Peter Perchtold: Waren schnell auf einem gemeinsamen Nenner

Co-Trainer Peter Perchtold hat seinen Vertrag bei den Königsblauen bis 2021 verlängert. Im Interview mit schalke04.de spricht der ehemalige Bundesliga-Profi über seine Beweggründe, die Zusammenarbeit mit Domenico Tedesco und seine Vorfreude auf die Champions League.

Peter, du hast deinen Vertrag bis 2021 verlängert – was waren deine Beweggründe dafür?
Ich fühle mich einfach sehr wohl in Gelsenkirchen, sowohl sportlich als auch privat. Ich kannte das Ruhrgebiet im Detail im Vorfeld nicht. Aber ich habe es nur von der positiven Seite kennengelernt. Das ist für solch eine Entscheidung natürlich die Grundvoraussetzung. In der vergangenen Saison kam dann auch noch der sportliche Erfolg dazu. Deswegen gab es wenige Argumente, die gegen diesen Schritt gesprochen haben.

Domenico Tedesco hat seinen Vertrag ebenfalls verlängert. Wie wichtig ist die Kontinuität im Trainerteam deiner Ansicht nach?
Es erleichtert die Arbeit enorm, wenn man weiß, dass man langfristig miteinander planen kann. Wir verstehen uns sehr gut im Trainerteam. Letztlich haben wir das zusammen entschieden. Ich hatte in den vergangenen Wochen sehr gute Gespräche mit dem Management und bin sehr froh, dass es geklappt hat.

Die Verlängerung kommt in einer Phase, in der es sportlich nicht ganz so gut läuft.
Die ersten Gespräche sind bereits am Ende der Vorsaison geführt worden. Domenico und ich waren da schnell auf einem gemeinsamen Nenner, das hängt natürlich nicht von ein, zwei Ergebnissen ab. Wir planen beide langfristig. Von meiner Seite hat nie etwas dagegen gesprochen.

Der Start in die Bundesliga-Saison verlief leider nicht so wie erhofft. Welche Erkenntnisse habt ihr aus den ersten beiden Spielen ziehen können?
Wir müssen ganz einfach weniger Fehler machen. Wir haben in der Vorsaison eine sehr reife Spielweise gehabt, waren sehr abgezockt und haben in den entscheidenden Momenten häufig das Spielglück auf unsere Seite gezwungen. Das ist uns in den vergangenen beiden Spielen nicht gelungen, auch wenn in beiden Partien sicherlich einige gute Passagen dabei gewesen sind.

Nach den beiden Niederlagen kam die Länderspielpause – wie sieht man diese als Trainer nach dem Start in die Saison?
Es ist nicht einfach, wenn man 14 Tage lang nichts an der Punktzahl oder der Tabellensituation ändern kann. Doch wenn die Jungs von der Länderspielreise mit positiven Erlebnissen nach Hause kommen, dann hilft das auch uns als Mannschaft, wieder auf den richtigen Weg zu kommen.

Nach der Länderspielpause stehen viele englische Wochen an. Du hast die Situation in Mainz vor zwei Jahren als Co-Trainer schon erlebt, als ihr in der Europa League gespielt habt. Kannst du deine Erfahrungen – auch hinsichtlich der Belastungssteuerung – an Domenico weitergeben?
Mit Sicherheit. Wir sprechen im Team sowieso alles miteinander ab. Wir haben auch andere Jungs im Trainerstab, die in diesem Bereich sehr erfahren sind und das als Spieler oder als Trainer schon miterlebt haben. Eine Länderspielpause wie jetzt kann man gut dafür nutzen, bereits den einen oder anderen Schritt vorauszuplanen und sich auf kommende Gegner grob vorzubereiten, ohne dabei den Fokus auf das nächste Spiel zu verlieren. Wir sind natürlich voll auf Gladbach konzentriert, aber einen groben Plan für die kommenden Wochen zu haben, schadet nicht.

Englische Wochen bedeuten vor allem viele Abende in der Champions League. Worauf freust du dich am meisten?
Die Atmosphäre vor dem Spiel und auch in den ersten Minuten, das ist schon etwas Einmaliges. Das ist in der Bundesliga zwar auch gegeben, aber in der Champions League ist das noch einmal ein bisschen extremer. Unser Selbstbewusstsein holen wir uns dennoch aus der Bundesliga, deswegen liegt darauf auch unser ganzer Fokus. Wenn wir es schaffen, in der Bundesliga starke Leistungen abzuliefern und gute Ergebnisse zu holen, dann werden wir auch aus der Champions League viel Positives ziehen können.

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