Omar Mascarell im Kreisel-Interview: Taten statt Worte

Einzeltraining kennt Omar Mascarell aus Rehazeiten. Doch die vergangenen Wochen haben den königsblauen Kapitän wie so viele andere besonders gefordert. Was sie ihm vor Augen geführt haben, beschreibt der 27-Jährige im Interview mit dem neuen Schalker Kreisel.

Omar Mascarell

Omar, wie sehr hat sich dein Alltag in den vergangenen Wochen verändert?
Da ich privat ohnehin der häusliche Typ bin, hat sich nicht viel getan. Morgens absolviere ich mein Training auf dem Vereinsgelände und verbringe den restlichen Tag daheim: relaxen, mit meiner Familie telefonieren und viele Serien schauen. Aktuell kämpfe ich mich durch sämtliche Staffeln „Game Of Thrones“, ein ordentliches Freizeitprogramm.

Während der Reha warst du einige Tage bei deiner Familie auf Teneriffa. Wie müssen wir uns deinen Aufenthalt dort vorstellen?
Einerseits war es ein gutes Gefühl. Doch die Situation ist dort viel härter als in Deutschland, wir durften das Haus nur für Notwendigkeiten verlassen, etwa den Einkauf oder Arztbesuch. Ich war also zwei Wochen nur drinnen, aber immerhin bei meiner Familie. Das hat mir gutgetan.

Anschließend bist du nach Deutschland zurückkehrt. In deinem Heimatland hat das Virus aber weiter gewütet ...
Seit Wochen dürfen die Spanier ihre Häuser kaum noch verlassen, die Situation belastet das ganze Land sehr. Viele Menschen sind infiziert und sterben. Die Maßnahmen sind streng, aber sie scheinen zu wirken. Für eine deutliche Verbesserung ist schlicht mehr Zeit nötig. Ich verfolge jede Nachricht und bin in Gedanken häufig bei meinen Landsleuten – und natürlich bei meiner Familie.

Omar Mascarell

Welche Bilder haben Eindruck bei dir hinterlassen?
Es sind nicht unbedingt spezielle Bilder, die generelle Lage in Deutschland beeindruckt mich. Hier wurde früh und gut reagiert, deshalb steckt das Land nicht in einer solchen Notsituation. In Spanien wurde viel geredet, aber nicht gehandelt. Für meine Familie war es zu Beginn schwierig, überhaupt an Informationen zu kommen. Die spanische Bevölkerung gibt ihr Bestes, die anhaltend kritische Situation ist jedoch viel früher und weiter oben entstanden.

Die Bezahlung von medizinischen Kräften und Pflegepersonal wird seither stark diskutiert. Wie sieht deine Position aus?
Die Situation führt uns momentan drastisch vor Augen, dass viele Personen in diesem Bereich mit nicht weniger als hundert Prozent arbeiten, um Menschenleben zu retten. Deshalb bin ich der Meinung, dass sie dafür auch gut bezahlt werden sollten. Wie wichtig diese Jobs sind, sollte inzwischen jedem bewusst sein.

Im kompletten Interview mit dem Schalker Kreisel spricht Omar Mascarell außerdem über Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Fußball und die Bundesliga sowie seine Aufgaben als S04-Kapitän und Zukunftswünsche.

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