16. Januar: Die Ära des Sonnenkönigs beginnt

Das Ziel der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 16. Januar 1989 ist eindeutig: Es muss ein Nachfolger von "Drei-Tage-Präsident" Michael Zylka gefunden werden. Nach drei Stunden, vielen humorvollen Beiträgen und einem überwältigenden Wahlergebnis steht fest: Günter Eichberg, im Juli 2018 verstorben, soll den nicht nur in finanzieller Hinsicht am Boden liegenden Zweitligisten wieder in die Erfolgsspur führen.

1989: Günter Eichberg wird S04-Präsident

Neben fast 1600 Mitgliedern erscheinen 132 Medienvertreter im Sportzentrum Schürenkamp, um der Mitgliederversammlung beizuwohnen. In Anbetracht der vielen Presseleute kommentiert der im Juni 2003 verstorbene Versammlungsleiter Jürgen W. Möllemann: „Hier sind mehr Journalisten als bei der Amtseinführung von George Bush als US-Präsident.“ Zwar bekommt die hungrige Meute nicht exakt das, was sie erwartet hat – schmutzige Wäsche wird diesmal nicht gewaschen -, doch für Kurzweil und nette Sprüche ist der Abend allemal gut.

Im Vorfeld bewarben sich 25 Kandidaten für das höchste Amt im Verein. Als jedoch die Wahl unmittelbar bevorsteht, sind nur noch vier Anwärter übrig: Kliniken-Besitzer Günter Eichberg, Unternehmer Hans Bitzkowski, Steuerberater Dieter Koslowsky und der pensionierte Ingenieur Wilhelm Kleine-Lasthues.

Schon vorher ist das Rennen eigentlich entschieden, was Schalke-Mitglied Peter Westen auf sehr drastische Weise zum Ausdruck bringt. Er kommentiert den Versuch von Ex-Präsident Dr. Hans-Joachim Fenne, die Wahl abzusetzen und im September einen kompletten Vorstand neu zu wählen, mit den Worten: „Fenne, hör mit dem Scheiß auf und leg dich unter den Stuhl. Wir brauchen einen Mann mit Kohle. Und der Eichberg hat Kohle.“

Eine Argumentation, die auch Bitzkowski für seinen Wahlkampf nutzt. „Ich gebe dem Verein 250.000 Mark, wenn ich Präsident werde. Und einen VW-Bus für die Jugend.“ Aber: „Wenn ich nicht gewählt werde, behalte ich mein Geld.“ Die Resonanz ist vernichtend. Er hat bei der anschließenden Abstimmung genauso wenig Chancen wie Dieter Koslowsky und Wilhelm Kleine-Lasthues.

Es kann nur einen geben – und der lässt sich schon vor der Bekanntgabe des Ergebnisses feiern. Günter Eichberg schreibt eifrig Autogramme, umarmt seinen Sohn Kai sowie seine Lebensgefährtin Christa Paas und nimmt die Glückwünsche von Versammlungsleiter Möllemann entgegen.

Das Ergebnis ist beeindruckend: 1147 von 1310 Wahlberechtigten stimmen für ihn. Ein Votum, das nur von Eichberg selbst noch einmal getoppt wird: Im Oktober 1989 bestätigen ihn 1005 von 1008 Mitgliedern im Amt. Eichbergs Epoche dauert bis zum 17. Oktober 1993 an. Dann tritt der Sonnenkönig von der Schalker Bühne ab.

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