Niederlage in Bernau bringt den zweiten Tabellenplatz

Am letzten Spieltag der regulären Saison der 2. Basketball-Bundesliga ProB reisten die Basketballer des FC Schalke 04 gen Berlin zur LOK Bernau. Da nach 21. Spieltagen noch keine Entscheidung über die Hauptrundenmeisterschaft gefallen war, benötigten die Knappen einen Sieg um als Erstplatzierter der Nord-Staffel in die Playoffs zu starten. Doch die Königsblauen erwischten einen gebrauchten Tag an diesem letzten Hauptrundenspieltag und verloren das Duell am Ende deutlich mit 86:66.

Im Vorfeld der Partie stand bereits fest, dass ein Einsatz für Thomas Szewczyk aufgrund einer noch nicht überstandenen Virusinfektion zu früh kommen würde. Am Spieltag selbst musste zudem auch Center Timo Volk für das letzte Spiel der Hauptrunde passen, sodass Coach Raphael Wilder nur elf einsatzfähige Akteure zur Verfügung standen. Doch auch die Gastgeber mussten auf ihren etatmäßigen Aufbauspieler Bennett Hundt verzichten.

In der Starting Five des Tabellenführers setzte Coach Wilder beim Tabellenfünften neben Courtney Belger und Shawn Gulley auf Lennart Weichsel, Michael Agyapong und den wiedergenesenen RJ Slawson. Der Start in die Partie gehörte dann allerdings den Hausherren, die über einen gut aufgelegten Ex-BBL-Profi Robert Kulawick nach 2:45 Minuten mit 0:7 in Führung gehen konnten. Doch die Schalker kämpften sich postwendend zurück in die Partie und glichen binnen einer Minute über Shawn Gulley und RJ Slawson zum 7:7 aus. Es entwickelte sich im Anschluss eine ausgeglichene Partie, in welcher die Führung von Angriff zu Angriff wechselte. Besonders Shawn Gulley hielt die Königsblauen im Rennen und erzielte elf Punkte im ersten Spielabschnitt, während die LOK Bernau mit einer starken Quote aus der Distanz überzeugen konnte und so das erste Viertel mit 22:24 gewinnen konnte. „Wir sind nach den Anfangsminuten gut in die Partie gekommen und konnten sogar zeitweise die Führung übernehmen. Man hat jedoch bereits gemerkt, dass wir an diesem Tag Probleme in der Defense bekommen werden“, so Wilder über das erste Viertel.

Zu Beginn des zweiten Viertels konnten die Schalker über Shawn Gulley und Salman Manzur zum 26:26 ausgleichen und durch einen Mitteldistanztreffer von Patrick Carney nach 2:30 Minuten die Führung in der Partie wieder auf ihre Seite ziehen. Doch dann konnten sich die Hausherren erstmals in dieser Partie ein kleines Polster erarbeiten, indem sie nach einem erfolgreichen Freiwurf von Dexter Werner nach sechs Minuten im zweiten Abschnitt mit 30:37 in Führung gehen konnten. Für den S04 stellte Niclas Sperber nach einem Offensivrebound im nächsten Angriff den Anschluss wieder her. Doch der Tabellenfünfte hatte das Momentum nun auf seiner Seite und konnte den Vorsprung durch einen 9:0-Run bis zur Halbzeitpause auf 32:48 ausbauen. „Nach 2:30 Minuten haben wir sowohl in der Defensive als auch in der Offensive einen kompletten Einbruch in unserem Spiel erlebt und haben die Spielkontrolle an Bernau geben müssen. Sie waren in dieser Phase des Spiels immer einen Tick schneller, aggressiver und wacher und so konnten wir dem bis zur Halbzeit nichts entgegensetzen“, hielt Wilder mit Blick auf das zweite Viertel fest.

Bernau gewinnt das Spiel – S04 geht auf Rang Zwei in die Playoffs

Die Schalker starteten mit Energie in die zweite Hälfte und konnten innerhalb von zwei Minuten das Spiel über Courtney Belger, Patrick Carney, Michael Agyapong und Salman Manzur auf 40:50 verkürzen, so dass erneut Patrick Carney mit einem Dreier nach drei Minuten den Rückstand auf 43:50 reduzieren konnte. Doch nach der anschließenden Bernauer Auszeit leisteten sich die Knappen zwei schnelle Turnover im Spielaufbau, welche den Schalker Lauf vorerst stoppten und Bernau erneut auf 42:54 davonziehen ließen. Zu allem Überfluss leistete sich Center Salman Manzur sein zweites unsportliches Foul und konnte fortan nicht mehr für den S04 eingreifen. Die Schalker kämpften zwar mit allen Kräften, doch Bernau fand zu den richtigen Zeitpunkten immer die passende Antwort, sodass die Knappen den Rückstand zum Viertelende nur minimal auf 53:66 verkürzen konnten. „Wir haben uns in der Kabine vorgenommen, eine bessere Leistung abzuliefern und haben einige Umstellungen vorgenommen, die auch Wirkung gezeigt haben. So haben wir offensiv einen Zugriff auf die Partie finden können. Aber leider hatte Kovalev auf Seiten von Bernau an diesem Abend einen Sahnetag erwischt und hat wichtige Würfe getroffen als wir auf sieben Punkte herangekommen waren. Dennoch konnten wir das Viertel knapp gewinnen“, so Wilder.

Zum Auftakt in das Schlussviertel konnten die Gastgeber gleich den Vorsprung an der Freiwurflinie auf 53:70 erhöhen, ehe Lennart Weichsel für den S04 ebenfalls von der Freiwurflinie verkürzen konnte. Während die Schalker in der Folgezeit ihre Offensivkraft nicht mehr entfalten konnten und ihnen der erste Feldkorb in diesem Viertel erst 30 Sekunden vor Schluss durch Shawn Gulley gelang, spielte sich die LOK vor heimischem Publikum regelrecht in einen Rausch und distanzierte die Königsblauen deutlich mit 86:66. „Bernau hat ein starkes Schlussviertel spielen können und konnte den Abstand weiter ausbauen, da wir offensiv erneut nicht im Spiel waren und erst kurz vor Spielende die ersten Punkte aus dem Feld erzielen konnten. Bernau war an diesem Abend schlichtweg die bessere Mannschaft und hat am Ende absolut verdient dieses Spiel gewonnen“, so Wilder.

„Es ist schade, dass wir mit dieser Niederlage den ersten Platz auf der Zielgeraden abgeben musste, nachdem wir einige Monate an der Tabellenspitze standen. Aber wer weiß schon, wofür dies gut ist. Die Hauptrunde war in meinen Augen nichtsdestotrotz ein riesiger Erfolg, aber all dies zählt jetzt nicht mehr. Das Team hat jetzt drei Tage frei, um den Kopf freizubekommen und dann steigen wir fokussiert ins Training ein und bereiten uns auf die Playoffs vor“, resümierte Coach Wilder.

Vorstand Marketing und Leiter Profisport Tobias Steinert ist ebenfalls sehr zufrieden mit dem zweiten Tabellenrang aus der Hauptrunde. „Wer hätte vor der Saison gedacht, dass wir so weit oben in der Tabelle die Hauptrunde beenden? Ich bin wirklich stolz auf diese Mannschaft und unsere Coaches, dass wir einen unglaublich guten zweiten Tabellenrang einfahren konnten. Ich freue mich jetzt auf die anstehenden Playoffs und die erste Runde gegen die Dresden Titans und hoffe auf eine volle Halle beim ersten Heimspiel am 10.03.2018“, so Steinert.

Shawn Gulley 16, Courtney Belger 16, Patrick Carney 15, Niclas Sperber 4, Salman Manzur 4, RJ Slawson 4, Jonas Peters 2, Coheen Kalondji 2, Lennart Weichsel 2, Michael Agyapong 1, Leon Friederici

# Team G S:N PKT
1 Quakenbrück 22 16 : 6 32
2 Schalke 22 16 : 6 32
3 Rostock 22 14 : 8 28
4 Bochum 22 13 : 9 26
5 Bernau 22 13 : 9 26
6 Wolfenbüttel 22 13 : 9 26
7 Oldenburg 22 10 : 12 20
8 Itzehoe 22 9 : 13 18
9 Wedel 22 9 : 13 18
10 Essen 22 8 : 14 16
11 Stahnsdorf 22 6 : 16 12
12 Cuxhaven 22 5 : 17 10

Das Playoff-Bracket 2017/18

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