Leistung gesteigert, Mut gezeigt, Punkt erarbeitet

Ein Lattentreffer, ein Pfostentreffer, ein verschossener sowie ein zurückgenommener Elfmeter und je ein Tor für beide Teams: Die Bundesliga-Partie des FC Schalke 04 bei Bayer Leverkusen am Samstag (11.5.) hatte einiges zu bieten. Es war ein hart erkämpfter, aber letztlich verdienter Punktgewinn, mit dem die Knappen nach Abpfiff auch aufgrund ihrer guten Leistung in Hälfte zwei zufrieden waren.

Diese Steigerung in den zweiten 45 Minuten war zwingend notwendig, denn in der ersten Hälfte gab die Mannschaft von Peter Bosz den Ton an. Leverkusen hätte bereits in der Anfangsviertelstunde in Führung gehen können, doch innerhalb weniger Sekunden rettete erst die Latte bei Charles Aranguiz‘ Schuss und im Anschluss der Pfosten bei Julian Brandts Versuch. Die Knappen wiederum zeigten sich zu selten in der Offensive, sodass in der 31. Minute folgerichtig der Führungstreffer für die Gastgeber durch Kai Havertz fiel. „Wir haben zu Beginn nicht die richtigen Lösungen gefunden“, sagt Benjamin Stambouli, der seine Mannschaft in Leverkusen erneut als Kapitän aufs Feld führte. „Wir haben dann in der Halbzeitpause miteinander geredet und uns gesagt, dass wir weiterhin kompakt bleiben müssen, aber nicht mehr so passiv sein dürfen und weiter nach vorne verteidigen müssen“, verrät der Franzose.

Defensiv stabil, offensiv mit gefährlichen Nadelstichen

Und genau das haben die Königsblauen in der Folge getan. In der zweiten Hälfte hielt der S04 den Champions-League-Aspiranten aus dem Rheinland deutlich besser vom eigenen Tor weg und setzte selbst gefährliche Nadelstiche. Das schnelle 1:1 nach der Pause durch Guido Burgstaller habe neue Energie gegeben, verrät Stambouli, der das Kollektiv an diesem Samstagnachmittag in den Vordergrund rückte. „Die zweite Halbzeit war sehr gut von uns – und am Ende haben wir sehr solide gemeinsam verteidigt.“ Schmunzelnd fügt der Defensivspezialist hinzu: „Ich mag es, wenn wir grätschen müssen.“

Auch Omar Mascarell, der mit 12,66 gelaufenen Kilometern die größte Distanz zurücklegte, lobt die Mentalität der Mannschaft. „In der zweiten Halbzeit haben wir als Team sehr gut gekämpft und standen kompakt“, sagt der Mittelfeldspieler und ergänzt: „Wir haben einen Punkt bei einer sehr guten Mannschaft geholt, die um die Champions League spielt. In der Halbzeitpause haben wir uns gesagt, dass wir hier zurückkommen können – und das haben wir getan.“

Die ganze Schalke-Familie musste in dieser Spielzeit viel leiden, daher wäre ein Sieg zum Abschluss umso schöner.

Guido Burgstaller

Umgehend nach dem Schlusspfiff richtete sich der Blick vieler Knappen bereits auf die kommende Aufgabe gegen den VfB Stuttgart am kommenden Samstag (18.5.). Auch wenn es tabellarisch gesehen nicht mehr um allzu viel geht – die Schwaben spielen auf jeden Fall in der Relegation – ist das ganz klare Ziel der Königsblauen, die drei Punkte unbedingt in der VELTINS-Arena zu behalten. „Wir wollen den Fans in unserer letzten Partie in dieser Saison noch mal etwas für den tollen Support zurückgeben“, betont Guido Burgstaller, der in seinem dritten Bundesligaspiel in der BayArena bereits zum vierten Mal traf. „Die ganze Schalke-Familie musste in dieser Spielzeit viel leiden, daher wäre ein Sieg zum Abschluss umso schöner. Wenn wir so spielen wie heute in der zweiten Halbzeit, bin ich positiv gestimmt“, ergänzt der Österreicher.

Stevens mit einem Sieg verabschieden

Es gelte nun, mit einem Erfolg diese verkorkste Bundesliga-Spielzeit zu beenden, um zum einen Chef-Trainer Huub Stevens einen gebührenden Abschied zu bereiten, zum anderen aber auch mit einem etwas positiveren Gefühl in die Sommerpause zu gehen. „In dieser Saison sind wir klar hinter unseren Möglichkeiten geblieben“, macht Bastian Oczipka aus seiner Enttäuschung über die Leistungen der Königsblauen in dieser Spielzeit keinen Hehl. „Wir wollen uns wieder in eine ganz andere Ebene begeben. Diesen Anspruch haben wir an uns“, sagt der Linksverteidiger und verspricht: „Das werden wir in der neuen Saison auch machen.“

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