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Holstein Kiel: Dünne Luft an der Förde
Holstein Kiel muss als Bundesliga-Absteiger auch im Unterhaus derzeit nach unten blicken. In den vergangenen Wochen fuhren die Störche mehrere enttäuschende Ergebnisse ein. Chef-Trainer Marcel Rapp setzt beim angestrebten Umschwung auf bekannte Gesichter.
Unter Betrachtung des bisherigen Saisonverlaufs war die 1:3-Niederlage von Holstein Kiel bei Aufstiegsaspirant Hannover 96 erwartbar. Die Art und Weise wiederum, mit der die Störche die dringend benötigten Punkte in Niedersachsen ließen, machte Chef-Trainer Marcel Rapp aber stutzig. „Wir haben absolut verdient verloren“, bilanzierte der 46-Jährige und führte aus: „Wir wussten, dass wir gegen eine sehr zweikampfstarke Mannschaft spielen – da muss man mehr zupacken. Es gibt viele Gründe. Fakt ist aber: Wir wussten, was auf uns zukommt und konnten uns dagegen nicht wehren.“
Timon Weiner, der vor der Begegnung für Jonas Krumrey ins Tor des KSV rückte, haderte ebenfalls mit der Darbietung: „Eine richtige Erklärung gibt es für unsere Leistung in der ersten Hälfte, glaube ich, nicht. So kann man in der 2. Bundesliga kein Spiel gewinnen. Wir haben eine junge Mannschaft und müssen aus solchen Tagen lernen.” Weiner selbst absolvierte bei der Pleite seine Premieren-Partie in der aktuellen Spielzeit. Der frühere Stammkeeper soll den Bundesliga-Absteiger mutmaßlich von hinten heraus wieder stabilisieren.
Dieser befindet sich nach dem letztjährigen Ausnahmejahr in der Eliteklasse nämlich offensichtlich in einer misslichen Lage: Lediglich zwei Punkte beträgt der Abstand auf Platz 16. Vor dem Vergleich mit Hannover enttäuschte Kiel bereits zu Hause beim 1:2 gegen die SpVgg Greuther Fürth. Das zwischenzeitliche 0:3-Ausscheiden im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Titelverteidiger VfB Stuttgart, der erst in den Schlussminuten an der Förde das Weiterkommen sicherte, machte da noch am meisten Hoffnung. Den letzten Sieg fuhren die Schleswig-Holsteiner zum Rückrundenauftakt gegen den SC Paderborn 07 ein (2:0).
Die „Luft nach oben“, die Marcel Rapp seiner Mannschaft bereits nach dem Ende der Hinrunde attestierte, besteht im Lager der Norddeutschen also weiterhin. Bei den kommenden Aufgaben – es geht bis Mitte März ausschließlich gegen Gegner aus der oberen Tabellenhälfte – muss der Coach allerdings mit einer kürzlich aufgetretenen Hiobsbotschaft umgehen: Holsteins etatmäßiger Kapitän Steven Skrzybski, ein ehemaliger Akteur des FC Schalke 04, fällt mit einem Muskelbündelriss bis auf Weiteres aus.
Kiels Torjäger fehlt ebenfalls, ein Rückkehrer ist gefragt
In seiner Abwesenheit dürfte KSV-Rückkehrer Jonas Meffert, im Winter vom Hamburger SV zurück an die Förde gewechselt, noch mehr Verantwortung im Mittelfeld übernehmen. Er lief bereits von 2018 bis 2021 für den Club auf. Neben dem 31-Jährigen wird es im Kampf um den Klassenerhalt außerdem auf Akteure ankommen, die ihre Leistungsfähigkeit schon unter Beweis stellten: Unter anderem Innenverteidiger David Zec, der mit fünf Scorerpunkten gar der drittgefährlichste Spieler der Störche ist. Übertroffen wird er nur von Stürmer Phil Harres (sieben Torbeteiligungen) und seinem Kollegen Alexander Bernhardsson (acht Torbeteiligungen). Der Schwede ist derzeit allerdings wie Skrzybski außer Gefecht. Ansonsten offensiv auffällig: die Außen Adrián Kaprálik und Niklas Niehoff (je vier Torbeteiligungen).