Nassim Boujellab: Die U23 war prägend für meine Weiterentwicklung

Im zweiten Anlauf hat Nassim Boujellab den Sprung in den Profikader geschafft. Vor knapp einem Jahr gab der 20-Jährige beim 1:0-Erfolg in Hannover sein Bundesliga-Debüt. Im Interview mit knappenschmiede.de spricht der Mittelfeldmann über die vergangenen Monate als Lizenzspieler, die Unterstützung von Gerald Asamoah und Torsten Fröhling sowie seine schönsten Momente in der Knappenschmiede.

Nassim, es ist jetzt knapp über ein Jahr her, dass du dein Profi-Debüt in der Bundesliga gegeben hast. Kannst du dich noch daran erinnern, wie sich das damals angefühlt hat?
Ich war sehr aufgeregt. Ich wusste genau, dass jetzt gleich mein größter Traum in Erfüllung geht. An einzelne Details aus dem Spiel kann ich mich nicht mehr wirklich erinnern. Aber natürlich hatte ich Gänsehaut!

Und dann bist du wenige Tage später das erste Mal in der VELTINS-Arena eingelaufen …
Ja! Ich stand im DFB-Pokal gegen Werder Bremen in der Startelf. Das werde ich nie vergessen: Du kommst aus dem Tunnel raus und schaust dich um – ein Gefühl, das sich nur schwer beschreiben lässt. Das sollte man einfach erleben. (schmunzelt)

Einen Tag nach dem Saisonende 2018/2019 hast du deinen ersten Profivertrag unterschrieben. Wie war das für dich?
Das hat meiner Familie und mir sehr viel bedeutet. Für uns war es wie eine Bestätigung, dass sich die harte Arbeit gelohnt hat. Ich habe damit einen großen Schritt gemacht. Mir war aber gleichzeitig auch bewusst, dass ich immer weiter hart an mir arbeiten muss, um mich oben durchsetzen zu können.

Nach deiner Zeit in der U19 war dein Weg auf Schalke nicht vorbei und du bist in die U23 gewechselt. Wieso hast du dich entschieden, in der Oberliga und für eine Zweite Mannschaft zu spielen?
Ich war schon ein bisschen enttäuscht, als ich es damals aus der U19 nicht direkt in den Profikader geschafft habe. Dann kamen aber Gerald Asamoah und auch Torsten Fröhling zu mir und überzeugten mich. Sie meinten, dass der Weg hier noch nicht vorbei ist und die U23 sehr wichtig für mich sein kann. In der Oberliga muss man sich vor allem auch körperlich durchsetzen und in dieser Hinsicht wollte ich mich auf jeden Fall verbessern. In den gemeinsamen Gesprächen wurde klar, dass ich immer wieder Möglichkeiten bekommen werde, mich zu zeigen.

Ich wurde in der U23 immer motiviert.

Nassim Boujellab

Genau das habe ich dann angenommen, noch härter gearbeitet und nie den Willen verloren, den Sprung in die Erste Mannschaft zu schaffen. Ich wurde in der U23 immer motiviert und habe dann meine Chancen bekommen. Man darf nie vergessen, dass die Zweite Mannschaft auch zur Knappenschmiede gehört und der Unterbau der Lizenzspielermannschaft ist. Viele wissen, dass die Knappenschmiede zu den erfolgreichsten Nachwuchsleistungszentren gehört. Von daher war ich wirklich sehr dankbar, dass ich diese Erfahrung mitnehmen durfte und mich in vielerlei Hinsicht enorm verbessern konnte.

Mit 14 Toren in der Oberliga Westfalen hast du vergangene Saison maßgeblich zum Aufstieg der U23 beigetragen. In der jetzigen Spielzeit hast du in der Regionalliga auch ab und zu ausgeholfen. Freust du dich darüber, dein altes Team punktuell zu unterstützen?
Ja, natürlich. Wenn ich die Jungs wiedersehe und mit ihnen spiele, ist das ein richtig gutes Gefühl. Es ist auf keinen Fall so, dass man die Menschen und alles andere vergisst, nur weil man bei der Ersten Mannschaft spielt. Ich habe immer noch einen sehr guten Kontakt zu allen und wir verstehen uns nach wie vor sehr gut. Ich bin dankbar, wenn ich zusätzlich bei der U23 weitere Spielpraxis sammeln kann.

Was würdest du jungen Spielern mit auf den Weg geben, die dich fragen, wie man es schafft, Profispieler zu werden? Gibt’s da sowas wie ein Geheimrezept?
Ich habe gelernt, dass Geduld sehr, sehr wichtig ist. Geduld und harte Arbeit sind das A und O für mich. Natürlich darfst du auch nie den Spaß am Fußball verlieren. Es wird auch immer wieder Rückschläge geben und dann kommt es darauf an, wie man damit umgeht. Ich weiß, dass es wichtig ist, immer nach vorne zu schauen, positiv zu bleiben und weiter hart zu arbeiten. Und irgendwann wird man dann dafür belohnt.

Damals bist du von Iserlohn nach Schalke gewechselt. Was war der ausschlaggebende Punkt, der für die Knappenschmiede gesprochen hat?
Ich hatte damals mehrere Angebote, wollte aber unbedingt nach Schalke. Die Knappenschmiede ist weltweit bekannt und ich wollte unbedingt ein Teil davon sein. So hatte ich die Chance, unter vielen Top-Trainern zu trainieren und meine Erfahrungen zu sammeln.

Welche Zeit in der Knappenschmiede war für dich die wohl prägendste?
Davon gab es viele! (lacht) Ich erinnere mich noch gut an die U16, in der ich noch ganz neu war und mir Frank Fahrenhorst damals aber direkt sein Vertrauen geschenkt hat. Auch die U19 unter Norbert Elgert war extrem wichtig für mich. Ich habe hart trainiert und auch er hat mir vertraut. Aus dieser Zeit habe ich so viel Wertvolles mitnehmen können. In der U23 wurde es dann körperlich härter und auf einmal habe ich gemerkt, dass man nicht mehr so leicht durchkommt. Ich musste mich richtig durchsetzen. Das sind alles sehr wichtige Phasen für mich gewesen.

Was war wohl dein schönster Moment in der Knappenschmiede?
Mein schönster Moment? Ich hatte sehr viele schöne Momente, aber ich glaube die Derbysiege, die wir in der U17, U19 und U23 gefeiert haben, waren auf jeden Fall die schönsten.

An welches Tor aus deiner Jugendzeit erinnerst du dich besonders gerne zurück?
Das war in der U23 gegen Paderborn. Ich habe schon mehrere Treffer aus der Distanz erzielt, aber der war definitiv am schönsten. Ich glaube, das war aus knapp 25 Metern und ich habe ihn voll in den Winkel gehauen. Was soll ich dazu noch sagen? (schmunzelt)

Hat deine Rückennummer eine besondere Bedeutung?
Die Rückennummer 16 hatte ich auch schon in der U23. Als ich dann zu den Profis kam, konnte ich die Nummer nicht direkt nehmen und hatte erst die 41. Mir war aber wichtig, dass ich später irgendwann die 16 bekomme, weil die Zeit bei der Zweiten Mannschaft sehr prägend für mich war. Prägend für meine Karriere, meine Weiterentwicklung und meinen Sprung in den Profibereich.

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