Ein Jubiläum, zwei Premieren und drei ganz wichtige Punkte

Fußballerisch war der 1:0-Sieg in Hannover am Sonntag (31.3.) sicherlich nicht unbedingt ein Leckerbissen. „Das war aber auch nicht zu erwarten“, sagt Huub Stevens. „In so einer Situation muss gekämpft werden - und das haben die Jungs bravourös getan.“ Der Niederländer erklärt, dass die Leichtigkeit nach den jüngsten Negativerlebnissen gefehlt habe. Deshalb seien die drei Punkte nicht nur wichtig für die Tabelle, sondern auch für den Kopf.

Benjamin Stambouli sieht es ähnlich. „Drei Punkte waren unser Ziel, das haben wir erreicht. Wir wissen, dass wir viele Dinge besser machen müssen. Aber die Basis war Kampf, und den haben wir geliefert“, sagt der Franzose, der aufgrund der verletzungsbedingten Ausfälle von Daniel Caligiuri, Weston McKennie und Alessandro Schöpf auf der für ihn ungewohnten Rolle als Rechtsverteidiger aufgeboten wurde.

Für Stambouli aber kein Problem. „Der Trainer hat gefragt, ob ich mir diese Position zutraue. Das habe ich getan, da ich der Mannschaft in diesem Spiel auf diese Weise am besten helfen konnte“, berichtet er. Mit seiner Leistung hatte der 28-Jährige nicht nur seinen Anteil daran, dass Königsblau ohne Gegentor blieb. Er leitete auch den entscheidenden Treffer des Tages ein.

Sieg für Serdar wichtiger als das Tor

Als Torschütze in der 39. Minute konnte sich Suat Serdar feiern lassen. Für den U21-Nationalspieler war es der erste Pflichtspieltreffer im blau-weißen Trikot. „Endlich habe ich mein erstes Tor für Schalke erzielt“, sagt der Mittelfeldmann. Dann fügt er hinzu: „Der Erfolg der Mannschaft steht für mich aber ganz klar im Vordergrund. Der Sieg bedeutet uns sehr viel.“

Die Entstehung des Treffers sei kein Zufall gewesen, erläutert Serdar. „Die Spieler, die wie ich zuletzt nicht zur Nationalmannschaft gereist sind, haben in den vergangenen zwei Wochen intensiv gearbeitet. Der Plan war, dass die Achter und die Stürmer die Wege in die Tiefe suchen.“ Beim Pass von Stambouli habe er die lange Ecke gar nicht unbedingt im Visier gehabt, gibt der Siegtorschütze zu. „Ich habe gar nicht auf das Tor geschaut, sondern einfach probiert, den Ball gut anzunehmen und draufzuschießen“, so Serdar.

„Das Tor hat Suat super gemacht“, lobt Stevens, der ebenso von Alexander Nübels Leistung schwärmt. „Er hat phänomenal gehalten.“ Der Torhüter sieht sich trotz einiger guter Paraden und lautstarken Sprechchören der mitgereisten Fans nach dem Schlusspfiff allerdings nicht als alleiniger Matchwinner. „Das gesamte Team hat gewonnen“, erklärt der Schlussmann, der mit seinem Auftritt einen großen Anteil daran hatte, dass Stevens seinen 100. Bundesligasieg als Chef-Trainer des FC Schalke 04 feierte.

Gutes Gefühl vor dem Pokalspiel

Dem Jubilar war diese Zahl vor dem Anpfiff gar nicht bewusst – und sie spielt für ihn auch keine große Rolle. „Wichtig sind aktuell einfach Erfolgserlebnisse für die Jungs“, erklärt Stevens, der in der 79. Minute Nassim Boujellab eingewechselt hatte und dem Knappenschmiede-Akteur damit seine Premiere in der Bundesliga ermöglichte. „Ich hatte keine Bedenken, Nassim zu bringen. Er hat es bereits in Sevilla sehr gut gemacht“, so der Coach.

Stevens hofft, dass die Leichtigkeit aufgrund des ersehnten Sieges nun ein Stück weit zurückkehrt. „Wir gehen mit einem positiven Gefühl in das Pokalspiel gegen Bremen“, sagt er vor dem Duell am Mittwoch (3.4.) mit Werder Bremen. Und auch Serdar glaubt, dass der Dreier in Hannover Schwung gibt. „Die vergangenen Wochen waren hart für uns und unsere Fans. Deshalb bin ich froh, dass wir gemeinsam einen Sieg feiern konnten.“ Und eines ist klar: So lange wie zuletzt sollen die Anhänger nicht auf das nächste Erfolgserlebnis warten.

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