Vilson Dzoni: Sliwowitz für Königsblau

Als Jugoslawiens „Fußballer des Jahres“ wechselt Vilson Dzoni Ende der 70er-Jahre zum FC Schalke 04 – und bringt Landsmann Mario Boljat gleich mit. Im Schalker Kreisel erinnert er sich an den Deal, der sich für Königsblau nur zur Hälfte lohnen soll – und an das Restaurant, das seine Zeit in Deutschland prägen wird.

1979: Für die finale Abwicklung des Doppel-Transfers von Vilson Dzoni und Mario Boljat hat Schalke mit deren Clubs Dinamo Zagreb und Hajduk Split einen delikaten Ort verabredet: das „Drago Steakhaus“ am Alten Markt in Gelsenkirchen. In dem beliebten Balkan-Restaurant wird Dzoni noch unzählige Abende verbringen. „Nachdem sämtliche Ablöse- und Spielerverträge unterschrieben waren, haben wir erst mal in großer Runde zusammen gegessen“, erinnert er sich: „Präsident Siebert war dabei, Charly Neumann, der Sportdirektor von Dinamo Zagreb und zahlreiche weitere Funktionäre aus Jugoslawien.“ Angestoßen wird an jenem Tag stilecht mit Sliwowitz, dem berühmten Pflaumenschnaps, wobei Dzoni schwört: „Damals habe ich keinen Tropfen Alkohol angerührt.“

Dzoni verpasst in der Hinrunde keine Minute

Die Saison 1979/1980 beginnt verheißungsvoll. Schalke, erstmals mit kommerzieller Trikotwerbung („Trigema“), gewinnt fünf der ersten zehn Partien bei nur zwei Niederlagen. Das Team rangiert auf Platz drei. Nach dem 22. Spieltag und einem 2:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern blühen sogar zaghafte Titelträume: Die Knappen sind Vierter, nur zwei Punkte hinter Spitzenreiter Bayern München. Und die beiden Neuen aus Jugoslawien? Dzoni verpasst in der Hinrunde keine Minute und steuert zwei Tore bei, darunter ein ganz wichtiges zum 1:1-Endstand gegen die Bayern am 2. Spieltag.

Kollege Boljat startet nicht minder prächtig: In den ersten sieben Saisonspielen steht er immer in der Startformation und erzielt ebenfalls zwei Treffer. Dann aber macht sich die Achillessehne wieder bemerkbar. Boljat trainiert nur mehr sporadisch. Am 12. und am 14. Spieltag kommt er noch zweimal als Joker rein, doch das war’s. Der filigrane Kroate wird nie wieder für Königsblau spielen. „Ehrlich gesagt war ich damals ein bisschen enttäuscht von Mario, weil ich ihn ja empfohlen hatte“, meint sein Landsmann. „Spätestens ab der Winterpause war er eigentlich nur noch zu Hause in Split.“ Doch für Dzoni wird die Zeit im Ruhrgebiet nun erst richtig turbulent.

Wie Vilson Dzoni seinen weiteren Karriereweg erlebt, was ihn an das Steakhaus bindet, und wieso es ihn trotz der Liebe zum Ruhrgebiet in die Heimat zurückzieht – all das lesen Mitglieder im neuen Schalker Kreisel, exklusiv in der App und auf dem Desktop.

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