Hochverdienter Punkt nach Kraftakt

Es war ein sehr harter Arbeitstag für die Königsblauen. Beim 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach agierten die Königsblauen ab der 12. Minute nach einer Auseinandersetzung zwischen Nabil Bentaleb und Lars Stindl in Unterzahl und lagen nach rund einer halben Stunde mit 0:1 zurück. Wenn man dann mit einem Mann weniger gegen eine offensivstarke Mannschaft wie Gladbach noch einen Zähler holt, darf man eigentlich rundum zufrieden sein. Bei den Knappen war die Gefühlswelt nach Abpfiff allerdings eher gemischt.

„Ich bin sehr zufrieden mit unserer Leistung“, sagte Leon Goretzka nach der Partie am Mikro von Schalke TV. „Mit dem Ergebnis bin ich jedoch nicht wirklich glücklich.“ Damit stand der Mittelfeldmann nicht alleine da. Trotz Unterzahl und Rückstand kam der S04 richtig stark zurück in die Partie und erspielte sich vor allem im zweiten Durchgang ein deutliches Chancenplus. „Ein Sieg wäre drin gewesen“, so Daniel Caligiuri. „Wir wollten die drei Punkte unbedingt, aber wenn man knapp 80 Minuten in Unterzahl spielt, kann man mit dieser Leistung auch zufrieden sein.“

Tedesco: Können stolz sein

Nachdem Nabil Bentaleb, der in der Anfangsphase mit Lars Stindl aneinandergeraten war und vom Platz gestellt wurde, hatten die Gladbacher erwartungsgemäß zwar mehr Ballbesitz, schafften es aber nur selten, in die gefährlichen Räume vorzustoßen. „Wir haben in Unterzahl auf der Doppel-Acht mit Yevhen Konoplyanka und Amine Harit agiert. Es war sehr schön, zu sehen, wie sie sich für die Mannschaft aufgeopfert haben“, lobte Domenico Tedesco. „Das war sehr wichtig für das Team und die Entwicklung dieser Spieler. Entsprechend stolz können wir sein. So eine Leistung ist manchmal mehr wert als solide drei Punkte zu holen.“ Die geschlossene Defensivarbeit der Hausherren war der Grundstein für die überzeugende Leistung. Vor allem im zweiten Durchgang, in dem die Überzahl der Gäste sich nicht wirklich bemerkbar machte, musste Ralf Fährmann kaum brenzlige Situationen überstehen. „Wir haben uns in der Kabine gesagt: ‚Wenn es eine Mannschaft so lange in Unterzahl schaffen kann, dann sind wir das‘“, so Goretzka.

Auf der anderen Seite setzten die Blau-Weißen mit ihrem gefährlichen Umschaltspiel immer wieder Nadelstiche und waren dem 2:1 deutlich näher als die Fohlen. Tedesco: „Wir haben die Lehren aus den vergangenen Wochen gezogen und in puncto Mentalität und Taktik fantastisch gearbeitet. Am Ende hatten wir die besseren und klareren Chancen und hätten das Spiel sogar gewinnen müssen.“ Dennoch sei der Coach sich sicher, dass die Leistung seiner Mannschaft Auftrieb geben werde.

Auftrieb, den die Knappen für die nächsten beiden Matchbälle im Kampf um die Champions-League-Plätze brauchen. Nach dem Remis haben die Königsblauen sechs Punkte Vorsprung auf die derzeit fünftplatzierten Leverkusener und beste Karten sich für die Königsklasse zu qualifizieren. In den beiden letzten Partien geht es für Schalke zunächst zum FC Augsburg, anschließend gastiert erneut Eintracht Frankfurt in der VELTINS-Arena. Dann bekommen die Knappen am letzten Spieltag die Chance, sich für die Halbfinalniederlage im DFB-Pokal zu revanchieren. Goretzka: „Ich bin mir sicher, dass wir uns in den zwei noch ausstehenden Partien für die harte Maloche in dieser Saison belohnen werden.“

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