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SC Freiburg: Das Resultat kontinuierlicher Aufbauarbeit
Viel besser geht’s nicht: Mit sechs Siegen aus wettbewerbsübergreifend sieben Pflichtspielen hat der SC Freiburg einen überzeugenden Start in die Saison hingelegt. Damit knüpfen die Breisgauer nahtlos an die vorherige Spielzeit an, die mit dem Erreichen des Europa-League-Finales mit dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte endete.
Die am Ende deutliche 0:3-Niederlage im Endspiel gegen Aston Villa schmerzte zwar, mit etwas Abstand gelang es dem Sport-Club aber, die verpasste Titelchance beiseitezuschieben und stattdessen stolz auf die außergewöhnliche Reise zu sein. Der Erfolg im Breisgau ist dabei kein Zufall, sondern das Resultat kontinuierlicher Aufbauarbeit.
„Es ist eine logische Konsequenz dessen, wenn man eben sehr akribisch arbeitet“, sagt Chef-Trainer Julian Schuster, der beim Blick auf die Tabelle aber gleichzeitig ein wenig auf die Euphorie-Bremse tritt. Schließlich seien gerade einmal die ersten Partien in der Bundesliga absolviert worden. „Es ist für den Moment in Ordnung, wir bringen eine gute Leistung und man sieht gewisse Dinge, die sich einspielen. Aber es kann so schnell auch in die andere Richtung gehen, dieses Momentum erarbeiten und verdienen wir uns – aber es darf nicht weniger werden“, so der Coach, der als Nachfolger von Christian Streich seit Sommer 2024 an der Seitenlinie steht.
Mit Schuster zweimal für den Europapokal qualifiziert
Neuland war der Sport-Club für den Fußballlehrer allerdings nicht. Ganz im Gegenteil: In seiner aktiven Laufbahn bestritt der gebürtige Schwabe 242 Pflichtspiele im Freiburger Trikot, in sieben Spielzeiten führte er die Breisgauer als Kapitän aufs Feld. Nach dem Karriereende blieb Schuster dem Verein erhalten – zunächst als Verbindungscoach, danach als Co-Trainer.
Die großen Fußstapfen von Vereinslegende Streich, der insgesamt zwölfeinhalb Spielzeiten im Amt gewesen war, füllte der heute 41-Jährige mit Bravour. In seiner ersten Saison verpassten die Freiburger die erstmalige Qualifikation für die Champions League nur um Haaresbreite.
Dass es stattdessen in die Europa League ging, wird im Nachgang aber nahezu jeder Freiburg-Fan verschmerzen – denn ansonsten hätte es die Reise bis ins Finale dieses Wettbewerbs niemals gegeben. Parallel zu den erfolgreichen internationalen Auftritten gelang es dem Sport-Club, auch in der Bundesliga ausreichend Punkte für eine erneute Europapokal-Qualifikation zu sammeln. Platz sieben reichte am Ende des Vorjahres für ein Ticket für die Play-offs der Conference League, in denen der schottische Vertreter FC Motherwell in der Endabrechnung mit 7:2 bezwungen wurde.
Rekord-Abgang und gezielte Verstärkungen
In diesen Spielen nicht mehr dabei war Johan Manzambi. Der Schweizer Nationalspieler wurde im Sommer laut Medienberichten für rund 60 Millionen Euro zuzüglich eventueller Bonuszahlungen von bis zu 10 Millionen Euro an Aston Villa, den Gegner aus dem Finale der Europa League, verkauft. Der Offensivmann ist damit der Rekordtransfer der Breisgauer, die einen Teil der Ablösesumme in gezielte Verstärkungen investierten.
Während sich der vom italienischen Champions-League-Teilnehmer Como 1907 verpflichtete Yannik Engelhardt als neuer Sechser etabliert hat, heizt der Japaner Keisuke Goto vom RSC Anderlecht den Konkurrenzkampf in der Offensive an. Engelhardt konnte nach seiner Ankunft im Breisgau zuletzt derart überzeugen, dass er ebenso wie seine Mitspieler Derry Scherhant, Max Rosenfelder und Philipp Treu vom neuen Bundestrainer Jürgen Klopp erstmals in die deutsche Nationalelf berufen wurde.
Dazu hat es zwischen den Pfosten einen Wechsel gegeben. Da der bisherige Stammkeeper Noah Atubolu den Verantwortlichen signalisiert hatte, den Verein wechseln zu wollen und kurz vor dem Ende des Transferfensters dann bei Eintracht Frankfurt unterschrieb, wurde frühzeitig U21-Nationaltorhüter Mio Backhaus von Werder Bremen verpflichtet. Der neue Schlussmann musste in der Bundesliga bislang erst dreimal hinter sich greifen. Seine Vorderleute haben in vier Spielen hingegen schon zwölf Treffer erzielt.