Suche
Login
Bitte melde Dich mit deinen bestehenden Nutzerdaten an.
Junior Adamu: Als Kind träumt man davon, später redet man mit seinen Freunden darüber
Er jongliert mit dem Ball, flachst mit seinen Kollegen und versprüht positive Energie: Junior Adamu strahlt im Training des S04 – und hat allen Grund dazu. In der FIFA-Abstellungsperiode erzielte der 25-Jährige seinen ersten Treffer im Trikot der österreichischen Nationalmannschaft. Was ihm der Moment in Wien bedeutet, welchen speziellen Jubel er dem Tor widmete und was er über seinen Ex-Club SC Freiburg sagt, erzählt der Stürmer im Interview mit schalke04.de.
Junior, willkommen zurück auf Schalke. Wie war Deine Zeit beim ÖFB? Nach fast zwei Jahren bist Du in den Kreis des Nationalteams zurückgekehrt.
Ich hatte eine schöne Zeit und freue mich immer, wenn ich eingeladen werde. Mir macht es große Freude, beim ÖFB alte Kollegen wiederzutreffen, mit denen ich teilweise seit der Jugend zusammengespielt habe. Dazu gehören zum Beispiel Nicolas Seiwald, David Affengruber und Alexander Prass, die ich aus Salzburg kenne und mit denen ich auch zusammen für den FC Liefering aufgelaufen bin. Auch mit Kevin Danso, Paul Wanner oder Patrick Wimmer verstehe ich mich sehr gut.
Letztgenannter spielte auch bei Deinem Premieren-Tor für Österreich eine wichtige Rolle. Erzähl mal, wie hast Du den Moment beim 3:1-Sieg gegen den Kosovo erlebt?
Es war wunderschön – auch, weil wir das Tor zum 2:0 als Mannschaft sehenswert herausgespielt haben. Unser Torwart Christian Zawieschitzky leitet die Aktion ein, Xaver Schlager dribbelt an drei Mann vorbei und sieht dann Patrick Wimmer in einer Lücke durchstarten. Da hätte er auch schon zu mir spielen können – seine Entscheidung, auf Patrick zu spielen, war aber die richtige. (lacht) So sind wir zu zweit aufs Tor zugelaufen und ich wurde bedient. Danach konnte ich mit Patrick direkt den „Griddy“-Jubel auspacken. Darauf habe ich gewartet. (schmunzelt)
Das musst Du erklären. Hast Du Dir schon länger Gedanken dazu gemacht, wie Du Deinen ersten Treffer für die Nationalmannschaft feiern möchtest?
Der Jubel gehört für mich an besonderen Tagen dazu. Den „Griddy“, also diesen speziellen Tanz, den man auch aus Online-Games wie EA FC oder Fortnite kennt, habe ich auch nach meinem ersten Tor in der Champions League gegen den FC Bayern München gemacht. Das ist damals sogar ein wenig viral gegangen. Deshalb habe ich es ein paar Menschen versprochen, ihn auch im ÖFB-Trikot zu präsentieren. Jetzt war es an der Zeit, die Möglichkeit zu nutzen. (grinst)
Auch der Jubel verdeutlicht, dass Dir das Tor für Dein Heimatland viel bedeutet, oder?
Absolut, in meinem nun zehnten Länderspiel endlich meinen ersten Treffer erzielt zu haben, bedeutet mir sehr viel! Ich hatte direkt danach eine Gänsehaut. Als Kind träumt man davon, später redet man mit seinen Freunden über die Nationalmannschaft und die Vorstellung, für sein Land zu treffen. Es nun geschafft zu haben, ist unbeschreiblich. Ich kam nach der Partie gar nicht aus dem Grinsen heraus und werde den Moment nie mehr vergessen. Und auch mein Trikot hat schon seinen Platz bekommen: Es hängt bei mir im Gaming-Zimmer. Dort sammle ich alle besonderen Trikots.
Wer war nach dem Spiel alles unter den Gratulanten?
Neben Freunden und Familie, die vor Ort in Wien dabei waren, haben sich viele Personen aus dem Verein gemeldet. Miron Muslic hat mich angerufen, sich mit mir gefreut und mir gesagt, dass ich nun weiter Gas geben soll. Von den Spielern haben mir unter anderem Dejan Ljubičić, Vitalie Becker, Soufiane El-Faouzi und Mertcan Ayhan geschrieben. Als ich wiederkam, war unser Kapitän Kenan Karaman unter den ersten Gratulanten. Es ist schön zu sehen, wie die Jungs sich für mich freuen.
Das passt zu dem Eindruck, dass Du Dich sehr wohlfühlst auf Schalke.
Definitiv. Ich versuche, die Freude, die ich in mir habe, mit den Jungs zu teilen und die Zeit zu genießen. Vor dem Training gilt es, den Fokus hochzuhalten. Danach sind wir zwar alle fix und fertig, aber ich probiere, für gute Stimmung zu sorgen und den Jungs ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.
Fokus ist ein gutes Stichwort. Nach Deiner Rückkehr vom Nationalteam richtet sich der Blick auf die Begegnung mit Deinem Ex-Verein SC Freiburg, für den Du 67-Mal zum Einsatz gekommen bist. Wie bewertest Du die Aufgabe und was kannst Du über den Tabellendritten berichten?
Zu Hause sind die Freiburger sehr stark. Das rührt daher, dass sie eine sehr disziplinierte Mannschaft sind und einen großen Teamgeist besitzen. Dort arbeitet wie bei uns jeder für den anderen und gemeinsam für gesteckte Ziele. Mit unserer Intensität können wir den Sport-Club aber vor Probleme stellen. Wir werden uns auf jeden Fall bestmöglich vorbereiten, um Punkte mitzunehmen. Wenn ich dabei meinen Teamkameraden den einen oder anderen Tipp geben kann, mache ich das. Ich kenne den SCF nun mal gut. (schmunzelt)
Welchen Stellenwert besitzt für Dich die Rückkehr in den Breisgau?
Es ist wie beim Nationalteam immer schön, alte Bekannte wie Freiburgs Chef-Trainer Julian Schuster wiederzutreffen. Beim ÖFB habe ich mich auch schon mit Philipp Lienhart (Verteidiger beim SCF, Anm. d. Red.) unterhalten, der ebenfalls meinte, dass es ein gutes Spiel wird. Sobald dann der Anpfiff ertönt, ändere ich aber meine Einstellung: Dann zerreiße ich mich nur noch für den FC Schalke 04. Dann sind wir Gegner. Wie gesagt: Ich fahre dahin, um Punkte zu holen.