Rabbi Matondo: Versuche immer, positive Energie auszustrahlen

Es sind ungewohnte Zeiten, aber auch in diesen versucht Rabbi Matondo, seinen Humor nicht zu verlieren. Im Interview mit schalke04.de verrät 19-Jährige, was er aktuell am meisten vermisst, welche Mannschaftskollegen ihn zum Lachen bringen und welche Ziele er für die am Wochenende wiederbeginnende Saison verfolgt.

Rabbi Matondo

Rabbi, wie geht es dir und deiner Familie in der Heimat?
Mir geht es gut, vielen Dank. Auch meiner Familie zu Hause geht es gut. Das Wichtigste in der aktuellen Situation ist es, dass wir zusammenhalten und uns an die Vorgaben halten.

Was vermisst du in der aktuellen Zeit am meisten?
Am meisten vermisse ich aktuell meine Familie und Freunde, die ich derzeit nicht treffen kann. Das ist momentan sehr schwierig für mich.

Hast du dir zuletzt neue Fähigkeiten angeeignet, zum Beispiel Kochen?
Kochen musste ich mir bereits aneignen, als ich nach Deutschland gezogen bin. Ich würde sagen, dass ich durch die aktuelle Situation ein besserer Koch geworden bin. Zudem lerne ich Sprachen – insbesondere Deutsch, das ist natürlich die wichtigste Fremdsprache für mich aktuell. Ich versuche zudem, Walisisch und Französisch noch besser zu können.

Du hast vor kurzer Zeit Wales in einem FIFA-Turnier vertreten. Wie verlief das so?
Der Start ins Turnier war gut, ich habe zunächst gewonnen. Doch dann habe ich ziemlich hoch verloren – das Ergebnis möchte ich an dieser Stelle nicht nennen (lacht). Alles in allem würde ich sagen, dass es eine gute Erfahrung war, gegen andere Spieler anzutreten und zu sehen, wie gut sie spielen.

Hast du schon gegen Nassim gezockt?
Nein, ich habe noch nicht gegen Nassim FIFA gespielt – und das werde ich auch so gut es geht noch für eine längere Zeit vermeiden (lacht). Meine FIFA-Form zuletzt war nicht allzu gut. Ich habe gehört, dass Nassim an der Konsole momentan extrem stark ist. Wenn ich in den nächsten Wochen noch ein bisschen trainieren kann, fordere ich ihn vielleicht mal heraus.

Die meiste Zeit versuche ich, positiv zu bleiben und das Leben zu genießen.

Rabbi Matondo

Du bist eigentlich immer gut gelaunt. Was muss passieren, damit selbst du mal richtig schlechte Laune hast?
Ich versuche immer, positive Energie auszustrahlen und meine Mitmenschen aufzumuntern. Das mache ich sehr gerne mit dem einen oder anderen Spaß. So bin ich nun mal und ich versuche, andere dazu zu bringen, ebenfalls so zu sein. Die Leute, dich mich in- und auswendig kennen, können sofort erkennen, wenn es mir mal nicht so gut geht. Aber die meiste Zeit versuche ich, positiv zu bleiben und das Leben zu genießen. Wenn es meiner Familie und meinen Freunden schlecht gehen würde, dann würde das auch meine Stimmung extrem trüben, aber das ist zum Glück aktuell nicht der Fall.

Vor Kurzem hat man dich auf einem Foto in Surfer-Pose in einem skurrilen Outfit gesehen. Was hatte es damit auf sich?
Die Idee zu diesem Bild entstammt aus dem Film „Die Unglaublichen – The Incredibles“. Frozone ist einer der Charaktere im Film. Es war für eine Geburtstagsparty von Bastian Oczipka und Daniel Caligiuri im Januar. Wir mussten uns alle verkleiden. Die Feier ist schon länger her, ich habe mich erst vor Kurzem dazu entschieden, dieses Foto zu posten, um in dieser unschönen Zeit etwas Lustiges zu teilen.

Rabbi Matondo

Deine Teamkollegen haben bereits berichtet, dass ihr, als ihr euch in der Mannschaft weniger sehen konntet, sehr viel über euren Team-Chat bei WhatsApp geschrieben habt. Wer ist derjenige in der Mannschaft, der diese Gruppe am meisten zuspamt?
Das sind Benito Raman und Salif Sané! Sie sind sehr witzig, das muss ich dabei aber zugeben. Auch Amine Harit und Daniel Caligiuri bringen mich häufiger zum Lachen.

Ich möchte weitere Spielminuten sammeln und der Mannschaft dabei helfen, Siege einzufahren.

Rabbi Matondo

Im Home-Office habt ihr viel für die Kraft und Fitness gemacht. Bist du also besonders froh, dass ihr wieder auf dem Platz und mit dem Ball trainieren dürft? Oder machen dir Kraft- und Fitnesstraining womöglich Spaß?
Ich bevorzuge das Spielen am Ball mehr als die Fitnesseinheiten, aber ich weiß, dass ich körperlich noch etwas zulegen muss, deswegen ist es für mich nicht schlecht gewesen, dass wir in diesem Bereich zuletzt viel gemacht haben. Ich bin aber sehr froh, dass wir nun seit längerer Zeit wieder mit dem Ball trainieren können.

Die EM musste um ein Jahr verschoben werden, du hattest dich mit Wales dafür qualifiziert. Ärgert dich die Verschiebung oder siehst du sie gar als Chance, um dich im nächsten Jahr noch mehr in der Nationalmannschaft zu etablieren?
Sich mit Wales für die Europameisterschaft zu qualifizieren, war eine unglaubliche Leistung. Wir hatten uns sehr auf das Turnier gefreut, es ist bitter, dass es verschoben werden musste. Für junge Spieler wie mich bietet es aber auch die Möglichkeit, sich noch mehr im Club und auch in der Nationalmannschaft zu etablieren.

Was sind deine persönlichen Ziele für den Rest der Saison mit Schalke?
Ich möchte weitere Spielminuten sammeln und der Mannschaft dabei helfen, Siege einzufahren. Für diese Ziele möchte ich die eine oder andere Vorlage oder das eine oder andere Tor beisteuern.

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Seite teilen

Das könnte dich auch interessieren

Can Bozdogan

Can Bozdogan: Ich habe an meine Chance geglaubt

Mit Can Bozdogan zählt ein Akteur, der im Vorjahr noch in der U19 spielte, seit dem Start der Vorbereitung fest zum Lizenzspielerkader. Im Interview mit schalke04.de spricht der 19-Jährige über seine Zeit in der Knappenschmiede, seine ersten Wochen bei den Profis, Spieler, die ihn inspirieren und die Hoffnung, dass er zum Einstand nicht singen muss.

Peter Knäbel

Peter Knäbel: Nicht jammern, sondern anpacken

Eine unvergleichliche Saison 2019/2020 liegt hinter der Knappenschmiede. Die Corona-Krise setzte Mitte März dem Spiel- und Trainingsbetrieb ein jähes Ende und stellte alle Beteiligten vor nie dagewesene Herausforderungen. Aus sportlicher Sicht wurde an einigen Stellschrauben gedreht, und das eine oder andere Nachwuchstalent schnupperte Bundesliga-Luft. Im Interview mit schalke04.de zieht Peter Knäbel, Technischer Direktor Knappenschmiede und Entwicklung, eine erste Bilanz.

Oliver Held

Oliver Held im Kreisel-Interview: Ich wäre der sechste Schütze gewesen

Vor 25 Jahren warf sich Oliver Held in ein königsblaues Abenteuer, das aus dem zuverlässigen Mann in zweiter Reihe einen Eurofighter und Vizemeister machte. Im neuen Schalker Kreisel blickt der 47-Jährige auf sechs unvergessliche Spielzeiten im S04-Trikot zurück.

Nassim Boujellab

Nassim Boujellab im Kreisel-Interview: Unmaskiert

Hinter Nassim Boujellab liegen bewegte Monate. Über sein erstes Profijahr und die eigenen Wurzeln spricht der 21-Jährige im neuen Schalker Kreisel.