Auf Training im „Home Office“ folgen Hausaufgaben am Schreibtisch

Bereits wenige Wochen nach seinem Wechsel aus Barcelona konnte Jean-Clair Todibo unterstreichen, dass er eine Verstärkung für die Knappen ist. Aufgrund der andauernden Corona-Pandemie ruht der Ball derzeit allerdings – die Spieler trainieren stattdessen individuell. schalke04.de hat den Franzosen im „Home Office“ erreicht.

Jean-Clair Todibo

Jean-Clair, das Wichtigste in diesen schweren Tagen interessiert uns als allererstes: Wie geht es dir?
Gesundheitlich habe ich keinerlei Probleme. Ich habe keine Beschwerden und spule Tag für Tag mein Trainingsprogramm ab, um mich fitzuhalten. Zwischendurch telefoniere ich immer wieder mit meiner Familie, die in Frankreich lebt. Auch ihr geht es zum Glück gut.

Du hast es gerade angesprochen, deine Familie ist aktuell nicht an deiner Seite. Wer unterstützt dich stattdessen im Alltag?
Mein wichtigster Ansprechpartner ist Massimo (Massimo Mariotti ist beim FC Schalke 04 seit dem 1. Juli 2019 als Leiter Integration und Betreuung tätig, Anm. der Redaktion). Er war schon vor der andauernden Corona-Pandemie stets eine wichtige Hilfe für mich und hat großen Anteil daran, dass ich mich nach dem Wechsel aus Barcelona nach Deutschland zügig in der neuen Umgebung zurechtgefunden habe. Wann immer ich eine Frage habe, steht Massimo mir mit Rat und Tat zur Seite.

Derzeit trainierst du ebenso wie deine Mitspieler zu Hause. Wie sieht dein Programm aus?
Ich gehe täglich joggen. Unser Trainerstab hat für jeden Spieler einen individuellen Plan ausgearbeitet, der genau festlegt, welche Läufe wir absolvieren sollen. Zudem hat der Verein uns Fahrradergometer, Fitnessbänder, Medizinbälle, Gewichte und weitere Trainingsutensilien zur Verfügung gestellt, mit denen ich in meiner Wohnung trainieren kann. Ich finde, das hat der Club kurzfristig alles sehr gut organisiert.

Was vermisst du in deinem Trainingsalltag am meisten?
Die Frage ist schnell beantwortet: meine Mitspieler! Einfach das ganze Ambiente und das Gefühl, wenn man zum Vereinsgelände fährt, in die Kabine kommt, gemeinsam auf den Platz geht und sich die Bälle zuspielt. Und danach der Moment, wenn man wieder in der Kabine sitzt und weiß, dass man gemeinsam eine gute Einheit absolviert hat.

Der Verein hat uns Fahrradergometer, Fitnessbänder, Medizinbälle, Gewichte und weitere Trainingsutensilien zur Verfügung gestellt.

Jean-Clair Todibo

Die Schalke-Fans haben dich zuletzt beim Voting unseres Partners Hagedorn zum ‚Spieler des Monats‘ gewählt. Was bedeutet dir solch eine Auszeichnung?
Das ist eine sehr große Ehre. Ich habe mich sehr gefreut, als ich erfahren habe, dass die Wahl der Fans auf mich gefallen ist. Die Nachricht hat mir noch einmal einen Schub gegeben. Deshalb ist es besonders schade, dass ich das in mich gesetzte Vertrauen aktuell nicht auf dem Platz zurückzahlen kann.

Betrachtet man deine ersten Auftritte im Schalke-Trikot, wirkt es so, als ob du keinerlei Anpassungsprobleme hattest.
Die Mannschaft hat mich von der ersten Sekunde an sehr gut aufgenommen. Das war für den Kopf sehr wichtig. An vielen Kleinigkeiten, an die ein Außenstehender nicht unbedingt als erstes denkt, musste ich aber gerade in den ersten Wochen sehr hart arbeiten. Damit meine ich vor allem taktische Dinge, denn jede Mannschaft spielt anders. Das hat schon einige Tage gedauert, bis ich alle Herangehensweisen und Ideen des Trainerteams verinnerlicht habe. Die ersten Spiele haben mir aber insgesamt ein sehr gutes Gefühl gegeben.

Welches Feedback hast du nach deinen ersten Spielen von David Wagner bekommen?
Der Trainer hat mir gesagt, dass er mit meinen Auftritten im Großen und Ganzen zufrieden war. Natürlich gibt es immer Details, an denen man noch arbeiten muss. Ich weiß, in welchen Bereichen ich mich noch verbessern muss und bekomme dabei von unserem Trainerstab großartige Hilfestellungen.

Wenn du mit dem Trainer sprichst, dann auf Englisch. Nutzt du die fußballfreie Zeit derzeit neben deinem Individualtraining auch, um ein bisschen Deutsch zu lernen?
Auf jeden Fall. Meine beiden Deutsch-Lehrer, das sind Massimo und Bodo Menze, stellen mir regelmäßig Material zur Verfügung, ich bekomme wie ein Schüler Hausaufgaben auf, denen ich mich widme. Ich habe in den vergangenen Wochen schon einiges gelernt, kann mich zum Beispiel bei anderen Menschen vorstellen, fragen wie es geht. Zudem pauke ich natürlich die fußballspezifischen Vokabeln, damit die Kommunikation mit meinen Mitspielern auf dem Platz vereinfacht wird.

Zum Abschluss haben wir noch eine Feierabend-Frage. Kannst du unseren Fans einen Film oder eine TV-Serie für die fußballfreien Abende empfehlen?
Ich schaue im Moment ‚The Last Kingdom‘ auf Netflix. Die Handlung spielt im 9. Jahrhundert, es gibt bereits drei Staffeln. Nach dem Training und den Deutsch-Hausaufgaben freue ich mich immer, dass ich wieder eine Folge auf Netflix gucken kann.

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