VfL Osnabrück: Nach schweren Jahren auf Tuchfühlung zur Drittligaspitze

Der VfL Osnabrück befindet sich vor dem Rückrundenstart in der 3. Liga im engen Kontakt zu den Aufstiegsplätzen. Um im Jahr 2026 weiter ganz oben mitzuspielen, lotsten die Lila-Weißen bereits einen namhaften Neuzugang an die altehrwürdige Bremer Brücke. Die soll ab kommenden Sommer einen moderneren Anstrich erhalten.

Timo Schultz, der Chef-Trainer des VfL Osnabrück, trägt während einer Partie seines Vereins eine schwarz-weiße Winterjacke und eine Kappe mit dem lila-weißen Logo.

Der Jahresausklang 2025 war nicht nach dem Geschmack des VfL Osnabrück. Mit 1:2 verlor der Verein aus Niedersachsen vor den eigenen Fans gegen die Reserve des VfB Stuttgart und verpasste es somit, sich bis auf den Relegationsrang vorzuschieben. „Es war trotzdem eine gute Hinrunde“, bilanzierte Chef-Trainer Timo Schultz, der mit seiner Mannschaft vor dem Rückrundenbeginn bei Alemannia Aachen (17.1.) Platz sechs belegt.

Das Duell mit dem VfB bezeichnete er gewissermaßen als „Spiegelbild“ der bisherigen Heimspielauftritte: Großer Aufwand und zahlreiche Torchancen reichten nicht für den fälligen Ertrag. Anders als in der Fremde, in der die Lila-Weißen bisher die zweitmeisten Punkte holten, mangelt es zu Hause schlichtweg an der Effizienz. Bei nur vier Zählern Rückstand auf Tabellenführer Energie Cottbus und zwei auf den Ligadritten MSV Duisburg ist in der eng umkämpften Runde bis zum 38. Spieltag dennoch alles drin.

Offensive Abhilfe soll ab sofort Winter-Verpflichtung Julian Kania leisten. Der Mittelstürmer von Arminia Bielefeld kommt mit der Empfehlung von 14 Treffern in der vergangenen Drittligasaison nach Osnabrück und ist vorerst bis Sommer vom Zweitliga-Aufsteiger ausgeliehen. Bestenfalls stellt sich der 24-Jährige als fehlendes Puzzlestück für die eigene Rückkehr ins deutsche Unterhaus heraus, in der die Lila-Weißen letztmals in der Spielzeit 2023/2024 mitwirkten – als Schlusslicht jedoch den Gang hinunter antreten mussten.

Umbruch vor der Saison, Umbau nach der Saison

Eine Klasse tiefer trudelte die Fahrstuhlmannschaft ziemlich überraschend einem erneuten Abstieg in die Regionalliga entgegen: Unter Ex-Coach Marco Antwerpen verbuchte der VfL letztes Jahr erst kurz vor Toresschluss das sichere Ticket für eine weitere Spielzeit in der 3. Liga. Der Moment für einen Umbruch war gekommen. Timo Schultz, zuvor in Deutschland schon beim 1. FC Köln und dem FC St. Pauli tätig, übernahm den Trainerposten. Hinzu kamen neue Leistungsträger wie Patrick Kammerbauer (SC Verl), Bjarke Jacobsen (SV Wehen Wiesbaden) oder Robin Meißner (Dynamo Dresden). Ehemals prägende Gesichter wie Ba-Muaka Simakala (Araz-Nakhchivan PFK) oder Maxwell Gyamfi (1. FC Kaiserslautern) verließen den Verein.

Im aktuellen Kader befinden sich mit Yiğit Karademir (2019-2022) und Niklas Wiemann (2015-2019) auch zwei ehemalige Jugendspieler des FC Schalke 04. Ab der kommenden Saison wird das Duo, so wie alle, die es mit dem VfL Osnabrück halten, unabhängig von der Ligazugehörigkeit Veränderungen im eigenen Stadion wahrnehmen. Dann nämlich soll die bereits 1933 eröffnete Bremer Brücke nach und nach saniert werden. Der Verein betont dabei, „den Mythos Bremer Brücke“ bewahren zu wollen.

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