Ralf Fährmann im Kreisel-Interview: Wieder zu Hause

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt, das weiß auch Ralf Fährmann nach der vergangenen Spielzeit, in der er auf Leihbasis zum Premier-League-Aufsteiger Norwich City wechselte. Mit dem Schalker Kreisel, der zum Heimspiel gegen Werder Bremen erscheint, hat der Keeper über Umwege, Erfahrungen, seine Liebe zur Heimat und zu seinem neuen Mitbewohner gesprochen.

Ralf Fährmann mit seinem Hund Manni

Ralf, lass uns mal eben ein Jahr zurückreisen. Mit welchen Erwartungen bist du nach England gegangen?
Vorab muss ich sagen, dass es lange Zeit außerhalb meiner Vorstellungskraft lag, Schalke überhaupt zu verlassen, wenn auch nur für eine Leihe. Als es dann doch dazu kam, bin ich recht unbefangen an die Sache herangegangen, vielmehr mit der Vorfreude auf neue Erfahrungen, eine andere Kultur, Sprache, Mentalität und auf die Möglichkeit, in die Premier League reinzuschnuppern. Jeder Fußballer träumt davon, mal in Anfield oder Old Trafford zu spielen, das neue Stadion der Spurs zu sehen oder auf Traditionsclubs wie Burnley zu treffen, die vom Spielstil her klassisch englisch sind.

Hat sich deine Wahrnehmung durch die Distanz trotzdem verändert?
Ich habe gelernt, im Fußball alles mit ein wenig Abstand zu betrachten. Ich gebe nach wie vor alles für meinen Verein und meinen Beruf, versuche aber Dinge, die mir nicht guttun, weniger nah an mich heranzulassen und mich von der äußeren Beurteilung unabhängiger zu machen. Außerdem hat mir diese Erfahrung noch mal bestätigt, was ich ohnehin schon wusste: wie sehr ich an meiner Heimat und Schalke hänge. Deshalb freue ich mich sehr, wieder hier zu sein.

Nun bist du zurück in der Heimat – und mit deiner Frau quasi auf den Hund gekommen?
Ja, vor sechs Monaten. Ein Cane Corso namens Manni. Wir sind sehr tierlieb und haben uns schon länger damit beschäftigt, welche Rasse zu uns passen könnte. Uns war wichtig, dass er über einen ruhigen, ausgeglichenen Charakter verfügt, aber gleichzeitig einen Wachinstinkt hat und wir viel mit ihm unternehmen können. Einen Züchter zu finden war gar nicht so einfach, bei Bremen wurden wir fündig. Dort haben wir Mannis Eltern kennengelernt und uns für einen Welpen des Wurfs beworben. Bei unserem Besuch nach der Geburt war Manni eindeutig das Muttersöhnchen, jedoch auch der Erste, der auf uns zukam. Eigentlich hieß er Chester, aber Manfred, sprich: Manni, passt eindeutig besser in den Pott.

Wie es um die Stimmung in englischen Stadien aus Sicht eines Profis bestellt ist, was man sonntags in norwegischen Supermärkten nicht erwerben kann und wie sich der Zugang im Hause Fährmann eingelebt hat – all das lesen Mitglieder im neuen Schalker Kreisel, der zum Heimspiel gegen Bremen verschickt wurde und zudem digital abrufbar ist.

Schalker Kreisel-App

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