Verbote und Regeln

Stadionverbote

Vor der Vergabe eines Stadionverbotes durch den FC Schalke 04 wird dem Betroffenen gemäß § 6a I der DFB-Richtlinien die Möglichkeit zu einer Stellungnahme gegeben. Dies geschieht mittels eines Schreibens des Vereins, in dem über die Beabsichtigung informiert wird und die Person die Kontaktdaten des Schalker Fanprojekts erhält. In Absprache mit dem Fanprojekt wird anschließend ein Termin zur Anhörung vereinbart, an der neben dem Stadionverbotsbeauftragten Vertreter des Schalker Fanprojekts und der Abteilung Fanbelange des FC Schalke 04 beratend teilnehmen.

Auswärtsfans die vom FC Schalke 04 ein Stadionverbot bekommen sollen wenden sich bitte an ihre Fanbetreuung, die anschließend den Kontakt herstellt und gemeinsam mit der Abteilung Fanbelange nach einer angemessenen Lösungsmöglichkeit sucht.

Fanbelange

FC Schalke 04

Ernst-Kuzorra-Weg 1
45891 Gelsenkirchen

E-Mail: fanbelange@schalke04.de

Vorstandsmitglied Peter Peters

Rechtsextremismus und Diskriminierung haben bei uns auf Schalke keinen Platz! Dafür reicht nicht nur ein Blick in unser Leitbild, wo es unter Punkt 8 heißt: „Von uns Schalkern geht keine Diskriminierung oder Gewalt aus. Wir zeigen Rassismus die Rote Karte und setzen uns aktiv für Toleranz und Fairness ein.“

Auch in der VELTINS-Arena zeigen zwei große Banner unter dem Dach unsere Werte und unsere Einstellung: „Mit Tradition und Leidenschaft – gegen Homophobie und Rassismus.“ Das immer wieder zu betonen, liegt nicht nur mir, sondern dem gesamten Vorstand und Verein am Herzen.

An dieser Stelle wollen wir einmal mehr ein Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen und auf rechtsextreme Symbole und Marken aufmerksam machen, die auf Schalke keinen Platz haben.

„Weil ich echt auf FC Schalke steh“
ist eine Textzeile aus dem Lied, das als Titel für diesen Flyer gewählt wurde. Das Herz schlägt Blau und Weiß – Hautfarbe, Herkunft, Religion, soziale Stellung, sexuelle Orientierung, geistige oder körperliche Einschränkungen spielen keine Rolle. Worauf wir auf Schalke aber gar nicht stehen, sind rechtsextremes Gedankengut und entsprechende Symboliken, die leider auch aus der VELTINS-Arena noch nicht ganz verschwunden sind.

Als Abteilung Fanbelange möchten wir gemeinsam mit dem Schalker Fanprojekt sowie den Fanorganisationen Aufklärungsarbeit leisten und über verbotene Zeichen, Bands und Marken informieren, die oftmals nicht auf den ersten Blick als solche erkennbar sind. Sollten euch diese Symboliken im Stadion auffallen, bitten wir darum, dass ihr euch an den Ordnungsdienst wendet. Bringt euch nicht selber in Gefahr und lasst euch nicht auf Provokationen oder Diskussionen ein.


Verbotene und unerwünschte rechte Symbole, Codes und Abzeichen

Exemplarisch aufgeführt: Gemäß § 86a StGB strafbar

Blood & Honour (Blut und Ehre)
„Blood & Honour“ ist eine von „Skrewdriver“-Sängers Ian Stuart mitgegründete Skinhead-Organisation, welche besonders durch Musik versucht, Menschen an rechtsextreme Ideologien zu binden. Das Zeigen des Logos ist in Deutschland strafbar.


SS-Totenkopf
Der SS-Totenkopf wurde als Emblem auf den Uniformen der Waffen-SS getragen und wird jetzt unter anderem von „Combat 18“, einer internationalen, terroristischen Nazi-Vereinigung genutzt. Der Wahlspruch der SS „Meine Ehre heißt Treue“ sowie der Totenkopf sind nach § 86a StGB verboten.


Keltenkreuz
Das gleichschenklige Keltenkreuz gilt für Rechtsextreme als ein Sinnbild des „kulturellen Erbes der nordischen weißen Rasse“ und ist auch unter dem Begriff „Heidenkreuz“ bekannt. Das Verwenden und Verbreiten des Symbols ist nach § 86a StGB verboten und strafbar.


Wolfsangel
Ursprünglich ein Jagdgerät, soll die Wolfsangel in Rechtsextremen Kreisen für „Wehrhaftigkeit und Widerstand“ stehen. Eine Darstellung der Wolfsangel mit Bezug auf verbotene Organisationen wie die „Hitler-Jugend“ oder die „Junge Front“ ist strafbar.


(Doppel-) Sig-Rune
Wurde als Abzeichen auf den Uniformen der Schutzstaffel (SS) getragen, die SS war im nationalsozialistischen Regime maßgeblich am Holocaust beteiligt.


Mystische Symboliken

Eisernes Kreuz
Das Eiserne Kreuz war ursprünglich eine Militärauszeichnung, in der NS-Zeit wurde es letztmalig in Verbindung mit dem Hakenkreuz verliehen. In der rechten Szene wird es gerne bezugnehmend auf die NS-Zeit getragen. In Verbindung mit dem Hakenkreuz ist das Eiserne Kreuz strafbar. Gerade das Eiserne Kreuz findet gerne auch in anderen Szenen Verwendung, so ist es in der Metal- oder Bikerszene sehr beliebt und zeigt dort nicht die Verbindung zum Nationalsozialismus auf.


Schwarze Sonne
Zwölf im Kreis angeordnete Sig-Runen (in doppelter Ausführung das SS-Abzeichen) oder als zwölfarmiges Hakenkreuz zu deuten.


Odal-Rune
Die Odal-Rune wurde in der NS-Zeit von der Hitler-Jugend und der SS als Abzeichen benutzt. Mit dem Zusatz „Wiking-Jugend“ ist das Tragen dieser Rune strafbar.


Triskale
Die Triskele ähnelt dem Hakenkreuz und wird deshalb oft in der rechten Szene benutzt. Sie ist ebenso das Symbol der verbotenen Organisation „Blood & Honour“.


Zahnrad
Als Symbol der Arbeiterschaft war das Zahnrad in Verbindung mit dem Hakenkreuz das Emblem der größten NS-Massenorganisation, der Deutschen Arbeitsfront (DAF).


Lebensrune/Todesrune
Die beiden Runen werden weltweit von verschiedenen Neonazi-Organisationen verwendet.


Sonstige

Walhall(a)
Walhall(a) bezeichnet in der germanischen Mythologie den Ort, an dem Odin die in der Schlacht gefallenen Kämpfer versammelt. In rechten Kreisen wird oft ein Bezug zum politischen Kampf dargestellt, außerdem gibt es die rechte Modemarke „Walhalla Germany“.


White Power
Der Begriff „White Power“ gilt in rechtsextremen Kreisen als Sammelbegriff für ihren „Kampf um die Überlegenheit der Weißen gegenüber der Schwarzen“. Es ist eine weltweit rassistisch organisierte Bewegung, welche ihre Wurzeln im Kampf gegen die schwarze Bürgerrechtsbewegung in den USA hatte.


Hammerskins
Die gekreuzten Hämmer symbolisieren für das international agierende Netzwerk die Herkunft in der Arbeiterklasse. Die rassistischen und teilweise nationalsozialistischen Hammerskins sind extrem gewaltbereit und verfolgen das Ziel, „weltweit alle weißen, nationalen Kräfte“ zu vereinen.


Rudolph Hess
Hess wird in rechten Kreisen als „Märtyrer für Deutschland“ angesehen. Er war seit 1920 Mitglied der NSDAP und Stellvertreter Hitlers. 1946 wurde er von den Alliierten zu lebenslanger Haft verurteilt und beging 1987 Selbstmord.


Bands

Endstufe
Eine der ersten deutschen Nazi-Skinhead-Bands, wurde bereits 1981 gegründet.


Die Lunikoff Verschwörung / Landser
2004 gründete Michael „Lunikoff “ Regener „Die Lunikoff Verschwörung“, nachdem die Polizei gegen ihn und seine Bandkollegen von „Landser“ ein Strafverfahren mit dem Vorwurf der Bildung einer kriminellen Vereinigung eingeleitet hatte. „Landser“ war bis zu diesem Zeitpunkt die erfolgreichste und bekannteste extrem rechte deutsche Band. Die Band „Landser“ und „Die Lunikoff Verschwörung“ als Nachfolgeprojekt müssen daher zwangsläufig zusammen betrachtet werden.


Sleipnir
Gegründet wurde die Gruppe, deren Name sich auf das achtbeinige Pferd des germanischen Gottes Odin bezieht, 1991 in Ostwestfalen. „Sleipnir“ tritt häufig im Rahmen von NPD oder internationalen Blood & Honour-Veranstaltungen auf. Ihre Lieder waren auch auf Schulhof-CDs der NPD vertreten.


Kategorie C / KC / Hungrige Wölfe
Eine Bremer Hooligan-Band mit Verbindung in die rechte Szene. Mitglieder der Band gehören der rechten Hooligan-Gruppe „Standarte (88) Bremen“ an.


Kleidermarken

Consdaple
Wird „Consdaple“ in Verbindung einer geöffneten Jacke getragen,lässt sich eindeutig die Buchstabenfolge „NSDAP“ erkennen. Zusätzlich zum Schriftzug findet man zum Teil einen Adler aufgedruckt, der den Adlern ähnelt, die in Logos des Dritten Reiches verwendet werden. Lonsdale gilt wegen der Buchstaben-Kombi ebenso als rechte Marke, obwohl die Firma seit vielen Jahren durch entsprechende Kampagnen gegensteuert.


Thor Steinar
Eine Bekleidungsmarke, die in rechtsextremen Kreisen aufgrund ihrer mystischen Symboliken sehr verbreitet ist. Mit germanischen Runen, völkischer Symbolik sowie zweideutigen T-Shirt-Aufdrucken wie „Ski Heil“ oder „Hausbesuche“ (mit einem Maschinengewehr darunter) machte sich die Marke schnell in der rechtsextremen Szene beliebt. Am Anfang gab es sie nur in einschlägig bekannten Szeneläden, inzwischen versucht die Marke, auch in „normalen“ Sportläden Fuß zu fassen.


Erik and Sons
Eine Bekleidungsmarke, welche ähnlich wie „Thor Steinar“ hauptsächlich mystische, nordische Symbole und Runen nutzt, in rechtsextremen Kreisen sehr beliebt.


Masterrace Europe
Übersetzt man den Namen dieser Bekleidungsmarke, stellt man fest, dass es sich mit „Herrenrasse“ um einen zentralen Begriff des Nationalsozialismus handelt.


Ansgar Aryan
Wie alle vorher genannten Marken bedient sich auch Ansgar Aryan der mystischen, nordischen Symbolik und ist mit den gewählten Slogans wie „Kraft durch Freude“, welche eine nationalsozialistische Organisation war, in rechten Kreisen sehr beliebt.


Dobermann Deutschland
Diese Marke gilt als Gegenstück zu „Pitbull Germany“, eine Kleidermarke, die in rechten Kreisen ebenso beliebt ist, sich aber von der rechtsextremen Szene distanziert hat.


Zahlencodes

ZahlBedeutung
88steht für „Heil Hitler“
28steht für „Blood & Honour“
14steht für „Auf Deutschland“ „14 Words“ (Rechtsextremes Glaubensbekenntnis)
74steht für „Großdeutschland“
Zahlencodes beziehen sich auf die Buchstaben des Alphabets.