Handball: Am Spieltag mit Bundesliga-Schiedsrichtern unterwegs

Schalkes interner Schiedsrichterbetreuer Sebastian Zimny ist nicht nur für die königsblauen Amateur-Handballschiedsrichter da, sondern auch für die Bundesligaschiris Frederic Linker und Sascha Schmidt aus dem DHB-Elitekader. Am 29. Februar begleitete Zimny die beiden zu einer Bundesliga-Partie, deren Spielleitung Linker und Schmidt verantworteten. Ein Hintergundbericht aus der Perspektive von Sebastian Zimny.

All unsere Amateur-Handballschiedsrichter von Schalke 04 kennen den Tagesablauf: Etwa eine Stunde vor Spielbeginn fährt man los, kommt in die Halle, organisiert sich, pfeift und fährt wieder nach Hause. Bei Sascha und Frederic ist das eigentlich auch so, aber doch ganz anders. Wer denkt, die zwei machen an dem jeweiligen Tag nichts anderes als zu pfeifen, liegt ganz daneben.

Beide gingen auch am Spieltag zunächst ihrer regulären Arbeit nach. Aufgrund des Spielorts in Hannover musste Sascha sich aber schon früher in den Feierabend verabschieden. Von seiner Arbeitsstelle kommend, holte er mich gegen 13.30 Uhr ab. Danach wurde das Auto getauscht und anschließend Frederic abgeholt, der ebenfalls kurz zuvor erst Feierabend gemacht hatte. Um 14.15 Uhr starteten wir dann in Richtung Hannover. Nach etwa 250 Kilometern kamen wir gegen 17 Uhr beim TSV Hannover-Burgdorf an. Das waren zwei Stunden vor Spielbeginn. Ich dachte, was macht man denn bitte jetzt zwei Stunden lang?

Ich dachte, was macht man denn bitte jetzt zwei Stunden lang?

Sebastian Zimny

Aber alles sollte schneller gehen, als ich vermutete: Erst einmal ging es für uns in die Schiedsrichterkabine. DHB-Jacken übergezogen und dann ab in die Halle, um den Videobeweis und die Buzzer für die Mannschaftsauszeiten zu überprüfen. Danach die Zeitnehmerin, Sabine Langer, und den Sekretär, Jens Gebler, begrüßen. Zeitgleich stieß auch Frank Böllhoff zu uns, der an dem Abend die Spielaufsicht verantwortete. Nach der Begrüßung und einer ausführlichen, technischen Kontrolle ging es zurück in die Kabine auf einen kleinen Snack. Immer noch eine Stunde bis Spielbeginn, aber schon zum nächsten offiziellen Programmpunkt: der technischen Besprechung. Nach 15 Minuten aber auch schon wieder zurück. Ab jetzt ging alles ganz schnell. Sich umziehen, dehnen und 30 Minuten vor Spielbeginn erstamals die Halle betreten.

Während sich Sascha und Frederic aufwärmten, durfte ich meinen Platz auf der Tribüne einnehmen. Von diesem aus erlebte ich ein spannendes und enges Spiel, an dem Hannover-Burgdorf als Sieger von Platz ging, nachdem der TVB Stuttgart über 50 Minuten geführt hatte. Sascha und Frederic leiteten das Spiel souverän und ruhig. Klasse, Ihre Ruhe dabei zu beobachten.

Beide gingen nach Abpfiff schnell duschen und eine Kleinigkeit essen. Mittlerweile war es schon 21.15 Uhr. In Anbetracht dessen,  dass beide am nächsten Tag, wieder zur Arbeit mussten, ging es die 250 Kilometer schnellstmöglich zurück in die Heimat. Um 0.30 Uhr war auch ich dann wieder bei mir zu Hause. Das bedeutete, dass wir rund elf Stunden unterwegs waren, für ein Spiel, welches inklusive Pause rund 90 Minuten gedauert hatte.

Aber man hat gemerkt, wie leidenschaftlich Sascha und Frederic dabei sind und damit lohnt sich auch dieser Aufwand. Am Ende möchte ich noch einmal bei den beiden bedanken, die ich an diesem langen Tag begleiten durfte. Mir ist bewusst, dass diese Einblicke nur wenige Schiedsrichter bekommen werden. Umso stolzer sind wir, dass unsere Schiedsrichter-Gemeinschaft in der Handballabteilung des FC Schalke 04 viele solcher Momente erfahren darf.“

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