Fehlentscheidung schmerzt - S04 fasst sich aber auch an die eigene Nase

Um 22.37 Uhr stieg der Lärmpegel in der ohnehin schon stimmungsgeladenen VELTINS-Arena am Mittwoch (18.4.) noch einmal deutlich an. Franco Di Santo hatte im Halbfinale des DFB-Pokals gegen Eintracht Frankfurt den Ball soeben zum vermeintlichen 1:1 ins linke obere Eck genagelt. Der Ausgleich wäre gleichbedeutend mit der Verlängerung gewesen, in der die Knappen aufgrund eines Platzverweises gegen Gelson Fernandes in der Schlussphase in Überzahl agiert hätten.

Naldo, Di Santo, Schiedsrichter, Frankfurt, Pokal

Der Jubel der Fans sowie der blau-weiß gekleideten Protagonisten auf dem Feld verhallte allerdings nach wenigen Sekunden. Denn Robert Hartmann verweigerte dem Treffer in der vierten Minute der Nachspielzeit die Anerkennung. Noch bevor die Kugel die Torlinie überquerte, hatte der Unparteiische gepfiffen. „Auf der Bank habe ich nicht erkannt und damit auch nicht verstanden, was der Schiedsrichter gesehen hat“, sagt Christian Heidel. Die Aufklärung für den Sportvorstand folgte wenig später. „Im Nachhinein hat der Schiedsrichter mir gesagt, dass er sich ganz sicher war, dass es ein Handspiel war“, so der 54-Jährige.

Doch damit lag Hartmann falsch. „Es war ein reguläres Tor“, ärgert sich Di Santo. „Ich habe dem Schiedsrichter mehrfach erklärt und geschworen, dass ich nicht mit der Hand am Ball war. Es war die Brust. Jeder, der sich die TV-Bilder anschaut, wird das auch bestätigen können.“ Besonders bitter: Weil das Spiel noch vor dem Einschlag des Balles im Netz mit einem Pfiff unterbrochen wurde, konnte der Videoassistent nicht einschreiten. Hätte Hartmann die Situation hingegen wenige Augenblicke weiterlaufen lassen, wäre die Szene ein Fall für Günter Perl am Monitor in Köln gewesen.

Es war ein reguläres Tor.

Franco Di Santo

Heidel berichtet, dass der Referee nach dem Schlusspfiff aufgrund seiner kurz zuvor getroffenen Entscheidung keinen sehr glücklichen Eindruck gemacht habe. „Er hat falsch gelegen“, sagt der 54-Jährige der sich die Szene mehrfach auf den Bildschirmen in den Katakomben der VELTINS-Arena angeschaut hatte. Sein Frankfurter Kollege Fredi Bobic gab ihm dabei recht. „Das war eine glückliche Szene für uns“, so der Sportvorstand der Hessen.

Auch eine andere Situation ärgerte Heidel, denn „der Eckball vor dem Frankfurter Siegtreffer hätte nicht gegeben werden dürfen, da es zuvor ein klares Foulspiel an Benjamin Stambouli gab.“ Trotzdem ist es den Beteiligten auf königsblauer Seite wichtig, den Unparteiischen nicht als alleinigen Schuldigen für das Ausscheiden darzustellen. Domenico Tedesco erklärt: „Wir fassen uns an die eigene Nase, wir hätten einfach Tore machen müssen.“

Das meint auch Heidel. „Wenn wir unsere Chancen, die wir in der zweiten Halbzeit hatten, genutzt hätten, wären wir mit ziemlicher großer Wahrscheinlichkeit nach Berlin gefahren“, sagt der Sportvorstand. „Dass wir das Endspiel verpasst haben, ist sehr bitter und tut weh. Aber ich habe auch immer gesagt, dass wir mit Rückschlägen leben müssen“, erklärt er. „Jetzt gilt es, die Köpfe schnell wieder hochzubekommen. Wichtig ist, dass wir jetzt Größe zeigen und uns in den kommenden Spielen in der Bundesliga für eine insgesamt sehr starke Saison belohnen. Das Pokal-Aus wird uns ganz sicher nicht umwerfen!“

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