzig, wenn sie mir einen Spruch drückt wie: „Junge, watt iss!?“

Im kompletten Exklusiv-Interview in der Schalker Kreisel App, abrufbar ab Freitag (21.2., 12 Uhr), spricht Michael Gregoritsch außerdem über Integrationshelfer auf Schalke, neu entdeckten Sprintspaß und einen Videospielhelden auf seinen Schienbeinschonern.

Der Weg zum digitalen Kreisel

Voraussetzungen sind die S04-Mitgliedschaft sowie die kurze Anmeldung auf store.schalke04.de

Der schnellste Weg führt dann über die Schalke 04 App und den Navigationspunkt „Schalker Kreisel“, wo Königsblaue eine kurze Beschreibung sowie die Links zu den Stores finden. Dort kann die App direkt aufs Smartphone oder Tablet heruntergeladen werden.

Der Login erfolgt mit Benutzernamen und Passwort. Beim Benutzernamen handelt es sich in der Regel um die E-Mail-Adresse, also dieselben Zugangsdaten, die auch für den Login auf store.schalke04.de verwendet werden. Sollte das Passwort nicht mehr auffindbar sein, hilft die Funktion „Passwort vergessen“, um sich ein neues zuzulegen.

Alternativ zur Schalke 04 App können Fans die Schalker Kreisel App direkt im jeweiligen App Store ansteuern – einfach in der Suche „Schalker Kreisel“ eingeben.

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