Bastian Oczipka: Bis zum Ende ein Ringen um die Plätze

Für die Knappen war die erste Niederlage nach 13 Spielen kein Grund, um Trübsal zu blasen. Und Zeit dazu gibt es sowieso nicht. Kaum aus Leipzig zurück, wartete auf die Spieler die Leistungsdiagnostik. Nach der Laufanalyse nahm sich Bastian Oczipka die Zeit für einen Rück- sowie einen Ausblick. Auf schalke04.de spricht der Linksfuß über das 1:3 in Leipzig, die Stimmung in der Mannschaft und die kommende Aufgabe gegen Hannover 96.

Bastian, während der Leistungsdiagnostik bist du ordentlich gefordert worden. Was macht diese eigentlichen kurzen Tests so anstrengend?
An sich ist es eine ganz normale Laufanalyse, die wir mindestens zweimal im Jahr machen. Normalerweise findet sie in der Winter- und der Sommerpause statt, damit uns dann die Daten für das Training vorliegen. Schließlich sollen wir immer in den richtigen Gruppen laufen können. Sprich: Niemand soll überlastet oder eben unterbelastet werden. Dieses Jahr war die Winterpause allerdings zu kurz, daher ging es für uns erst jetzt wieder an die Ausbelastung. Vom Umfang her ist diese zwar nicht lange, jedoch ist die Intensität sehr hoch. Da gerät jeder ordentlich ins Pumpen (lacht).

Apropos Pumpen, aus dem Kraftraum hört man laute Musik. Habt ihr die Niederlage in Leipzig abgehakt und blickt positiv nach vorne?
Definitiv. Schließlich war Samstag nicht alles schlecht. Wir sind gut in das Spiel gestartet und hatten in den ersten 30 Minuten viele gute Aktionen, die, so mein Gefühl, die Leipziger etwas ratlos gemacht haben. Wir sind schnell hinter ihre Kette gekommen, um dann dementsprechend nachrücken zu können. So hatten wir uns das auch vorgenommen. Allerdings haben wir ihnen dann in die Karten gespielt und sie wieder stark gemacht.

Kannst du das genauer erklären?
In der zweiten Halbzeit haben wir angefangen, den Leipzigern ins Pressing zu spielen. Das galt es eigentlich zu vermeiden. Kurze Pässe im Mittelfeld, die dann zugepresst und gekontert wurden. Und solche Konter sind immer schwer zu vermeiden. Sprich, erst haben wir das Pressing der Leipziger schlichtweg übergangen, aber ab der zweiten Halbzeit haben wir es genau umgekehrt gemacht. Wir sind reingelaufen. So verliert man dann eben verdient 3:1.

Das wird uns in der Rückrunde nicht noch einmal passieren.

Bastian Oczipka

Von den Teams im oberen Tabellendrittel haben neben Leipzig nur die bereits enteilten Bayern gewonnen. Alles ist weiterhin sehr eng zwischen den Plätzen zwei und elf.
So wird es auch über die gesamte Rückrunde bleiben. Ich gehe nicht davon aus, dass sich eine Mannschaft komplett absetzen wird. Zudem werden wir uns nicht von der Tabelle beeinflussen lassen. Wir konzentrieren uns auf unsere Leistungen und werden Tag für Tag an uns arbeiten. So haben wir es auch im Trainingslager gemacht. Schließlich haben wir uns als Mannschaft auch nicht in den Urlaub verabschiedet nach dem Motto ‚Alles klar, wir sind Zweiter und alles ist klasse‘. Für uns gilt es, weiterhin Punkte zu holen und nicht unbedingt auf die Tabelle zu schauen. Bis zum Ende wird es ein wahres Ringen um die Plätze. Es bleibt in jedem Fall spannend.

Wie empfindest du allgemein die Entwicklung eurer Mannschaft?
Wir haben eine super Hinrunde gespielt, dennoch wird bei so einem Spiel wie gegen Leipzig deutlich, dass wir uns noch einer Phase befinden, in der wir noch nicht wirklich vollständig gereift sind. Es sind uns Fehler unterlaufen, die so einfach nicht passieren dürfen. Besonders darf einem Gegner, der eine besondere Stärke hat, nicht so in die Karten gespielt werden. Das wird uns in der Rückrunde nicht noch einmal passieren.

Im ersten Heimspiel des neuen Kalenderjahres ist Hannover am Sonntag zu Gast in der VELTINS-Arena. In der Hinrunde konnten die Roten das Duell knapp mit 1:0 für sich entscheiden. Gelingt euch eine Revanche?
Ich bin überzeugt davon, dass wir es dieses Mal besser machen werden. Hannover ist ein sehr unangenehmer Gegner und generell sehr unbequem zu bespielen. Auch am Wochenende haben sie es wieder geschafft, nach einem 0:2-Rückstand noch 3:2 zu gewinnen. Sie spielen quasi Mann gegen Mann über den ganzen Platz. So auch gegen uns, bloß da haben wir nicht die richtigen Lösungen gefunden. Aber, wo wir eben noch von der Entwicklung des Teams gesprochen haben, gerade gegen solche Mannschaften haben wir uns weiterentwickelt. Das Resultat sieht man dann hoffentlich am Sonntag.

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