Simon Terodde: Dafür ist ein Stürmer da

Als Schiedsrichter Harm Osmers am Freitagabend (1.4.) um exakt 20.24 Uhr den letzten von drei kurzen Pfiffen ertönen ließ, war es vollbracht: Im sechsten Anlauf gewann der FC Schalke 04 erstmals ein Pflichtspiel bei Dynamo Dresden. Mann des Spiels beim 2:1-Erfolg im Rudolf-Harbig-Stadion war Doppelpacker Simon Terodde, der kurz vor der Halbzeitpause für die erste Premiere des Abends gesorgt hatte.

Simon Terodde

Nachdem Dominick Drexler in der 44. Minute den Ball gegen Dynamo-Verteidiger Tim Knipping erobert hatte, passte der Mittelfeldspieler auf Terodde, der im Strafraum von Paul Will deutlich am Bein getroffen wurde. Strafstoß. Der erste im 28. Saisonspiel. „Ich war mir sicher, dass es ein klarer Elfer ist. Selbst wenn der Schiedsrichter ihn nicht gepfiffen hätte, hätte sich der Videoschiedsrichter gemeldet“, verrät Terodde, wie er die Aktion wahrgenommen hat.

Souverän verwandelte der Toptorjäger der Zweiten Liga den Ball ins rechte Eck, SGD-Torwart Kevin Broll sprang zur anderen Seite. „Es war ein psychologisch wichtiges Tor vor der Halbzeit“, sagt Terodde über den Treffer, dem er kurz nach Wiederanpfiff einen weiteren folgen ließ. Wieder war es Dominick Drexler, der die Vorarbeit leistete – dieses Mal mit einer Flanke von der rechten Seite. Schulbuchmäßig köpfte Terodde ins lange Eck ein, Broll bekam die Fingerspitzen noch an den Ball, konnte den Einschlag ins Netz aber nicht verhindern. „Nach einer guten Flanke von Drex musste ich nur den Schädel hinhalten“, beschreibt Terodde diese durchaus sehenswerte Szene bescheiden.

Terodde trifft im Schnitt alle 100 Minuten

Es war sein 21. Tor, das siebte mit dem Kopf – beides Bestwerte in der aktuellen Zweitliga-Saison. „Die letzten beiden Spiele haben wir gewonnen, ohne dass ich getroffen habe. Heute war ich in der Bringschuld“, sagt Terodde, der zugleich die Leistung in der ersten Halbzeit kritisch anmerkt, in der die Mannschaft „deutlich besser Fußball“ hätte spielen müssen.

Mit seinen beiden Treffern, seinem fünften Mehrfachpack in dieser Saison, ebnete Terodde den dritten Ligasieg in Serie unter Chef-Trainer Mike Büskens. „Dafür ist ein Stürmer da, dass er das Spiel in die richtigen Bahnen lenkt“, sagt der Angreifer, der 2021/2022 im Schnitt alle 100 Minuten ein eigenes Tor bejubelt.

Gegen Hannover ein Hexenkessel, in Dresden ein Hexenkessel: dafür spielen wir Fußball.

Simon Terodde

Mit der 2:0-Führung im Rücken übernahmen die Königsblauen zwischenzeitlich das Spielgeschehen, doch nach Dresdens Anschlusstreffer durch Paul Will 20 Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit wurde es bis zum Schluss spannend. „In den letzten Sekunden kann immer was passieren. Der Sieg ist umso schöner, wenn man ihn so über die Zeit rettet“, sagt Terodde erleichtert, der mit den drei weiteren Punkten auf dem Konto das Wochenende genießen will, bevor dann die Vorbereitung auf das Duell mit dem 1. FC Heidenheim beginnt – in welchem zusammen mit den Fans der vierte Erfolg am Stück eingefahren werden soll. „Gegen Hannover ein Hexenkessel, in Dresden ein Hexenkessel: dafür spielen wir Fußball“, sagt Terodde strahlend und blickt voller Vorfreude voraus: „Nächste Woche haben wir ein Heimspiel vor 60.000 Fans. Dann geht’s um den nächsten Dreier.“

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