SCO Angers: Mit harter Arbeit, aber ohne Weltfußballer

„Lionel Messi wechselt zu französischem Zweitligisten!“ Die Meldung dreht im Spätsommer 2012 ihre Runde durch internationale Gazetten. Die Schlagzeilen sind nicht objektiv falsch, schließlich heuert Lionel Messi tatsächlich beim SCO Angers an.

Allerdings müssen sich nicht wenige Journalisten den Vorwurf der Unvollständigkeit bis Irreführung gefallen lassen. Es handelt sich schließlich nicht um den fünfmaligen Weltfußballer vom FC Barcelona, sondern um einen bis dato unbekannten U17-Nationalspieler aus Kamerun: Lionel Messi Nyamsi.

Große Namen sucht man noch immer vergebens beim SCO, am Sonntag (5.8.) um 15.30 Uhr Testspielgegner des FC Schalke 04 in Mittersill. Trainer Stephane Moulin, seit 2011 im Amt, baut stattdessen auf unbekannte Perspektivspieler. Vor allem aus der Zweiten Liga, am liebsten ablösefrei oder als Leihe. Sein System ist defensiv und pragmatisch – oder wie Moulin selbst beschreibt: „Wir sind beschissen zu spielen.“

2015 Rückkehr in die Ligue 1

Die Rechnung geht auf: Von 2007 bis 2016 zahlen die Schwarz-Weißen keinen einzigen Cent Ablöse. Trotzdem schaffen sie nach 21-jähriger Abstinenz das Märchen vom Wiederaufstieg: 2007 aus der Drittklassigkeit in die Ligue 2, 2015 dann in die höchste Spielklasse. „Wir ersteigen den Himalaya. Das schaffst du nicht in Flip-Flops. Dafür brauchst du richtiges Schuhwerk“, erklärt Moulin seinerzeit. Und nach wie vor lautet sein Credo: „Ich will, dass wir Meister in Sachen Einstellung sind.“

Wir ersteigen den Himalaya. Das schaffst du nicht in Flip-Flops. Dafür brauchst du richtiges Schuhwerk.

SCO-Trainer Stephane Moulin

Gegründet wird der Verein 1919 durch zwei Brüder und Bankdirektoren als „Sporting Club du Crédit l’Ouest“. Es folgt ein ständiges Auf und Ab zwischen erster und zweiter Liga mit gelegentlichen Intermezzi in der dritten Spielklasse. 1989 tilgen die Verantwortlichen das „du Crédit“ aus dem Namen. Die Heimspielstätte fasst knapp 18.000 Zuschauer und wird im März 2017 in „Stade Raymond-Kopa“ umbenannt. In Anlehnung an den wenige Tage zuvor verstorbenen „Napoleon des Fußballs“, der seine Karriere einst beim SCO begann.

2017 gelingt Sprung ins Pokalfinale

In der Ligue 1 als „Armenhaus der Liga“ verspottet, gelingt dem Team zuletzt im dritten Jahr in Serie der Klassenverbleib. Hätte der Verein nicht ständig Abgänge kompensieren müssen, wäre sicher mehr möglich gewesen als Tabellenplatz 14. Immerhin: 2017 kämpft sich der Club bis ins Pokalfinale, wo das Team jedoch dem übermächtigen Paris Saint-Germain mit 0:1 unterliegt.

Lionel Messi Nyamsi kommt seinerzeit gegen die mit Superstars gespickte Equipe nicht zum Einsatz. Nach lediglich fünf Partien mit der SCO-Reserve in der Saison 2012/2013 ist der Kameruner längst weitergezogen. Aktuell trägt er das Trikot der unterklassigen A.S. Portet Carrefour. Der wohlklingende Name fällt kaum noch in Angers. Sein Ex-Verein dagegen ist dank solider Arbeit heute jedem französischen Fan ein Begriff.

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