SV Sandhausen: Vom Abstiegskandidaten zum Favoritenschreck

Dank einer starken Rückserie steht der SV Sandhausen drei Spieltage vor Schluss vor dem entscheidenden Schritt Richtung Klassenerhalt. Lediglich zwei Zähler fehlen den Kurpfälzern noch, um auch rechnerisch nicht mehr von Dynamo Dresden, dem aktuellen Tabellensechzehnten, eingeholt werden zu können und damit hundertprozentige Planungssicherheit für die elfte Zweitliga-Saison in Serie zu haben.

Alois Schwartz

Nach der Hinrunde hatte es rund um den Hardtwald noch berechtige Zweifel am Klassenverbleib gegeben. Mit gerade einmal 14 Zählern belegte der SVS Rang 17 und war mit 36 Gegentreffern eine der größten Schießbuden des Bundesliga-Unterhauses. Lediglich der FC Ingolstadt, damals wie heute das Schlusslicht, hatte nach dem ersten Saisonteil noch ein Gegentor mehr kassiert. In der Rückserie nahmen die Schwarz-Weißen dann allerdings Fahrt auf. Von den bislang 14 Begegnungen verlor die Mannschaft von Chef-Trainer Alois Schwartz lediglich zwei, musste dabei nur 13 Gegentore hinnehmen und belegt mit der Ausbeute von 24 Zählern den dritten Platz in der aktuellen Rückrundentabelle. Nur der FC Schalke 04 und Werder Bremen punkteten noch fleißiger.

Starke Leistungen gegen Clubs von oben

Gerade gegen die Vereine aus den oberen Tabellenregionen entpuppten sich die Kurpfälzer im zweiten Saisonteil als Stolperstein. Denn die Partien gegen den Hamburger SV, in Heidenheim, Darmstadt und Bremen sowie gegen den FC St. Pauli endeten allesamt 1:1-Unentschieden, hinzu kommt der jüngste 4:2-Auswärtssieg beim 1. FC Nürnberg. Die Herangehensweise war dabei stets die gleiche: Kompakt stehen, den spielerisch zumeist überlegenen Kontrahenten entnerven und vorne im entscheidenden Moment eiskalt zuschlagen. Zudem zeigten sich die Sandhäuser zuletzt äußerst gefährlich bei ruhenden Bällen. So fielen alle vier Treffer in Nürnberg nach einem Eckstoß.

Jetzt haben wir noch drei Spiele vor der Brust und wollen natürlich unsere Hausaufgaben machen.

Alois Schwartz

Trotz der jüngsten Erfolgserlebnisse, die Torhüter Patrick Drewes als „Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt“ bezeichnet, warnt der Keeper gleichzeitig: „Wir sind rechnerisch noch nicht durch und müssen weiterhin Gas geben!“ Alois Schwartz sieht es ebenso: „Jetzt haben wir noch drei Spiele vor der Brust und wollen natürlich unsere Hausaufgaben machen.“ Große Zweifel dürfte aber auch der Coach nicht mehr haben, zumal Konkurrent Dynamo Dresden in der Rückserie noch immer sieglos ist.

Positive Entwicklung unter Alois Schwartz

Die positive Entwicklung in den vergangenen Wochen und Monaten trägt Schwartz‘ Handschrift. Der 55 Jahre alte Fußballlehrer hatte am 22. September 2021 nach einem Fehlstart des SVS die Nachfolge des Trainerduos Stefan Kulovits und Gerhard Kleppinger angetreten und schaffte es, die Schwarz-Weißen in seiner zweiten Amtszeit am Hardtwald Stück für Stück wieder auf Erfolgskurs zu lenken.

Gleiches war ihm bereits zwischen 2013 und 2016 gelungen. Seinerzeit hatte Schwartz die Anzahl der Gegentore nach seinem Amtsantritt ebenfalls nahezu halbiert und dreimal den Klassenerhalt geschafft, bevor er sich auf eigenen Wunsch einer neuen Aufgabe widmete und den 1. FC Nürnberg übernahm.

Eine neue Aufgabe kam für Dennis Diekmeier zuletzt nicht infrage. Der bundesligaerfahrene Rechtsverteidiger, der seit Januar 2019 für den SVS aufläuft und die Kurpfälzer als Kapitän aufs Feld führt, hat vor wenigen Wochen seinen auslaufenden Vertrag verlängert und soll dabei sogar finanzielle Einbußen in Kauf genommen haben. Der Grund für seine Entscheidung: „Ich habe mich in Sandhausen verliebt!“

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