Christian Gross: Mehr Torgefahr entwickeln, dabei die Balance nicht verlieren

Zum 158. Mal stehen sich am Samstag (20.2., 18.30 Uhr) der FC Schalke 04 und der BVB in einem Pflichtspiel gegenüber, für Christian Gross ist es das erste Revierderby als Chef-Trainer der Königsblauen. Der 66-Jährige hat in seiner langjährigen Trainerkarriere aber bereits einige Derbys absolviert. „Meistens gehe ich als Sieger vom Platz“, sagt Gross lächelnd, der gerne einen Erfolg mit Königsblau gegen Schwarzgelb zu seiner Vita hinzufügen würde.

Christian Gross

„Es sind ganz spezielle Spiele zwischen zwei Clubs, die eine große Rivalität haben“, weiß Gross um die Wichtigkeit der Partie gegen den BVB. Zugleich betont der Fußballlehrer, dass diese Begegnung auch aufgrund der aktuellen Tabellensituation sehr bedeutend ist, „da wir die Punkte dringender benötigen als die Dortmunder, um nicht abzusteigen. Dementsprechend hat die Partie eine extrem hohe Brisanz.“ Mit Videos soll die Mannschaft zusätzlich gepusht werden. „Aber unsere Spieler wissen auch so ganz genau, worum es morgen geht“, betont Gross.

Unsere Spieler wissen ganz genau, worum es morgen geht.

Christian Gross

Um das Ziel Derbysieg umzusetzen, seien Entschlossenheit und Cleverness wichtig. Seit seinem Amtsantritt erkennt Gross einen Fortschritt im Offensivspiel seiner Mannschaft, da diese das Spiel weiter nach vorne verlagert habe und insgesamt druckvoller agiere. Letzteres müsse aber auch im letzten Drittel vermehrt geschehen, um, anders als zuletzt bei Union Berlin, mehr Chancen herauszuarbeiten. „In dieser Woche haben wir Angriffssituationen einstudiert, die hoffentlich zum Erfolg führen“, berichtet Gross, der davor warnt, dem Gegner ins offene Messer zu laufen. „Es gilt immer, die Balance zu finden. Auf der einen Seite benötigen wir unbedingt die Punkte und müssen nach vorne agieren, auf der anderen Seite dürfen wir die Defensive nicht vernachlässigen“, sagt Gross.

Besondere Derby-Aktion der Fans

Mehr Torgefahr soll insbesondere aus dem Mittelfeld kommen. „Ich erwarte auch von den äußeren Mittelfeldspielern, dass sie vermehrt den Abschluss suchen“, sagt Gross, der sich erhofft, dass sein Team dadurch in der Offensive schwerer auszurechnen ist.

Für das Derby stehen Gross neben den an der Wade verletzten Matija Nastasic und Klaas-Jan Huntelaar auch Frederik Rönnow (Leisten-/Adduktorenprobleme) und Mark Uth (Oberschenkel) sowie die seit längerer Zeit ausfallenden Goncalo Paciencia, Steven Skrzybski, Kilian Ludewig und Salif Sané nicht zur Verfügung. Mindestens genauso schmerzhaft ist der weiterhin fehlende zwölfte Mann – speziell in dieser Partie. „Zuschauer gehören eigentlich zu den Derbys dazu“, sagt Gross, der aber weiß, dass die königsblaue Anhängerschaft vor dem Fernseher mitfiebern und die Mannschaft auf diese Art und Weise lautstark anfeuern wird. Mit einer besonderen Aktion, bei der T-Shirts in der VELTINS-Arena ausgelegt werden, bekunden zusätzlich Tausende Fans ihre Unterstützung. Gross: „Dies zeigt die Verbundenheit der Fans zum Club. Sie sind dadurch präsent. Die Spieler freuen sich, dass die Fans so sehr hinten ihnen stehen.“

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