Ralf Fährmann: Das war absoluter Käse

Gleich dreimal musste Ralf Fährmann am Samstag (2.4.) in Ingolstadt hinter sich greifen und mit seinem Team so eine Niederlage einstecken, die schmerzt. Auf schalke04.de spricht der Schlussmann über die Pleite bei den Schanzern, den Austausch mit den Fans und das anstehende Derby in der VELTINS-Arena.

Ralf Fährmann, das Ergebnis im Audi Sportpark sorgte bei Spielern, Trainern und Fans für große Enttäuschung …

Der Frust ist natürlich riesengroß. Das war kein gutes Spiel von uns. Es war absoluter Käse, was wir abgeliefert haben. Fakt ist: Es ist uns nicht gelungen, das abzurufen, was wir eigentlich können. Mir tut es vor allem für unsere Fans leid, die die weite Strecke nach Ingolstadt auf sich genommen haben, um uns zu unterstützen.

Haben Sie eine Erklärung für den Auftritt bei den Schanzern?

Jeder einzelne in der Mannschaft muss sich und seine Leistung nach diesem Spiel hinterfragen. Auch ich. Wir hätten in den entscheidenden Situationen Männer sein müssen. Das waren wir aber nicht. Die Ingolstädter waren kerniger, bissiger. Man hat gesehen, dass uns noch einiges fehlt, um eine Topmannschaft zu sein. So ehrlich müssen wir sein. Durch den Rückstand nach einer halben Stunde haben wir uns völlig aus dem Konzept bringen lassen und unseren Rhythmus dann nicht mehr gefunden.

Was sagen Sie zur Elfmeter-Entscheidung?

Aus meiner Sicht war es kein Strafstoß. Schon in einer Situation zuvor ist Lezcano zu Boden gegangen und wollte einen Elfmeter haben. Aber ich fange jetzt nicht an und schiebe die Niederlage auf das Schiedsrichtergespann und diese Szene. Das wäre zu einfach. Wir müssen einfach unsere Leistung abrufen und zeigen, dass wir solch einen Rückstand noch umbiegen können. Fehler können immer passieren: beim Schiedsrichter, bei uns, bei wem auch immer. Wir hätten die Köpfe hochnehmen müssen. Das haben wir leider nicht geschafft.

Nach dem Abpfiff ist die Mannschaft geschlossen zu den Fans gegangen. Was haben Sie mit den mitgereisten Anhängern besprochen?

Unsere Fans haben uns mitgeteilt, dass sie im Derby ein ganz anderes Gesicht von uns sehen wollen. Die Aussprache war emotional, aber nicht beleidigend. Es ist ganz klar, dass wir eine deutlich bessere Leistung zeigen müssen gegen die Schwarz-Gelben.

Ist es eine Bürde, mit einer Niederlage ins Derby zu gehen?

In diesem Spiel ist es unwichtig, wer wo in der Tabelle steht. Ein Derby hat seine eigenen Gesetze. Wir müssen Charakter zeigen und im Training hart arbeiten, um uns optimal vorzubereiten. Wir müssen Männer sein!

In der Tabelle ist es weiterhin eng. Noch stehen sechs Spiele bis zum Saisonende aus. Was können die Fans im Endspurt noch erwarten?

Wenn man die Chance hat, einen wichtigen Schritt zu machen, dann muss man auch zugreifen. Das ist uns in Ingolstadt nicht gelungen. Wir verfallen jetzt aber nicht in tiefe Trauer und stellen alles in Frage. Ich habe immer gesagt, dass wir nach guten Spielen nicht in allzu große Euphorie verfallen werden – und nach dieser Niederlage verfallen wir jetzt auch nicht in Panik. Wir haben noch sechs Spiele vor der Brust und werden alles reinwerfen.

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