U19: Intensität, Mentalität, Teamgeist

Geschafft! Die U19 steht im Finale um die Deutsche Meisterschaft – insgesamt zum achten Mal. Gegen Hoffenheim setzt sich der S04 am Ende mehr als verdient mit zwei überzeugenden Siegen (1:0, 4:2) durch und beeindruckte dabei mit der für die A-Jugend mittlerweile klassischen Trias aus Mentalität, Intensität und Teamgeist.

Im Halbfinal-Hinspiel in Sinsheim vollführten die Schalker ein Angriffspressing, dessen Wucht die TSG nicht gewachsen war. 1:0 hieß es am Ende, aber es hätte deutlich höher ausgehen können, eher: müssen. Eben diesen Druck wollte die Elf von Norbert Elgert auch im Rückspiel in Oberhausen am Dienstag (15.5.) aufbauen. „Das ist uns in der 1. Halbzeit nicht so gut gelungen“, erkennt der Trainer. „Wir wurden oft überspielt, weil die Automatismen nicht so gut funktioniert haben.“ Die erste dicke Chance hatte daher auch der Gast, wobei diese durch Abseitsstellung nichtig wurde. Elgert: „Wir wussten, dass Hoffenheim aus dem ersten Spiel gelernt haben würde.“ So kam es. „Es war alles andere als einfach.“

Aber auch die Königsblauen hatten offenbar ihre Erkenntnisse aus dem Hinspiel gezogen – und nutzten ihre Chancen, mit „starkem Willen und guten Aktionen“, so der Coach. Erst traf Florian Krüger (4.), dann Levent Mercan (21.), so schnell kann es 2:0 stehen. Danach sahen die knapp 3500 Zuschauer in Oberhausen mehr von den Gästen. „Fußballerisch herausragend“, beschreibt Elgert die Qualität der Kraichgauer in dieser Phase, seine Mannschaft sei hingegen etwas passiv geworden.

Nach der Pause änderte sich dieser Eindruck grundlegend: „Wir haben zu 100 Prozent das Gesicht gezeigt, das uns schon die gesamte Saison auszeichnet. Wir haben Mentalität, Intensität und Teamgeist bewiesen.“ Mit diesen Tugenden besticht Elgerts Team bereits seit Monaten. Dazu die individuelle Klasse der Schalker. Eine Kombination, die sich – nach Treffern von Nassim Boujellab und Ahmed Kutucu – im 4:2-Ergebnis manifestierte.

Das erkannten auch die Fans. „Es war eine Einheit zwischen Spielern und Fans zu spüren“, sagt der Trainer. „Sie merken, wenn eine Mannschaft ackert und kämpft und sich reinhaut.“ Das tut die U19, Elgert attestiert seinen Jungs eine „Schalker Malochermentalität“. Jemand, der diese Werte selbst verkörpert wie nur wenig andere, nahm am Dienstag übrigens auf der Tribüne Platz: Sead Kolasinac, einstiger Schalker, nun in Diensten von Arsenal London. 2012 wurde er als Kapitän Deutscher U19-Meister. Ihm dürfte gefallen haben, was er gesehen hat.

Auf die Einheit von Tribüne und Team bauen die Königsblauen nun auch fürs Endspiel am 27. Mai (16 Uhr) im Stadion Niederrhein gegen Hertha BSC. Der S04 kann zum fünften Mal den nationalen Meistertitel holen. Zuletzt gelang das 2015 dem Kader um den heutigen S04-Profi Thilo Kehrer und den amtierenden englischen Meister Leroy Sane (Manchester City) – mit der tausendfachen Unterstützung der S04-Fans, damals im Lohrheidestadion in Wattenscheid. Jetzt also Oberhausen: Elgert: „Ich bin sicher, dass die Hütte voll wird.“

Finale

Sonntag, 27. Mai 2018 | 16 Uhr

Stadion Niederrhein
Lindnerstraße 2-6
46149 Oberhausen

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