1. FSV Mainz 05: Zwischen Offensivpower und Abwehrsorgen

Gerade einmal acht Zähler hatte der 1. FSV Mainz 05 zu Beginn der Winterpause der vergangenen Saison auf dem Konto und befand sich aufgrund der mageren Ausbeute in akuter Abstiegsgefahr. Zum aktuellen Zeitpunkt haben die Rheinhessen bereits sieben Punkte gesammelt. Einen entscheidenden Anteil am Umschwung in den vergangenen zehn Monaten hat Urs Fischer.

Halbkörperaufnahme von Mainz' Trainer Urs Fischer

Der Schweizer, der nach der Beurlaubung von Bo Henriksen im Dezember 2025 das Traineramt bei den Nullfünfern übernommen hatte, führte sein Team in der Rückrundentabelle ins obere Drittel und im Gesamtklassement auf einen sicheren zehnten Platz – mit einem mehr als ordentlichen Polster auf den Relegationsrang. Im zweiten Saisonteil sammelte der FSV sogar mehr Punkte als die diesjährigen Europapokal-Starter Leverkusen, Hoffenheim und Freiburg.

Am Saisonziel ändert der Lauf in der vergangenen Rückrunde aber nichts. „Wir wollen so schnell wie nur möglich Distanz zum Tabellenende schaffen und nichts mit dem Abstieg zu tun haben“, so Fischer. „Danach können wir weiterschauen.“

Wir wollen so schnell wie nur möglich Distanz zum Tabellenende schaffen.

Urs Fischer

In den ersten Partien der aktuellen Spielzeit setzte Fischers Mannschaft den positiven Trend des vergangenen Halbjahres nur in der Fremde fort. Beide Auswärtsspiele wurden spektakulär gewonnen (5:0 in Hamburg, 4:3 in Mönchengladbach). Zu Hause stottert der Mainzer Motor bislang hingegen noch. Auf ein 0:0 zum Auftakt gegen Aufsteiger Paderborn folgten eine 1:3-Pleite gegen Frankfurt und zuletzt eine 3:4-Schlappe gegen Leverkusen. Der letzte Heimsieg liegt fast sieben Monate zurück.

Zehn Gegentore in den vergangenen drei Spielen

Was bei den jüngsten Resultaten direkt ins Auge fällt: Der FSV ist defensiv zu anfällig. Gleich zehnmal landete der Ball in den vergangenen drei Begegnungen im eigenen Kasten. „Wer vier Gegentore zulässt, macht sich das Leben selbst schwer“, meint Sportdirektor Niko Bungert bei der Rückschau auf die jüngste Partie gegen Leverkusen und legt damit den Finger in die Wunde. Abwehrspieler Stefan Posch sieht es ähnlich: „Das entspricht nicht unserem Anspruch an die Defensive. Die Gegentore fallen dann auch viel zu einfach. Wir müssen lernen, kompakter zu verteidigen.“

Vorne läuft es hingegen bislang rund. Bereits 13-mal brachten die Mainzer den Ball im gegnerischen Gehäuse unter. Gleich vier dieser Treffer gehen auf das Konto von Phillip Tietz, dessen Sturmkollege Sheraldo Becker auch schon zweimal traf und darüber hinaus drei Assists lieferte.

Neben dem Angriffsduo ist Nadiem Amiri einer der Schlüsselspieler bei den Rheinhessen. Im Sommer hatte es immer wieder Gerüchte um einen Abgang des WM-Teilnehmers gegeben, die der Mittelfeldspieler auf einem Fantreffen dann allerdings unter großem Jubel entkräftete. Seine Worte Anfang August: „Ich fühle mich brutal wohl und wir wollen zusammen Großes erreichen!“