Mein Heimspiel: Sarah und Sven reisen mit „Madita“ aus dem hohen Norden an

Eigentlich müsste es dieses Mal nicht „Mein Heimspiel“, sondern „Unser Heimspiel“ heißen. Denn in der zweiten Episode der neuen Reihe auf schalke04.de stellen sich Sarah und Sven Rathofer vor. Beide leben im schleswig-holsteinischen Büdelsdorf. Für Königsblau ist beiden aber kein Weg zu weit.

Unsere Anreise:

In der Regel fahren wir sieben Stunden vor Spielbeginn los, damit wir genug Luft haben, falls wir in einen Stau kommen. Vorm Elbtunnel gibt es immer Frühstück im Auto, danach folgt eine selbst zusammengestellte Schalke-Playlist zur Einstimmung auf das Spiel. Wir fahren stets mit unserem Ford Transit namens „Madita“, den wir ausgebaut haben, damit wir in Gelsenkirchen gerade an späten Spieltagen auch übernachten können. Pausen machen wir selten, lediglich ein Halt ist immer der gleiche: die Autobahnraststätte Hohe Mark West kurz vor Gelsenkirchen.

Unser Ritual am Spieltag:

Der Tag beginnt beim Bäcker. Mit unseren Schalke-Trikots oder T-Shirts haben wir uns in der Vergangenheit schon so manch bösen Blick von älteren Herren in HSV-, Bayern- oder schwarzgelben Jogginganzügen abgeholt. Zu unserer Kleidung gehört außerdem der blau-weiße Seidenschal, damit wir beim Vereins- und dem Steigerlied gewappnet sind. Ein Ritual ist auch alle zwei Wochen aufs Neue der „Schock“ auf der Autobahn bei Bremen: wenn das Navi sagt, dass wir jetzt 251 Kilometer am Stück geradeausfahren müssen (lachen). An der VELTINS-Arena parken wir auf C3 zwischen zwei Bäumen. Das ist unser Stammplatz. Bevor es ins Stadion geht, gibt es jedes Mal noch eine kleine Stärkung: Wurst und Schnitzel am Stand unten an der Nordkurve.

Unser Stammplatz in der VELTINS-Arena:

Am Anfang hatten wir Sitzplätze an verschiedenen Orten im Stadion. Seit der vergangenen Saison stehen wir aber in der Nordkurve. Zuletzt haben wir uns die Karten immer über die Ticketbörse und Freunde zusammengesucht. Jetzt hatten wir aber Glück, dass wir beim Vorverkauf für jedes Spiel Steher ergattern konnten. Sitzen wollen wir nämlich nicht mehr. Die Stimmung und Emotionen sind in der Nordkurve einfach einzigartig. Jedes Mal aufs Neue bekommen wir eine Gänsepelle bei unserem Vereinslied und dem Steigerlied. Heimspiele sind für uns die schönsten Tage, denn wir leben Schalke mit allem drum und dran!

Unser königsblauer Moment:

Für uns gab es bislang viele unvergessliche Momente auf Schalke, z.B. die komplette Stadionchoreo mit unseren Freunden aus Nürnberg, die Verabschiedung der letzten Zeche gegen Leverkusen oder der traurige Tag, als Rudi für immer die Augen geschlossen hat.

Unsere kurioseste Anekdote:

Die lustigste Geschichte erlebten wir direkt bei unserem ersten gemeinsamen Heimspiel während unserer Hochzeitsreise. Wir waren viel zu früh da und haben in der Nähe der Tausend-Freunde-Mauer die Zeit totgeschlagen. Es dauerte nicht lange, bis sich eine Gruppe von Menschen versammelte, die komplett schwarz gekleidet war. Je mehr Menschen es wurden, desto nervöser wurde ich (Sarah), denn der G20-Gipfel in Hamburg war noch nicht lange her. Irgendwann sagte ich (Sarah), dass ich denke, dass das ein „Schwarzer Block“ sei und es nicht lange dauert, bis etwas passiert. Der „Schwarze Block“ setzte sich dann auch in Bewegung, verschwand und kam umgezogen wieder. Es waren die Leute vom Catering, die sich sammelten, um dann gemeinsam zu ihren Posten zu gehen (lachen).

Unsere Lieblingsspieler:

Sven: Mein All-Time-Lieblingsspieler ist Jörg Böhme. Ein absolut genialer Linksfuß, der mit seinem Zauberfuß jede Abwehr aus dem Spiel und bei Standards auseinandernehmen konnte. Die Torhüter hatten Schweißperlen auf der Stirn, wenn Böhme niemanden anspielen konnte, denn dann wussten sie, dass er den Ball gleich punktgenau in den Winkel schweißen würde.

Sarah: Mein persönlicher Liebling ist Erwin. Auf der Mitgliederversammlung vor einigen Monaten hab ich es endlich geschafft, ein Foto mit Erwin zu machen. Zwar bei 39 Grad, aber Foto ist Foto.

Unsere aktuellen Lieblingsspieler sind Daniel Caligiuri und Benjamin Stambouli. Beide sind absolute Führungsspieler und leben genau das, was unseren Verein ausmacht: Kampfgeist, Emotionen, Leidenschaft und der absolute Wille, alles für Schalke zu geben.

Unser Schalke:

Sven: Ich bin schon seit meiner Geburt ein Schalker – weitergegeben von meinem Vater und meinem Opa, der aus Bochum kommt. Sarah hatte nie richtig viel mit Fußball zu tun, hat es eher nebenbei mitgeguckt, weil ich die Spiele im TV geschaut habe. Gefunkt hat es dann zwischen Sarah und Schalke auf unserer Hochzeitsreise nach Gelsenkirchen. Dort erlebte Sarah ihr erstes Spiel und war so geflasht, dass es ab da ohne Schalke nicht mehr ging. Wir sind dann auch direkt Mitglieder geworden. Schalke ist einfach einzigartig, es gibt nichts Vergleichbares. Nirgendwo anders gibt es diesen Zusammenhalt zwischen dem Verein und seinen Fans – nur bei uns wird der Verein wirklich gelebt.

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