23. April: Verbale Höchststrafe für Schalke-Profis

Die Geduld der Schalker Anhängerschaft ist am Ende. 1:8 in München verloren, nur 1:1 im eigenen Stadion gegen Waldhof Mannheim und dann das: Im Kellerduell des 29. Spieltages verliert die Mannschaft von Horst Franz am 23. April 1988 mit 1:3 beim FC Homburg. Die Fans sind bedient und quittieren die desolate Vorstellung mit einem Gesang, der seitdem als verbale Höchststrafe der eigenen Anhänger gilt.

1988: ``Wir sind Schalker - und ihr nicht!`` feiert unrühmliche Premiere

Die Ausgangslage für die Partie des Tabellenletzten (FC Homburg) gegen den Vorletzten (Schalke 04) ist unmissverständlich: Wer verliert, steht mit einem Bein in der 2. Liga. Augenscheinlich verkennen die Gäste aus dem Ruhrgebiet den Ernst der Lage, denn die erste Halbzeit gehört den tapferen Gastgebern. Allerdings müssen die bis zur 54. Minute warten, ehe Wolfgang Schäfer die verdiente Führung erzielt.

Ausgerechnet Schalkes Ikone Klaus Fichtel unterläuft ein kapitaler Schnitzer. Im eigenen Strafraum lässt er sich ohne Not den Ball abjagen, und Schäfer schiebt am verdutzten Harald Schumacher vorbei zum 1:0 ein. Bei diesem Treffer ist Schalkes Keeper machtlos, 18 Minuten später indes ist er nicht ohne Schuld. Walter Kelsch zieht aus 20 Metern ab, Schumacher ist leicht geblendet von der Sonne und lässt den haltbaren Ball zum 2:0 passieren (72.).

Tschiskales Anschlusstreffer, ein 17-Meter-Freistoß in der 77. Minute, nährt die Hoffnungen der Schalker nur 13 Minuten lang, dann besiegelt Zbigniew Kruszynski kurz vor dem Schlusspfiff das Schicksal der Knappen an diesem Tag. Während die Homburger neue Motivation für den Abstiegskampf tanken, beginnt für die Profis in Blau und Weiß ein Spießrutenlauf.

Mehr als 100 Anhänger warten am Bus auf die einstigen Helden. Nicht um den Kickern den Rücken für den Bundesliga-Endspurt zu stärken, sondern um ihrem Frust Luft zu machen. Mit der Premiere von „Wir sind Schalker – und ihr nicht!“ zeigen sie deutlich, was sie über die Einstellung der Spieler denken.

Mannschaftsbetreuer Charly Neumann ist fassungslos. „Womit haben die Spieler das verdient? Aber ich kann auch die Fans verstehen. Wer weiß, ob sie den dritten Abstieg nochmal hinnehmen.“ Sie haben keine andere Wahl: Nach dem 34. Spieltag müssen die Knappen zusammen mit dem FC Homburg den Gang in Liga zwei antreten.

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