Christian Heidel: Fans haben ein tolles Gespür

Viel Kampf und Leidenschaft wurden gegen Ajax Amsterdam nicht belohnt. Auf schalke04.de spricht Sportvorstand Christian Heidel über das Ausscheiden aus der Europa League, das anstehende Duell mit RB Leipzig und die aktuelle Personallage bei den Königsblauen.

Christian Heidel über …

… den Auftritt gegen Ajax Amsterdam:

Wir haben ein ganz anderes Gesicht gezeigt als im Hinspiel. Mit viel Leidenschaft und Willen haben wir Ajax lange in die Knie gezwungen. Wir hatten den Gegner am Haken. Selbst nach dem unglücklichen Gegentreffer in der 111. Minute hatte ich noch die Hoffnung, dass wir den Ball noch einmal über die Linie drücken. Das 3:2 am Ende habe ich gar nicht mehr gezählt. Letztlich haben wir uns erhobenen Hauptes aus dem Wettbewerb verabschiedet und den Fans ein Riesenspektakel geboten – leider ohne Happy End. Wir müssen das Ausscheiden jetzt abhaken. Uns bleibt auch gar nichts anderes übrig. Wir haben noch fünf Spiele in der Bundesliga vor der Brust, die alles andere als einfach sind.

… das anstehende Spiel gegen Leipzig:

Wenn du samstags zeitgleich mit den anderen Mannschaften spielst, dann ist es etwas einfacher, als jedes Mal tags darauf den Druck zu haben, nachlegen zu müssen. Nichtsdestotrotz wollen wir ein gutes Spiel abliefern und natürlich punkten. Wichtig wird sein, dass wir eine ähnliche Atmosphäre wie gegen Ajax schaffen. Unsere Fans haben ein tolles Gespür. Und ich bin mir sicher, dass sie uns erneut helfen werden. Gegen Amsterdam war es wirklich eine Gänsehaut-Atmosphäre in unserer Arena.

… das Hinspiel gegen die Sachsen:

Die Geschehnisse rund um die Schwalbe von Timo Werner sind jetzt fast ein halbes Jahr her. Der Junge hat einen Fehler gemacht und im Nachhinein auch dazu gestanden. Vielleicht etwas zu spät, nichtsdestotrotz ist das Thema für mich erledigt. Fehler ähnlicher Art haben sich auch schon andere Spieler geleistet.

… einen Irrtum bei Leon Goretzkas Verletzung:

Ich habe gelesen, dass er sich in der Halbzeit in der Kabine übergeben haben soll. Das stimmt so nicht, das ist ein krasser Irrtum. Ich stand neben ihm, als der Kiefer eingerenkt wurde. Da hat er in der Tat gewürgt. Aber nicht wegen einer Gehirnerschütterung, sondern einfach, weil er den Mund extrem weit geöffnet hatte. Wenn Leon eine Gehirnerschütterung gehabt hätte, wäre er nach der Pause nicht mehr aus der Kabine gekommen. Die Gesundheit der Spieler steht über allem.

… den Stand bei Eric Maxim Choupo-Moting:

Es ist noch einmal eine MRT-Untersuchung gemacht worden. Bei Choupo liegt keine schwerwiegende Verletzung vor, die – Stand heute – zu einer Operation führen könnte. Er hat etwas am Kreuzband. Aber es ist nichts gerissen. Ob er in dieser Saison noch einmal eingesetzt werden kann, ist aber nicht sicher. Es ist aber auch nicht komplett ausgeschlossen. Gegen Leipzig und auch in Leverkusen wird Choupo aber auf jeden Fall ausfallen.

… ständig neue Ausfälle im Verlauf der Saison:

Auch wenn wir die meisten Spiele hatten, konnten wir uns nie wirklich einspielen. Das ist doch paradox. Ich weiß nicht, ob es eine andere Mannschaft gibt, die solch ein Jahr wie wir erlebt. Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison, dass immer wieder jemand ausfällt. Im Oktober und November, als wir zwölf Spiele hintereinander nicht verloren haben, konnten wir fast immer mit der gleichen Formation auflaufen. Im Dezember ist dann der komplette Sturm ausgefallen. Das soll jetzt nicht bedeuten, dass ich alles schönreden will. Denn wir hätten auch das eine oder andere besser machen können.

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