Sven Piepenbrock: Das wäre eine schöne Geschichte gewesen

Es war ein Duell ohne Chef-Trainer: Da Dimitrios Grammozis und St. Paulis Coach Timo Schultz wegen Covid 19-Infektionen am Samstag (4.12.) nicht an der Seitenlinie stehen konnten, übernahmen bei beiden Clubs die Assistenten das Kommando. Nach dem Schlusspfiff blickten Schalkes Sven Piepenbock und St. Paulis Loïc Favé auf die intensive Begegnung zurück. Auch Martin Fraisl äußerte sich zum Geschehen. schalke04.de hat die Aussagen des Trios notiert.

Sven Piepenbrock

Sven Piepenbrock:

Es war sicherlich ein besonderes Spiel. Aber ich habe mich im Vorfeld und während des Spiels selbst gar nicht so sehr damit beschäftigt, dass ich heute in einer anderen Rolle gewesen bin. Denn mein gesamter Fokus und meine gesamte Energie haben der Mannschaft gehört. Wir als Trainerstab haben in der ganzen Woche und auch beim Spiel versucht, die Situation gemeinsam zu meistern. Unser Spielanalyst Lars Gerling stand während der 90 Minuten in Kontakt mit Dimitrios Grammozis, wir haben uns dann in gewissen Situationen ausgetauscht.

Die Niederlage tut weh. Wir hätten das erste Gegentor besser verteidigen müssen. In dieser Situation waren wir etwas zu passiv – und Guido Burgstaller hat dies dann eiskalt ausgenutzt. Zu Beginn der zweiten Halbzeit haben wir taktisch etwas umgestellt, dadurch konnten wir etwas mehr Druck erzeugen. Wir haben in den zweiten 45 Minuten gute Bälle in die Box gebracht. Leider waren wir aber nicht immer erster Abnehmer der Hereingaben. Wenn wir direkt nach der Pause zum 1:2 verkürzt hätten, wäre es noch einmal eine andere Situation gewesen. Wir hätten mehr Zeit gehabt, das Ding noch zu drehen. Zudem hätte das direkt ein gutes Gefühl gegeben. Nach Rodrigo Zalazars Tor hatte ich Hoffnung, dass uns auch noch der Ausgleich gelingt. Leider lag bei Thomas Ouwejans Treffer eine knappe Abseitsentscheidung vor. Beinahe hätte Keke Topp in der Nachspielzeit noch auf 2:2 gestellt. Das wäre eine schöne Geschichte für den Jungen und für uns gewesen.

Loïc Favé:

Ich bin unglaublich stolz auf die Mannschaft. Wie wir den Ausfall von Timo Schultz als Team aufgefangen haben, das war überragend. Fabian Hürzeler hat heute vor dem Spiel eine Ansprache gehalten, bei der ich Gänsehaut bekommen habe. Es war aus meiner Sicht eine brutale Energieleistung. Wir haben als Mannschaft sehr geschlossen verteidigt. Guido Burgstaller ist dabei ein Spieler, der vorangeht. Es ist unglaublich, wie er auf das Spiel einwirkt – nicht nur wegen der Tore.

Nach der 2:0-Führung haben wir zu Beginn der zweiten Halbzeit etwas gebraucht, um wieder reinzukommen. Danach hatten wir aber einige Situationen, in denen wir auf 3:0 hätten stellen können. Der Anschlusstreffer ist aus meiner Sicht dann etwas aus dem Nichts gefallen. So wurde es noch einmal hektisch.

Martin Fraisl:

Der FC St. Pauli war der erwartet schwere Gegner. Die Mannschaft hat eine gute Struktur, wirkt sehr gefestigt und hat es im ersten Durchgang geschafft, dem Spiel den Stempel aufzudrücken. Gerade Guido Burgstaller hat uns das Leben schwergemacht. Er spielt mit wahnsinnig viel Körperlichkeit, geht gut in die Bälle und hat einen starken Abschluss – egal ob mit links, rechts oder dem Kopf. Wir haben zu spät eine Antwort gegeben. Die Woche war sicherlich nicht einfach für uns. Aber die Ereignisse haben gerade in der ersten Halbzeit keine Rolle gespielt. Das dürfen und werden wir nicht als Ausrede nehmen.

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