Neuer Cheftrainer: Herzlich willkommen, Daniel van den Boom

In der Saison 2020/2021 wird Daniel van den Boom an der Seitenlinie der Oberliga-Mannschaft stehen. Er folgt auf Sebastian Hosenfelder, der dem Verein weiterhin in der Rolle des Jugendkoordinators zur Verfügung steht.

Foto: Tim Rehbein

Hallo Daniel, Herzlich Willkommen auf Schalke! Du bist ab sofort der neue Trainer auf Schalke, erzähl uns doch ein bisschen etwas über Dich!

Ja, sehr gerne! Mein Name ist Daniel van den Boom, ich bin 26 Jahre alt und habe an der Ruhruniversität in Bochum Sportwissenschaften studiert. Ich habe vor Kurzem meinen Master abgeschlossen und habe mich dabei auf die Diagnostik und die Intervention konzentriert und hatte Handball als Schwerpunkt. Deshalb bin ich natürlich sehr froh, dass ich das jetzt auch in die Aufgabe als Trainer übertragen kann. Ich war zuletzt beim Verbandsligisten MTG Horst in Essen und freue mich nun auf die neuen Herausforderungen hier auf Schalke. Selbst habe ich natürlich auch Handball gespielt, unter anderem bei TUSEM Essen, bin dabei auch schon einmal mit dem S04 in Berührung gekommen und war dann bei der MTG Horst, wo ich vom Spieler zum Trainer wurde.

Auf was muss sich die Mannschaft gefasst machen, wenn der neue Coach im beruflichen Leben auch noch Personal-Trainer ist?

Wir werden einen großen Fokus auf das Tempo legen. Ich bin überzeugt davon, dass Tempohandball inzwischen sehr wichtig geworden ist. Dazu gehört natürlich eine gewisse Basis an Athletik, weshalb wir beispielsweise die Langhantel verstärkt in die Trainingseinheiten mit einbauen werden. Wir möchten in diesem Zuge neue Akzente setzen und Alternativen zu den monotonen Laufeinheiten finden. Natürlich waren die Jungs anfangs etwas skeptisch, als sie gehört haben, dass ich auch als Personal-Trainer tätig bin, freuen sich aber auch darauf, die neuen Trainingsmethoden kennenzulernen.

Du hast die Mannschaft bereits kennengelernt, wie ist der erste Eindruck?

Den einen oder anderen Spieler kannte ich glücklicherweise schon – alteingesessene Spieler wie Fabian Sinkovec zum Beispiel – das hat das Kennenlernen natürlich vereinfacht. Insgesamt eine sehr junge Mannschaft, eine Mannschaft die große Lust versprüht – nicht nur Lust auf Handball, sondern auch Lust hat, sich weiterzuentwickeln, auch im athletischen Bereich. Daher freue ich mich sehr auf die Arbeit mit dem neuen Team.

Wir hatten bereits einen ersten gemeinsamen Mannschaftsabend, bei dem die Jungs nicht nur mich, sondern auch die Neuzugänge super aufgenommen und integriert haben. 

Was erwartest Du von der neuen Saison, welche Ziele habt ihr Euch gesteckt?

Natürlich möchten wir in der kommenden Saison möglichst erfolgreichen Handball spielen, dennoch müssen wir sehr vorsichtig sein. Einige der Spieler mussten aufgrund von Corona bis zu fünf Monate auf den Handball verzichten. Natürlich haben sich die Jungs auch abseits der Halle mit den gemeinsam erarbeiteten Trainingsplänen fit gehalten, trotzdem fehlen aber natürlich die gewissen Abläufe, der Körperkontakt und die gewohnte Wurffrequenz, die es nun gilt, in der Vorbereitung wieder aufzunehmen.

Hinzukommt, dass wir mit einer neuen Mannschaft in die Saison gehen werden. Der eine oder andere Spieler hat den Verein leider verlassen, neue Spieler sind hinzugekommen, was bedeutet, dass sich die Truppe erst einmal finden muss. Unser kurzfristiges Ziel muss deshalb nun darauf liegen, zu schauen, dass wir die Vorbereitung dazu nutzen, um fit und gestärkt als Einheit in die Saison starten zu können.

Der Start der neuen Saison ist derzeit für den 4.10. geplant. Wie wird die Vorbereitung auf die neue Spielzeit aussehen?

Wir werden zunächst mit einer Leistungsdiagnostik starten und anhand der Ergebnisse die Vorbereitung entsprechend anpassen und schauen, bei welchen Spielern, welche Bereiche noch nachgesteuert werden müssen. Gerade nach einer so langen Pause ist es wichtig, die Intensität der Einheiten richtig einzuschätzen und sich Stück für Stück an die Leistungsgrenzen heranzutasten. Da orientieren wir uns zum Beispiel auch an den herausgegebenen Empfehlungen des DHB, um uns optimal auf die neue Saison einstellen zu können und vor allem, um Verletzungen zu vermeiden.

Wie wichtig sind für Dich Testspiele im Rahmen der Vorbereitung?

Testspiele haben für mich einen sehr hohen Stellenwert. Ich bin ein großer Freund von Praxisübungen und versuche nach Möglichkeit auch in jeder Trainingseinheit den Ball mit ins Spiel zu bringen. Selbst bei athletischen Übungen werden wir den Ball hinzuziehen, denn aus meiner Sicht ist eine Trainingseinheit ohne Ball schon fast eine verschenkte Trainingseinheit. Die Testspiele sind dann natürlich enorm wichtig, um neue Abläufe kennenzulernen, Dinge auszuprobieren und sich als neues Team finden zu können. Die Jungs können sich gerade über die Testspiele aneinander gewöhnen und zu ihrem Spiel finden. Im Rahmen der Vorbereitung möchten wir nach Möglichkeit bis zu zwei Testspiele pro Woche einbauen, um genau diese Abläufe einstudieren zu können. Bevor wir aber mit den Testspielen beginnen können, benötigen wir zunächst etwas Zeit, um uns erst einmal auf uns konzentrieren zu können.

Welchen Stellenwert haben für Dich neben den regulären Trainingseinheiten auch Teambuilding-Maßnahmen oder Mannschaftsabende?

Auch davon bin ich ein großer Freund. Wir stehen gemeinsam im Hinblick auf die neue Saison vor großen Herausforderungen und die können wir nur als Team erreichen. Deshalb sind Mannschaftsabende oder ein gemeinsames Bier nach einer schweißtreibenden Woche wichtig, um sich auch abseits der Halle als Team finden zu können. Auch mit Blick auf die Neuzugänge ist es wichtig, solche Dinge mit einzubauen und da legen wir als Trainerteam natürlich auch großen Wert drauf.

Gehörst Du zu den Trainern, die vorrangig auf junge Spieler setzt, oder spielen eher erfahrene Spieler bei dir eine Rolle?

Meine bisherige Erfahrung hat gezeigt, dass ein gesunder Mix wichtig ist. Wir haben einige Spieler in unserer Reihen halten können, die die Abläufe, den Verein und vor allem die Liga bereits kennen, das ist natürlich sehr wichtig. Ich bin aber auch sehr froh, dass wir neben den erfahrenen Spielern, über eine Menge sehr junger Spieler verfügen, mit denen wir gerade im technischen Bereich noch einmal ganz anders arbeiten können. Gerade was neue Trainingsmethoden betrifft, sind junge Spieler häufig aufgeschlossener, als Spieler, die bereits länger im Seniorenbereich dabei sind und gewissen Übungen vielleicht vorerst etwas skeptischer gegenüber stehen. Alles in allem glaube ich aber, dass wir von der Mannschaftsstruktur insgesamt gut aufgestellt sind und die Spieler allesamt voneinander profitieren können.

Gibt es neben dem Tempospiel noch andere taktische Maßnahmen, auf die Du großen Wert legst?

Für mich und uns als Trainerteam ist das Tempospiel insgesamt ein sehr interessantes aber natürlich auch komplexes Thema. Deshalb gehen mit dem Tempospiel natürlich auch weitere taktischen Maßnahmen einher. Um das Spiel dahingehend optimieren zu können, gehören natürlich bereits in der Abwehr einige Dinge auf taktischer Ebene dazu, die wir nun angehen werden. Wir werden versuchen mit einer sehr aktiven und variablen Verteidigung zu agieren, um es dem Gegner schwer zu machen und um dann in den entscheidenden Momenten auch umschalten zu können.

Vielen Dank Daniel, wir wünschen Dir für Deinen Start auf Schalke viel Erfolg und alles Gute!

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