SV Darmstadt 98: Mit dem Böllenfalltor im Rücken hoch hinaus

Obwohl der SV Darmstadt 98 in der Fremde zuletzt nicht in Gänze überzeugte, konnte Chef-Trainer Florian Kohfeldt dem Auftritt seiner Mannschaft Positives abgewinnen. Die ist insbesondere zu Hause eine Klasse für sich und somit bestens gerüstet für den Saisonendspurt.

Florian Kohfeldt, der Chef-Trainer des SV Darmstadt 98, trägt eine schwarze Jacke und einen beigen Kapuzenpulli und lacht. Im Hintergrund sind verschwommene blaue Sitzschalen zu erkennen.

Das jüngste Auswärtsspiel des SV Darmstadt 98 gegen den 1. FC Magdeburg brachte Licht und Schatten hervor. Im Anschluss an das 1:1-Unentschieden stellte Florian Kohfeldt fest, dass „so wie das Spiel gelaufen ist, wir den Punkt mitnehmen. Bis zur 60. Minute haben wir ein schlechtes Auswärtsspiel gemacht. Das muss man so sagen.“ Obwohl die Lilien der Musik in Magdeburg lange Zeit nur hinterherliefen, blieb es dennoch dabei, dass sie kaum zu schlagen sind. Seit der Hinrundenpleite gegen den FC Schalke 04 (0:1) verloren sie im deutschen Unterhaus nur ein weiteres Mal: Ende Februar beim formstarken Dynamo Dresden (1:3).

„Wir brechen nicht auseinander“, sagte Kohfeldt angesichts von insgesamt nur drei Ligapleiten nach 26 Spielen. Mit Bezug auf den Vergleich mit den Bördestädtern ergänzte er: „Wir haben eine Resilienz, wir kassieren nicht das zweite und das dritte Tor. Das ist kein Zufall.“ Ebenfalls nicht zufällig, sondern völlig zurecht steht der SVD daher mit 49 Punkten auf einem direkten Aufstiegsplatz.

Acht Spieltage vor dem Einlaufen ins Ziel winkt Darmstadt somit nach zwei Jahren die Rückkehr in die Bundesliga. Diese käme so gesehen tatsächlich ein Stück weit unverhofft: Nach der verkorksten Saison 2024/2025 und Platz zwölf in der Endabrechnung hatten die Hessen nach außen lediglich getragen, nun in der oberen Tabellenhälfte landen zu wollen.

Dort sind sie seit Beginn der Runde nicht mehr wegzudenken – auch dank der immensen Stärke am heimischen Böllenfalltor. 33 Zähler strichen die Lilien dort in 13 Begegnungen ein, keine einzige ging bisher verloren. Mit Blick auf das Restprogramm könnte das eigene Stadion des SVD zum alles entscheidenden Faktor werden – denn: Im heißen Rennen um die Plätze eins bis drei empfängt Darmstadt sowohl den S04 als auch Hannover 96, die SV Elversberg und am letzten Spieltag den SC Paderborn 07. Die direkten Duelle steigen somit allesamt vor den eigenen Fans.

Eine vertraute Achse als Schlüssel des Erfolgs

Wie bereits im vergangenen Sommer setzten die Verantwortlichen auch im Winter darauf, das bestehende personelle Gerüst nicht ins Wanken zu bringen. Bedeutet: Niklas Schmidt ist bislang der einzige nennenswerte Transfer, der auf Anhieb eine prägende Rolle einnimmt. Der Mittelfeldmann kam leihweise vom FC Toulouse und kennt Coach Kohfeldt bereits aus gemeinsamen Zeiten beim SV Werder Bremen.

Im Konzert der üblichen Leistungsträger sticht das Sturmduo, bestehend aus Isac Lidberg und Fraser Hornby, in der Offensive heraus: Beide steuerten bisher 16 Scorerpunkte bei – Lidberg ist als einer der Zweitliga-Toptorschützen mit 13 Treffern vermehrt fürs Toreschießen verantwortlich, Hornby mit schon sieben Assists ein ebenso starker Vorlagengeber wie Marco Richter (zehn Assists). Zusammen bilden sie den gefährlichsten Angriff der Liga.

Defensiver Dauerbrenner ist Patric Pfeiffer, neben ihm verteidigt zumeist Matej Maglica. Ist ein dritter Innenverteidiger gefragt, läuft Aleksandar Vukotic auf. Auffällig: Alle drei sind mindestens 1,95 Meter groß und dementsprechend enorm kopfballstark. Hinter ihnen hütet Marcel Schuhen verlässlich das Tor der Lilien und trägt zugleich die Kapitänsbinde.